Im Planspiel „Festung Europa?“ beschäftigten sich die Schüler der Jahrgangsstufe 2 des Rupert-Neß-Gymnasiums mit der Flüchtings
Im Planspiel „Festung Europa?“ beschäftigten sich die Schüler der Jahrgangsstufe 2 des Rupert-Neß-Gymnasiums mit der Flüchtingsfrage. (Foto: Prasser)
Sonja Prasser

Wie lässt sich die Flüchtlingsdebatte in Europa lösen? Mit dieser Frage haben sich die Schüler der Jahrgangsstufe 2 des Rupert-Neß-Gymnasiums im Planspiel „Festung Europa?“ beschäftigt.

Die RNG-Fachschaft Gemeinschaftskunde hatte dieses Planspiel unter anderem deswegen organisiert, weil die Studienfahrt dieses Jahr nicht auf den gewohnten Termin fällt und sie deshalb die Chance nutzen wollte, den Schülern die Thematik der Asylpolitik besser zu vermitteln. Dafür simulierten sie einen Sondergipfel des Europäischen Rats mit verteilten Rollen.

Am Anfang teilten sich die Schüler in Mitgliedstaaten der Europäischen Union, Journalisten, sowie Präsidenten der Europäischen Kommission und des Europäischen Rats auf. Danach bekam jeder Staat Redezeit, um dessen Standpunkt in Sachen Asylpolitik darzustellen. Darauf folgten mehrere Diskussions- und Beratungsrunden sowie Beiträge der Journalisten.

Zwei Koalitionen bildeten sich in der Diskussion heraus

Besonders kontrovers waren Themen wie die Grenzschließungen, der Erhalt des Dublin-Verordnung oder die Einführung eines Quotensystems und der Ausbau der Grenzschutzorganisation Frontex.

Für ersteres setzten sich vor allem Staaten wie Ungarn oder Österreich ein, bei letzterem waren unter anderem Schweden und Deutschland die Befürworter. Ungarn sagte beispielsweise: „Wir wollen unsere Außengrenzen schützen und jeder sollte selbst sein Problem für sich lösen.“ Das widersprach dem Streben anderer Staaten, die eine gesamteuropäische Lösung als Ziel hatten.

„EU-Rat“ findet eine gemeinsame Lösung

Nachdem sich zwei Koalitionen gebildet hatten, die sich auf Anraten der Präsidenten der Europäischen Kommission und des Europäischen Rats bei den Beratungsrunden immer mehr zusammenfanden, begann die dritte und letzte Sitzungsrunde.

In dieser Runde fand sich schließlich, unter anderem durch den Einsatz Portugals, eine Lösung. Diese wurde im „Europäischen Rat“ einstimmig beschlossen . Die erarbeitete Lösung sieht eine Quotenregelung vor, bei der ein Gesamtbeitrag eines Staates anhand von Bevölkerungsanzahl, Wirtschaftskraft sowie Arbeitslosenrate prozentual festgelegt wird. Danach darf jeder Staat selbst entscheiden, in welcher Form er seinen Beitrag leistet – entweder durch Zahlung von Geldern oder durch die Aufnahme von Asylbewerbern.

Außerdem einigte sich der simulierte Rat darauf, Frontex weiter ausbauen zu wollen und den Schengen-Raum zu wahren.

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