Wangener Marktplatz wird zur toskanischen Piazza

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Beim Italienischen Abend auf der Piazza Wangen war am Samstag kaum ein freier Platz zu finden. Die Besucher genossen dabei unter
Beim Italienischen Abend auf der Piazza Wangen war am Samstag kaum ein freier Platz zu finden. Die Besucher genossen dabei unter anderem einen von der Formation „Natya Gioia“ extra für den Abend einstudierten Tanz. (Foto: Fotos: Vera Stiller)

Es gab schon kurz nach Beginn des Italienischen Abends am Samstag kaum einen freien Platz zu bekommen. Man wollte einfach dabei sein, wenn auf der Piazza von Wangen gefeiert wurde. Für Essen und Getränke sorgte wie in den Jahren zuvor der „Circolo I Risorti La Querce“, für das Kulturprogramm die „Soda Sisters“, Patriczia Pacini und ihre Formation „Natya Gioia“ sowie „Fun Cool“.

„2018 ist für die Städtefreundschaft zwischen Prato und Wangen ein ganz besonderes Jahr.“ Mit diesen Worten eröffnete Roswitha Braunmiller, stellvertretende Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Wangen, einen Italienischen Abend, wie er schöner nicht hätte sein können. Zum 30-jährigen Bestehen der offiziellen Städtepartnerschaft feierten die Menschen beider Länder bis tief in die Nacht hinein. Und das bei Temperaturen, die an die „Toskana mitten in Wangen“ denken ließen.

Neben „Pasta, Pecorino e Vino“, welche der „Circolo i Risorti“ aus dem Prateser Stadtteil La Querce kredenzte und reichlichen Zuspruch fand, erfreuten sich die Besucher an dem Bühnenprogramm. Hatten bereits die „Soda Sisters“ mit ihren authentischen Liedern aus den Gebieten von Livorno und Florenz aufhorchen lassen, so setzten „Natya Gioia“ den Glanzpunkt der Darbietungen.

„Die Gruppe hat den ersten Tanz speziell für heute Abend einstudiert“, freute sich Roswitha Braunmiller. Und die künstlerische Leiterin Patrizia Pacini erklärte, womit die Zuschauer noch alles Bekanntschaft machen würden: eine Mischung aus allem, was die Geschichte der italienischen Musik geprägt hat. „Die Programmpunkte zeigen die Einflüsse Süditaliens wie die anderer Kulturen des Mittelmeerraumes“, versprach Pacini.

Was als die Nationen verbindendes Element, ausgeführt als fröhlicher Tüchertanz, begann, tauchte mehr und mehr in die orientalischen und afrikanischen Welten ein. Unwillkürlich fühlte man sich in ein Theater versetzt, in dem Geschichten allein durch Gesten und Gebärden, vor allem aber durch die Magie der tänzerischen Bewegung erzählt werden.

Da war der Diskurs innerhalb der Geschlechter ebenso wahrzunehmen wie der weibliche Wunsch nach einem Ort, wo Träume und Hoffnungen, der Wunsch nach Wärme und Licht gelebt werden können. Und wie großartig breitete sich über allem der mit einer Maske versehene Vogel aus, dessen Tanz der eigenen Fantasie freien Lauf ließ. Ein „Bravo“ den verzaubernden und ausdrucksstarken Darbietungen von „Natya Giola“.

Pratosänger revanchieren sich

Die Wangener Pratosänger revanchierten sich mit ihrem italienisch gesungenen Freundschaftslied und dem Loblied auf die eigene Heimatstadt, bevor die Rockband „Fun Cool“ Highlights aus den 1970er-Jahren und aus der Zeit danach zum Besten gab.

„Wangen lebt!“, rief Michael Lang aus und dankte allen, die in irgendeiner Weise zum Gelingen der deutsch-italienischen Freundschaft ihren Beitrag leisten. Natürlich vergaß der Oberbürgermeister nicht die 50 Personen zu erwähnen, die sich am Pfingstmontag laufend nach Prato aufgemacht hatten und teilweise mit unter den Besuchern saßen. Was die Partnerschaft zwischen Wangen und Prato ausmacht, das fasste Lang so zusammen: „Wir gestalten Europa aus dem Kleinen heraus.“

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