Sanierung der Wangener Realschule dauert länger als geplant

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Wenn am Montag die Wangener Realschüler ins neue Schuljahr starten, werden sich viele in den ersten Wochen etwas umstellen müssen. Der Grund: Die energetische Sanierung des 80er-Jahre-Erweiterungsbaus und der neue Boden für die Ebnethalle dauern länger als geplant. Die Folge: Mehr Sport im Freien, drei Wanderklassen und Unterricht in noch nicht fertiggestellten Klassenzimmern.

Auf den Fluren des Realschul-Erweiterungsbaus stapeln sich Freitagmittag Tische, Gerätschaften und grüne Stühle, in den Klassenzimmern das Baumaterial. Die meisten Fenster sind zwar eingesetzt, doch abgedichtet oder vollständig verglast sind sie nicht. Die staubige Luft riecht nach Arbeit, die dieser Tage auf Hochtouren läuft. Doch alle Mühe der vergangenen Wochen war zu wenig: Die Sanierung des Realschul-Gebäudes wird in den Unterrichtsräumen bis zum Schulstart nicht abgeschlossen sein. „Die Maßnahmen haben eine Größenordnung, da reichen sechs Wochen einfach nicht aus“, sagt Stefan Lontzek vom städtischen Bauamt.

Drei Klassen an Lindauer Straße

Das Gerüst für die 1,8 Millionen Euro teure, energetische Sanierung des 80er-Jahre-Erweiterungsbaus steht seit dem Frühjahr, die Dachsanierung wurde bereits abgeschlossen. Seit Beginn der Sommerferien werden die Fenster ausgetauscht. Dies ist bei den zehn Klassenräumen in den beiden Obergeschossen bereits passiert, in den vier Zimmern im UG aber noch nicht. Um den Unterricht bis zur Fertigstellung der Räume Anfang Oktober sicherzustellen, mussten die Schule, die wegen gestiegener Schülerzahlen sowieso aus allen Nähten platzt, und die Stadt improvisieren.

Maßnahme eins: Es werden in den kommenden Wochen drei neunte Klassen in das Gebäude der Jugendmusikschule an der Lindauer Straße ausgelagert. Die dortigen Räumlichkeiten hatte bis zum vergangenen Schuljahr das Rupert-Neß-Gymnasium genutzt, wegen der ebenfalls länger dauernden Sanierung des Altbaus. Das RNG kann ab September jedoch auf das gesamte Gebäude der früheren Anton-von-Gegenbaur-Schule zugreifen, da diese Werkrealschule aufgelöst wurde.

Neuer Hallenboden ist orange

Maßnahme zwei: Um alle 14 Klassenzimmer in den kommenden Wochen fertigzustellen, werden immer zwei Räume für jeweils drei Tage gesperrt, so dass vor allem die älteren Jahrgänge innerhalb der Schule wandern müssen. In dieser Zeit werden die Fenster abgedichtet, die Fensterbänke eingebaut, Deckenanschlüsse vorgenommen und neue Belüftungsanlagen, die ein Jahr erprobt wurden, angeschlossen.

Bedenken, dass der Unterricht in den „unfertigen“ Klassenzimmern leidet, haben Stefan Lontzek und Heiko Kloos nicht. „Der Unterricht ist nicht beeinträchtigt, es gibt auch unter dem Sicherheitsaspekt keine Probleme“, sagt der Schulleiter. Und blickt bereits voraus: Bis zum Ende der Herbstferien sollen auch die Fenster in der Aula ausgetauscht sein. Mit der Außenfassade soll dann die energetische Sanierung bis Anfang Dezember abgeschlossen sein. Damit verschwindet auch das Gerüst.

Doch nicht nur die Sanierung des Erweiterungsbaus dauert länger, auch der rund 180 000 Euro teure Einbau eines neuen Bodens in der Ebnethalle verzögert sich. Seit Ende Juli laufen hier die Arbeiten: Der Untergrund wurde gedämmt, neue Hülsen und eine neue Unterkonstruktion wurden eingebaut. Somit wird die Ebnethalle künftig den gleichen Schwingboden wie die Argensporthalle haben. Auch die Farbe ändert sich: Aus grün wird orange. Bis die künftig grauen Prallwände erneuert und die ganzen Linien eingezeichnet sind, wird es jedoch noch zwei weitere Wochen dauern. „Wir haben die Zusage, dass wir die Ebnethalle am 24. September wieder nutzen können“, sagt Heiko Kloos. „Insofern ist der Kunstrasen als alternative Sportstätte für uns jetzt Gold wert.“ Vereine, die die Ebnethalle nutzen, werden in den kommenden zwei Wochen jedoch umdisponieren müssen.

Nächste Baustellen warten schon

Nach der Baustelle ist für den Schulleiter jedoch vor der Baustelle. „Ich sehe dieses Schuljahr als Auftakt für eine Reihe von Neubau- und Sanierungsmaßnahmen an der Realschule“, so Kloos weiter. Nächstes Projekt ist bekanntlich der Erweiterungsbau westlich des Hauptgebäudes. Er soll während der geplanten Grundsanierung der Schulgebäude für die nötige Flexibilität sorgen und schafft laut Kloos „auch die Gelegenheit, den Eingangsbereich neu zu gestalten“. Stefan Lontzek hofft auf den nötigen Baubeschluss noch in diesem Herbst, Baubeginn für das Gebäude mit zehn Klassenzimmern könnte dann bereits im Sommer 2019 sein.

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