Rasenmähertraktorrennen: Nie war Gewinnen in Leupolz schwerer

Lesedauer: 6 Min
Der „Große Preis von Leupolz“ lockt mehr als 1000 Zuschauer
Wangen im Allgäu (oder Leupolz?) – 16 Teams, ein 550 Meter langer Parcours, 60 Minuten – das sind die äußeren Bedingungen des sechsten Rasenmähertraktorrennens in Leupolz. Angelehnt ist es an die Regeln der „großen“ Formel eins – und die meisten der 1000 Zuschauer fühlten sich auch bei einem „großen“ Rennen, bei dem der Spaß nicht zu kurz kam. Von der Fahrerpräsentation bis zum vorausfahrenden Pace-Car war alles enthalten, was man sich als Zuschauer von einem Rennen so wünscht. Und natürlich ging es auch auf der Strecke eng her. Am Ende siegte das Ankenreutener Geröllheimer Team mit der Startnummer 13, das den Kurs 42 Mal umrundete. Manuel Reissle und Frank Rilling starteten bereits als Trainingsschnellste, übernahmen zunächst die Führung und mussten sie dann dem Tettnanger Imanuel Schramm (NUMMER ACHT) überlassen, der in der 34. Runde mit Getriebeschaden ausfiel.
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Wer sehen möchte, wie das Rasenmähertraktorrennen aus der Perspektive eines Rennfahrers aussieht, hat die Möglichkeit, bei Ralf Mangold „mitzufahren“. Sein Video ist auf Youtube eingestellt. Bewegtbilder zum Rennen gibt es zudem im Lauf des Montags unter www.schwäbische.de und Wangen.

Ergebnis: 1. Geröllheimer Team 1 (Manuel Reissle/Frank Rilling), 42 Runden, 1:00:53.23 Stunden; 2. Rasenrowdies 1 (Daniel von Bank/ Daniel Köberle), 42, 1:01:49.38; 3. Oberschwabenschau (Lorenz Geiger/Roland Allgaier), 41, 1:01:11.95; 4. Grüne Welle (Lukas Knill/ Andreas Kolb), 40, 1:01:06.81; 5. Green Hornet (Matthias Schmid/Thomas Schmid), 39, 1:00:54.05; 6. Rasenrowdies 2 (Alexander Köder/Markus Vollmer), 39, 1:0136.58; 7. Greenfighter (Ralf Mangold/Yanik Nadig), 39, 1:01:56.36; 8. Rennschnecken (Horst Frei), 38, 1:00:52.60; 9. Allgäu-Power (Michael Reutemann/ Robert Bollerhey), 38, 1:01.10.50; 10. Rasenrowdies 3 (Imanuel Schramm), 34 Runden, 46:38.713 Stunden; 11. Wiesenflitzer Hagebuchen (Nicolas Kneer/ Bernd Schiffmann), 25, 48:30.311; 12. Geröllheimer Team 2 (Julian Abel/ Agim Halitay), 23, 1:01:57.76; 13. Greenhorns 1 (Heiko Metz), 15; 27.40.485; 14. Crossvoder (Martin Höpperle/Anton Fischer), 12, 19:46.849, 15. Team Kehrwoche/Ursula (Benny Müller/ Tobias Meyer), 16. Greenhorns 2 (Stefan Fischer/Sascha Münch). Schnellste Runde: Imanuel Schramm, 1:14.593 (entspricht 18,82 km/h). (swe)

Beste Verhältnisse herrschten beim sechsten Rasenmähertraktorrennen der Musikkapelle Leupolz beim „Großen Preis von Leupolz“ am Samstag. Beste Verhältnisse? Zwar dürfte das sonnige Frühherbstwetter den mehr als 1000 zahlenden Zuschauern gefallen haben, für die 16 startenden Teams hatte es auf dem 550-Meter-Parcours aber durchaus Tücken. Den Siegerpokal mit nach Hause nahm am Ende das „Geröllheimer-Team“, nachdem Vorjahressieger Imanuel Schramm lange führte und eine knappe viertel Stunde vor Rennende ausfiel.

„Ein Rennen geht halt immer eine Stunde lang“, stellte Sieger Manuel Reissle fest, nachdem die schwarz-weiße Zielflagge gefallen war. Eine Weisheit, die in den Ohren von Imanuel Schramm fast wie Hohn klingen musste. Zwar übernahmen Manuel Reissle und Frank Rilling als Trainingsschnellste und von der Pole-Position aus zunächst die Führung, wurden dann aber von Imanuel Schramm an der Spitze abgelöst. Der Tettnanger fuhr alleine und ohne „Ablösung“ auf dem Traktorsitz. Runde um Runde baute er seine Führung aus. Bis zu jener 34. Runde, als plötzlich der Traktor nicht mehr wollte und auch mit intensiven Bemühungen nicht zum Weiterfahren zu überzeugen war. „Getriebeschaden“ stellte Schramm im Nachhinein fest. Zwei Runden Vorsprung waren hin, Rilling zog am stehenden Schramm vorbei. Die Führung gaben Reissle/Rilling von da an nicht mehr ab und fuhren sie kontrolliert nach Hause. Auf den Plätzen dahinter gab es aber noch einige Positionswechsel. Das Oberschwabenschau-Team schaffte es sogar, vom letzten Startplatz aus letztlich noch auf Rang drei vorzupreschen.

„Es wird knallhart werden“

„Es wird knallhart werden, ein Rennen, das alles in sich hat“, prognostizierte Moderator Klaus Feuerstein schon im Vorfeld. Genau so war es. Die lange Trockenheit brachte mit sich, dass sich die 20 PS-Renngefährte schnell in den Boden fraßen, das ausgefahrene Material neben der Spur für viele ungewollte Bremswirkungen bedeutete. Die anfänglich schnellen Rundenzeiten schwanden. Material und Fahrer kämpften mit der immer tiefer werdenden Fahrstrecke und der nachlassenden Kraft. „Die Überrundungen sind heute die eigentliche Herausforderung“, kommentierte Feuerstein das sechste Rasenmähertraktorrennen. Und: „Das ist heute ein Rennen, wie es es so in Leupolz noch nie gegeben hat.“

So manch einem spielte die Technik einen Streich. Manche kamen auch nur mit zwei Rädern um die Kurve oder benötigten nach einem in die Strohballen führenden Manöver die Hilfe der Streckenposten. Dennoch hatten die Zuschauer ihre Freude an den außergewöhnlichen „Rennmaschinen“ – und das Rennen sah mit Reissle/Rilling vom Geröllheimer Team einen verdienten Sieger. „Das war nicht einfach hier, die Piste nicht angenehm und das Überholen sehr schwer“, stellte Frank Rilling nach 60 Minuten Rennzeit fest. Für die Ankenreutener Reissle/Rilling war es der erste Sieg in Leupolz.

Mit der von 250 zahlenden Gästen besuchten und stimmungsvollen Vollbrass-Party am Freitag und einem wie bei der Formel eins aufgezogenen Ablauf am Samstag mit Training, Qualifying, dem vorne weg fahrenden Pace-Car und vielem mehr fühlten sich viele wirklich wie beim von Feuerstein so bezeichneten „GP von Leupolz“. Interessant auch: die Fahrervorstellung in der Halle. Hier gab es mehr zu erfahren über die zweckentfremdeten Traktoren, die mit dem Original inzwischen nur noch wenig gemein haben. Jedes Team hat seine eigenen Spezialitäten und Ideen, die mit viel Aufwand umgesetzt werden und mal mehr oder weniger im Rennverlauf zur Geltung kommen. Vollgas war in jedem Fall auch 2018 wieder angesagt.

Wer sehen möchte, wie das Rasenmähertraktorrennen aus der Perspektive eines Rennfahrers aussieht, hat die Möglichkeit, bei Ralf Mangold „mitzufahren“. Sein Video ist auf Youtube eingestellt. Bewegtbilder zum Rennen gibt es zudem im Lauf des Montags unter www.schwäbische.de und Wangen.

Ergebnis: 1. Geröllheimer Team 1 (Manuel Reissle/Frank Rilling), 42 Runden, 1:00:53.23 Stunden; 2. Rasenrowdies 1 (Daniel von Bank/ Daniel Köberle), 42, 1:01:49.38; 3. Oberschwabenschau (Lorenz Geiger/Roland Allgaier), 41, 1:01:11.95; 4. Grüne Welle (Lukas Knill/ Andreas Kolb), 40, 1:01:06.81; 5. Green Hornet (Matthias Schmid/Thomas Schmid), 39, 1:00:54.05; 6. Rasenrowdies 2 (Alexander Köder/Markus Vollmer), 39, 1:0136.58; 7. Greenfighter (Ralf Mangold/Yanik Nadig), 39, 1:01:56.36; 8. Rennschnecken (Horst Frei), 38, 1:00:52.60; 9. Allgäu-Power (Michael Reutemann/ Robert Bollerhey), 38, 1:01.10.50; 10. Rasenrowdies 3 (Imanuel Schramm), 34 Runden, 46:38.713 Stunden; 11. Wiesenflitzer Hagebuchen (Nicolas Kneer/ Bernd Schiffmann), 25, 48:30.311; 12. Geröllheimer Team 2 (Julian Abel/ Agim Halitay), 23, 1:01:57.76; 13. Greenhorns 1 (Heiko Metz), 15; 27.40.485; 14. Crossvoder (Martin Höpperle/Anton Fischer), 12, 19:46.849, 15. Team Kehrwoche/Ursula (Benny Müller/ Tobias Meyer), 16. Greenhorns 2 (Stefan Fischer/Sascha Münch). Schnellste Runde: Imanuel Schramm, 1:14.593 (entspricht 18,82 km/h). (swe)

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