Vier-Länder-Jugendphilharmonie gastiert in Wangen

Lesedauer: 3 Min

Gitarrist Alexander Swete bei seinem Auftritt mit der „Quarta“ in Wangen.
Gitarrist Alexander Swete bei seinem Auftritt mit der „Quarta“ in Wangen. (Foto: Julia Beemelmans)

Unter der Leitung des Vorarlberger Dirigenten Christoph Eberle hat die im dritten Jahr bestehende Vier-Länder-Jugendphilharmonie erneut ein facettenreiches Konzertprogramm im Festsaal der Freien Waldorfschule gespielt. Das Wangener Konzert krönte die innerhalb einer Woche gemachten Auftritte in Vaduz, Bregenz, Schwarzenberg, St. Gallen und Feldkirch, was dem emotionalen Spiel der jungen Musikerinnen und Musiker aus dem Vierländereck eine besonders nostalgische Note verlieh.

„Quarta“, so nennt sich das knapp 80 junge Leute umfassende Orchester in seiner Kurzform, bedeute Grenzenlosigkeit, neue Möglichkeiten, große Orchesterliteratur, wie das nobel gestaltete Programmheft eine Bratscherin zitiert. Christoph Eberle erzählte noch vor dem ersten Ton, man habe bei der Frage nach den Stücken diesmal keine Sinfonie von Gustav Mahler, sondern den „Tanz“ als Kunstform in der Kunstmusik gewählt.

Mühelos und mit Verve erklang Emmanuel Chabriers „España“, eine Rhapsodie für Orchester. Das dank des Mittelsatzes so berühmt wie berüchtigte „Concierto de Aranjuez“ von Joaquin Rodrigo für Gitarre und Orchester verwandelte Solist Alexander Swete mit unglaublich erfrischender und hingebungsvoller Präzision in eine Hommage an die Leidenschaft. Dem österreichischen Gitarristen lag nicht nur das begleitende Orchester zu Füßen, sondern ein zu Recht vom tiefgründigen Ausdruck überwältigtes Publikum. Alexander Swete belohnte es mit der „Misionera“ von Fernando Bustamante, einer gelungenen Zugabe.

Spendenaufruf für die Musikkultur

Den sonnigen Sonntagnachmittag auf dem Pausenhof versüßten die Blechbläser der „Quarta“ mit einem lockeren Big Band-Kurzauftritt, der mit eigens entworfenen Plakaten darauf aufmerksam machte, dass ein solches Orchesterprojekt entscheidend auf neue Vereinsmitglieder und Spenden angewiesen ist.

Ob die Pausenmusik gefallen habe? Das zahlreich erschienene Publikum antwortete mit lautem Beifall. In Standing Ovations mündete später der Applaus für „La Valse“ von Maurice Ravel und „Der Feuervogel“ von Igor Strawinsky. Schillernd interpretierten alle Orchesterregister mit ausdauerndem Fleiß und beeindruckender Präzision die sinfonisch groß besetzten Werke unter einem notenfreien Dirigat. Ein Hochgenuss waren vor allem sämtliche Soli in der erzählenden Ballettsuite von Strawinsky und die gelungenen rhythmischen Verdichtungen einer höchst komplexen, auf XXL-Format anschwellenden Musik. Zum Abschluss erklang als Zugabe der liebenswürdige Walzer aus der Jazz-Suite von Dimitri Schostakowitsch.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen