Vereinsjubiläum 2019 wirft seine Schatten voraus

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Nach zwei Jahren im Amt wurde der fünfköpfige Vorstand einstimmig wiedergewählt: von links: Jürgen Woidschützke, Benedikt Sigg,
Nach zwei Jahren im Amt wurde der fünfköpfige Vorstand einstimmig wiedergewählt: von links: Jürgen Woidschützke, Benedikt Sigg, Christine Pohensky und Jörg Maurus. Es fehlt: Rainer Willibald. (Foto: Susi Weber)
Schwäbische Zeitung
Redaktionssekretariat

Kurz, knackig und erfrischend: So hat sich die Ortsgruppe des Deutschen Alpenvereins (DAV) bei ihrer Hauptversammlung am Freitagabend im Gemeindehaus St. Martin präsentiert. Zum zweiten Mal in Folge hat Wangens zweitgrößter Verein die Mitgliederversammlung vom Ehrungs- und Rückblicksabend abgekoppelt und sich auf das Wesentliche beschränkt. Nicht zu kurz kam dabei auch die Vorschau auf 2019 und damit jenem Jahr, in dem der DAV Wangen sein 100-jähriges Bestehen feiert.

Er wächst und wächst und wächst: Wurde beim DAV Wangen erst 2017 die 3000er-Mitgliederzahl geknackt, so steht man aktuell bei 3252 Mitgliedern. Dies ist zum einen eine stolze Zahl, andererseits stellt sie den DAV auch vor gewisse Probleme. So sprach Vorsitzender Jürgen Woidschützke beispielsweise von rund 40 Kindern und Jugendlichen, die derzeit auf der Warteliste stehen oder auch dem hohen Bedarf an Hallenbelegungszeiten: „Wir haben allerdings keine Chance, in der Lothar-Weiß-Halle noch Zeiten zu bekommen.“

„Newsletter“ neu aufgelegt

Neu aufgelegt wurde ein „Newsletter“, der, je nach Ereignissen und Notwendigkeiten, künftig vier- bis sechsmal im Jahr an die Mitglieder versendet werden soll. Bereits festgelegt hat der DAV laut Vorsitzendem Benedikt Sigg einen Teil seiner Jubiläumsjahr-Termine für 2019, die am 23./24. März mit dem baden-württembergischen Landesjugendleitertag in Wangen und einem Vortrag von Thomas Huber, einem der Huber-Buam, am 23. März eröffnet werden. Im November und Dezember wird es – neben einem Festakt in der Stadthalle am 9. November – auch eine Ausstellung in der Badstube geben. „Außerdem wollen wir hundert 2000er-Gipfel besteigen“, sagte Jürgen Woidschützke.

Eine Tendenz zu Hochtouren und mehrtägigen Wanderungen stellte Vorsitzender Jörg Maurus in seinem Tätigkeitsbericht fest. Zudem konnte er von einem erneut „sehr hohen Ausbildungslevel“ berichten: „Wir haben ausschließlich weitergebildete Tourenführer.“ Beschäftigt hat sich der DAV 2017 auch mit Vorträgen zu Reanimationstrainings und medizinischer Hilfe im alpinen Gelände. Maurus: „In diese Richtung und der Ausbildung der Tourenführer wollen wir auch weiter investieren.“ Investiert hat der DAV auch in die Lothar-Weiß-Halle. Dort wurden 16 neue Touren geschraubt und die veralteten Dachtouren entfernt. Als neue Referentin für die Öffentlichkeitsarbeit wurde Birgit Ohlinger vorgestellt.

Schatzmeisterin Christine Pohensky musste zwar ein Minus in Höhe von knapp 3500 Euro vermelden, erläuterte dies allerdings mit zwar zugesagten, aber noch fehlenden WLSB-Zuschüssen in Höhe von knapp 10 000 Euro. Ein dickes Plus gab es bei den Mitgliedsbeiträgen, das mit 8000 Euro mehr zu Buche schlug. Deutlich abgespeckt werden konnten die Kosten für das Jahresprogramm, bei dem durch eine kompaktere Version rund 2000 Euro eingespart wurden. Der Haushaltsplan 2018 sieht einen Rahmen von 131 700 Euro vor. Er soll laut Pohensky „einen kleinen Überschuss in Höhe von 1180 Euro“ beinhalten.

Weber lobt Nachfolger

„Ich bin sehr zufrieden, solche Nachfolger gefunden zu haben“, sagte Ehrenvorsitzender Hubert Weber, der Entlastung und Wahlen vornahm. Benedikt Sigg, Christine Pohensky, Jörg Maurus und Rainer Willibald wurden einstimmig wiedergewählt, Jugendreferent Jürgen Woidschützke, der von der Vereinsjugend gewählt wird, wurde in seinem Amt bestätigt.

Auch die Kassenprüfer Ulrich Herberger und Volker Lippert wurden erneut wieder gewählt.

Kletteranlage ist noch nicht konkret

Mit einer Kletteranlage im Erba-Gelände beschäftigt sich der DAV Wangen schon seit einiger Zeit. „Bei der Abstimmung sind wir auf die Mithilfe der Stadt angewiesen“, erklärte Vorsitzender Benedikt Sigg im Rahmen der Mitgliederversammlung. Derzeit ist noch nicht klar, wo und wie konkret eine Anlage und in welchem Kostenrahmen errichtet werden kann. Während der DAV sie gerne an ein Gebäude anbinden würde, tendiert die Stadt derzeit eher zu einer freistehenden Anlage. Ziel sei es aber nach wie vor, die Eröffnung im Jubiläumsjahr 2019 feiern zu können, sagte Sigg. Es bestehe auch die Option, ein kleines Vereinszentrum in Verbindung mit der Kletteranlage zu bekommen. Sigg: „Derzeit ist aber alles ein bisschen in der Schwebe.“

Sollte die Anlage in den kommenden Wochen oder Monaten spruchreif werden, wird es eine außerordentliche Mitgliederversammlung geben, bei der die Mitglieder dann mehr zu den Modalitäten erfahren und über den Bau der Anlage abstimmen können. Klaus Hassler von der Partnersektion Biberach nannte das Eröffnungsziel 2019 „super sportlich“: „Wir werden unsere Kletterhalle im Frühjahr 2019 eröffnen. Wir haben jetzt aber zehn Jahre dafür gebraucht.“

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