Wangen will sich selbst um Wohnungsbau kümmern

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Die Städtische „Wohnungs-GmbH & Co KG“ soll noch 2018 gegründet werden.
Die Städtische „Wohnungs-GmbH & Co KG“ soll noch 2018 gegründet werden. (Foto: Armin Weigel/dpa)

Die Stadt Wangen hat auf ihrer Homepage die Möglichkeit geschaffen, dass sich Bürger direkt über geplante Baugebiete in der Stadt informieren können. Unter dem Link www.wangen.de/bauplatz werden sie auf die Online-Plattform Baupilot geleitet, die alle in der Planung befindlichen Baugebiete vorstellt. Dies hat die Stadtverwaltung jetzt mitgeteilt.

Wer sich als Interessent anmeldet, bekommt demnach eine E-mail, wenn auch der Zeitpunkt für eine konkrete Bewerbung gekommen ist. Das ist der Fall, wenn ein Baugebiet rechtskräftig überplant ist. Dann stehen alle Angaben wie Grundstücksgrößen, Grundstückspreise, die Bebaubarkeit und die Bebauungstypen zur Verfügung. Aktuell sind in Wangen vier Baugebiete in Planung: Berger Höhe-Sattelweiher, Erweiterung Haid/Wittwais, Deuchelried und Haslach. Eine Bewerbung kann nach Kernstadt und Ortschaften getrennt abgegeben werden.

Das Verfahren wurde bereits in anderen Kommunen mit Erfolg getestet und jetzt auch in Wangen eingeführt. Die Vorteile laut Stadt: Die Online-Plattform biete den Interessierten die Möglichkeit, fernab von allen Öffnungszeiten alle relevanten Informationen abzurufen, sich in die Interessentenliste einzutragen und sich zu gegebenem Zeitpunkt zu bewerben. Somit verbessere sich der Service für die Bürger.

Für die Stadtverwaltung habe das neue Verfahren den Vorteil, dass interne Prozesse einfacher abgewickelt werden könnten, was eine erhebliche Zeitersparnis bedeute. Zudem lasse sich die Bauplatzvergabe mit Hilfe der Online-Plattform erheblich transparenter gestalten. Darüber hinaus biete das Verfahren auch die Gewähr, dass es rechtssicher und gerecht entlang der Vorgaben, die der Gemeinderat gemacht hat, abgearbeitet werden könne.

Dass die Nachfrage nach Bauplätzen sehr hoch ist, lasse sich aus der Zahl der Interessierten ableiten. 530 registrierte Besucher und mehr als 1100 Seitenaufrufe gab es laut Stadt in den vergangenen vier Wochen – und das, obwohl das Thema bisher nicht beworben wurde. Dass die Plattform Baupilot eine bedarfsorientierte Lösung für die Verwaltung zur Vermarktung von kommunalen Bauplätzen ist, habe sich beim landesweiten Gründerwettbewerb gezeigt. Die Baupilot GmbH sicherte sich hier als erste kommunale Anwendung seit 18 Jahren den ersten Platz.

Im Fachbereich Liegenschaften der Stadt ist Leopold Hänsler Ansprechpartner. Er ist erreichbar unter der Telefonnummer 07522 / 74-158 oder per Email: leopold.haensler@wangen.de

Beim Thema „mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen“ will die Stadt in der zweiten Jahreshälfte Nägel mit Köpfen machen. Laut OB Michael Lang möchte die Verwaltung im September dem Gemeinderat die Gründung einer städtischen „Wohnungs-GmbH & Co KG“ vorschlagen. Eng kooperieren will die Stadt Wangen dabei mit der Baugenossenschaft und anderen, privaten Trägern.

Der Landkreis wollte eine Wohnungsbaugesellschaft nicht machen, dann gab es Ende 2017 einen offiziellen Antrag der CDU-Fraktion, dass die Verwaltung hier selbst aktiv werden soll. Ein Jahr später könnte eine städtische Wohnungsbau-GmbH nun Wirklichkeit werden, das Thema soll nach der Sommerpause im Gemeinderat diskutiert werden. „Wir sind derzeit in Kontakt mit Trägern außerhalb und reden auch mit der Baugenossenschaft, wie man zusätzliche Bedarfe abdecken kann“, sagt OB Michael Lang. „Wir wollen mit niemandem in Konkurrenz treten und sehen insbesondere die BG als starken, städtischen Partner.“

OB: Machen das, was übrig bleibt

Damit ist auch die grobe Marschrichtung einer künftigen städtischen Wohnungsbaugesellschaft vorgegeben: Selbst bauen, wenn sich niemand anderes findet. Oder, wie es Lang ausdrückt: „Wir decken eine Lücke ab und machen das, was übrig bleibt.“ Beispielhaft hierfür könnten zwei angedachte Projekte im Bereich des sozialen Wohnungsbaus in Epplings und in der Haid (Maria-Catharina-Reich-Straße) sein, wo man auf herkömmlichem Weg zumindest bislang nicht weiter kam.

Die Vorteile einer städtischen Wohnungs-GmbH gegenüber einem zunächst angedachten Eigenbetrieb sieht der Wangener OB in den größeren Freiheiten bei der Umsetzung, in einer größeren, wirtschaftlichen Transparenz und zumindest anfangs in den Synergien mit der bereits bestehenden Landesgartenschau-GmbH, beispielsweise bei der Buchhaltung und bei der Besetzung der Gremien. „Wir werden schlank starten“, sagt Michael Lang. Die personelle wie finanzielle Schlagkraft der städtischen dürfte deshalb zu Beginn nicht gerade riesig sein.

2019 könnte die Wangener Wohnungs-GmbH bereits auf dem Markt aktiv sein, das Eigenkapital würde zunächst wohl aus Grundstücken der Stadt bestehen. Hauptziel wird die Schaffung des viel zitierten „bezahlbaren Wohnraums“ sein, vor allem zur Vermietung. „Dort ist – außer durch die BG, die aber hauptsächlich für ihre Mitglieder bauen – in den letzten Jahren vergleichsweise wenig entstanden“, sagt der Wangener Verwaltungschef. Und sobald hier Mietwohnraum auf dem freien Markt sei, gehe dieser an „eine unsichtbare Konkurrenz aus dem gesamten deutschen Raum“.

Eine gesunde Mischung aus sozial-gebundenem, günstigen und frei verwertbarem Wohnraum soll es beim Geschosswohnungsbau laut Lang in jedem Quartier geben. Dabei kann sich der OB auch eine Kooperation zwischen städtischer GmbH und Firmen vorstellen („Der Bedarf an Betriebswohnungen ist da“). Eine Nachfrage sieht der Rathauschef speziell beim größeren Wohnraum für Familien mit vier oder mehr Kindern („Eine Wohnung mit 80 Quadratmeter und fünf Zimmern wird heute gar nicht mehr gebaut“).

Unterstützung für eine städtische Wohnungs-GmbH erhofft sich Lang vom Landkreis, hier gebe es derzeit Überlegungen: „Das würde zeitlich gut zusammenpassen.“

Die Stadt Wangen hat auf ihrer Homepage die Möglichkeit geschaffen, dass sich Bürger direkt über geplante Baugebiete in der Stadt informieren können. Unter dem Link www.wangen.de/bauplatz werden sie auf die Online-Plattform Baupilot geleitet, die alle in der Planung befindlichen Baugebiete vorstellt. Dies hat die Stadtverwaltung jetzt mitgeteilt.

Wer sich als Interessent anmeldet, bekommt demnach eine E-mail, wenn auch der Zeitpunkt für eine konkrete Bewerbung gekommen ist. Das ist der Fall, wenn ein Baugebiet rechtskräftig überplant ist. Dann stehen alle Angaben wie Grundstücksgrößen, Grundstückspreise, die Bebaubarkeit und die Bebauungstypen zur Verfügung. Aktuell sind in Wangen vier Baugebiete in Planung: Berger Höhe-Sattelweiher, Erweiterung Haid/Wittwais, Deuchelried und Haslach. Eine Bewerbung kann nach Kernstadt und Ortschaften getrennt abgegeben werden.

Das Verfahren wurde bereits in anderen Kommunen mit Erfolg getestet und jetzt auch in Wangen eingeführt. Die Vorteile laut Stadt: Die Online-Plattform biete den Interessierten die Möglichkeit, fernab von allen Öffnungszeiten alle relevanten Informationen abzurufen, sich in die Interessentenliste einzutragen und sich zu gegebenem Zeitpunkt zu bewerben. Somit verbessere sich der Service für die Bürger.

Für die Stadtverwaltung habe das neue Verfahren den Vorteil, dass interne Prozesse einfacher abgewickelt werden könnten, was eine erhebliche Zeitersparnis bedeute. Zudem lasse sich die Bauplatzvergabe mit Hilfe der Online-Plattform erheblich transparenter gestalten. Darüber hinaus biete das Verfahren auch die Gewähr, dass es rechtssicher und gerecht entlang der Vorgaben, die der Gemeinderat gemacht hat, abgearbeitet werden könne.

Dass die Nachfrage nach Bauplätzen sehr hoch ist, lasse sich aus der Zahl der Interessierten ableiten. 530 registrierte Besucher und mehr als 1100 Seitenaufrufe gab es laut Stadt in den vergangenen vier Wochen – und das, obwohl das Thema bisher nicht beworben wurde. Dass die Plattform Baupilot eine bedarfsorientierte Lösung für die Verwaltung zur Vermarktung von kommunalen Bauplätzen ist, habe sich beim landesweiten Gründerwettbewerb gezeigt. Die Baupilot GmbH sicherte sich hier als erste kommunale Anwendung seit 18 Jahren den ersten Platz.

Im Fachbereich Liegenschaften der Stadt ist Leopold Hänsler Ansprechpartner. Er ist erreichbar unter der Telefonnummer 07522 / 74-158 oder per Email: leopold.haensler@wangen.de

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