Silvesterknallerei mit Schreckschusspistole fällt aus

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Ein Mann stand wegen unerlaubtem Besitz und unerlaubtem Verbringen von Munition vor Gericht.
Ein Mann stand wegen unerlaubtem Besitz und unerlaubtem Verbringen von Munition vor Gericht. (Foto: DPA/Peter Steffen)
Vera Stiller
Redakteurin

Wegen „unerlaubtem Besitz und unerlaubtem Verbringen von Munition“ wurde jetzt ein Mann aus dem Großraum Wangen am hiesigen Amtsgericht verwarnt und zu einer Geldstrafe unter Vorbehalt verurteilt. Zudem muss er 250 Euro an den Förderverein „Freunde der Martinstorschule“ zahlen.

Anders als geplant fiel für den 61-jährigen Mann das Silvesterfest aus. Die 100 Patronen für seine Schreckschusswaffe, die er in Österreich Tage zuvor erworben hatte und mit deren Knallerei er das neue Jahr willkommen heißen wollte, wurden ihm an der Grenze wieder abgenommen und ein Verfahren eingeleitet. Denn: Wer im schönen Nachbarland nach deren Bestimmungen die Sachen erlaubnisfrei einkauft und sie dann nach Deutschland mitnimmt, macht sich strafbar.

„Wir wollten ursprünglich nach Lindau ins Casino, haben dann aber Bregenz angesteuert“, erzählte der Angeklagte und führte weiter aus: „Beim Bummel auf dem Weihnachtsmarkt sind wir an einem Waffenladen vorbeigelaufen. Dort haben wir dann verschiedene Silvesterknaller und auch Munition gekauft.“ Wie der erklärte Sportschütze zu seiner Entschuldigung anführte: „Man kann sie dort in jedem Laden kaufen. Wie überhaupt in vielen Ländern.“ Und er setzte noch eins drauf: „Die Munition wird ja sogar in Ulm hergestellt!“

„Trotzdem schönes Feuerwerk!“

Dass ihm die deutschen Bestimmungen nicht bewusst gewesen seien, wollte ihm der Richter am Amtsgericht nicht abnehmen. Er hielt dem Angeklagten vor: „Es geht hier um verbotene pyrotechnische Munition. Dass es diese nicht in Deutschland gibt, ist bekannt.“ Trotzdem wollte der Richter die Angelegenheit „nicht so hoch hängen“. Eine Rakete, die man in die Flasche stecke, mache ebenso „Bumm!“ wie eine Patrone in einer Schreckschusspistole. Dennoch gebe es nun einmal das Waffengesetz.

Die Frage, ob denn das Silvesterfest getrübt gewesen sei, wurde vom Angeklagten so beantwortet: „Es gab trotzdem ein schönes Feuerwerk!“

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