TG-Turner überraschen gegen Monheim

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 Elias Ruf und die TG Wangen/Eisenharz holten in der 3. Kunstturn-Bundesliga den ersten Sieg.
Elias Ruf und die TG Wangen/Eisenharz holten in der 3. Kunstturn-Bundesliga den ersten Sieg. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Nach einem spannenden Wettkampf, bei dem die Führung immer wieder wechselte, siegte die TG Wangen/Eisenharz etwas überraschend mit 34:33 gegen den TSV Monheim II. Damit sammelten die Allgäuer Turner zwei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt in der Dritten Liga.

Ohne große Erwartungen war die TG in den Wettkampf gegangen. Zu stark besetzt ist der Kader der Gäste in dieser Saison. Doch schon während des Einturnens keimte leichte Hoffnung auf. Die Monheimer waren ohne ihren ungarischen Star Nandor Szabo nach Wangen gereist – in Julian Graf war ein weiterer wichtiger Mehrkämpfer verletzt. Am Boden, einem der Paradegeräte der Monheimer, ging es für die TG darum, den Abstand möglichst gering zu halten. Mit starken Übungen – auch wenn noch nicht alle Schwierigkeiten gezeigt wurden – hielt Wangen dagegen und zeigte sich mit dem 1:6 am ersten Gerät sehr zufrieden.

Danach folgte eine überragende Leistung am Pauschenpferd. Alle vier TG-Turner kamen ohne Absteiger durch ihre Übungen und profitierten von Schwächen ihrer Gegner. Mit 10:2 ging das zweite Gerät an Wangen/Eisenharz. Einen starken Eindruck an seinem Paradegerät hinterließ Moritz Mittmann, der nach seiner Kapselverletzung vor zwei Wochen erst im Abschlusstraining am Freitag grünes Licht für seinen Einsatz gegeben hatte.

Monheim schlug aber an den Ringen zurück und ging wieder in Führung. Dabei profitierten die Gäste von Unsicherheiten und dadurch höheren Abzüge der Allgäuer. Nach den ersten drei Geräten führte Monheim mit 16:14. Trotz des kleinen Rückstands war die Euphorie bei den Turnern und den Zuschauern in der Halle deutlich zu spüren. Alle hofften auf den ersten Heimsieg in der renovierten Ebnethalle. Einen leichten Dämpfer brachte allerdings das Ergebnis am Sprung. Monheim entschied die ersten zwei Duelle mit den schwierigeren Sprüngen für sich. Als nach einem Sturz von Jakob Hölz auch das dritte Duell verloren ging, war der Vorsprung der Gäste auf 13 Punkte angewachsen. Mit seinem bisher besten Wettkampfsprung holte Manuel Drechsel im letzten Duell vier Scorepunkte und hielt sein Team im Wettkampf.

Nervenstark am Barren

Nervenstark zeigte die TG dann eine starke Leistung am Barren. Alle vier Turner von Wangen/Eisenharz kamen ohne Fehler durch ihre Übungen und holten sich das fünfte Gerät mit 9:3. Somit ging es mit einem Rückstand von zwei Punkten ans Königsgerät, das Reck. Ziel war es, mit stabilen Übungen am Anfang Druck auf die Monheimer aufzubauen. Hannes Müller und Felix Kimmerle machten ihre Sache gut und zeigten keine Nerven. Sie brachten ihr Team erstmals seit den Ringen wieder in Führung. Elias Ruf zeigte im dritten Duell seine Klasse und konterte die Vorlage der Monheimer mit einer fehlerfreien Übung und baute die Führung auf fünf Punkte aus. Im letzten Duell musste Manuel Drechsel im Duell gegen den stärksten Monheimer das Gerät einmal verlassen, brachte seinen Doppelsalto gestreckt aber in den Stand. Dann begann das große Zittern: Sieg oder Unentschieden? Als die Wertung (vier Scorepunkte für Monheim) bekannt gegeben wurde, kannte die Freude in der Ebnethalle keine Grenzen. Die TG Wangen/Eisenharz rettete einen Punkt Vorsprung ins Ziel.

Durch den unerwarteten Heimsieg verschaffte sich die TG für die anstehenden Duelle gegen die anderen Abstiegskandidaten eine sehr gute Ausgangsposition. Wichtig war auch die Tatsache, dass es der Mannschaft gelungen ist, nach der deutlichen Niederlage in Unterföhring und trotz der Unsicherheiten wegen der Hallenrenovierung vor dem Wettkampf, sich voll auf den Wettkampf zu konzentrieren. Dies macht Hoffnung auf den weiteren Saisonverlauf.

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