Raimund Haser ist der Favorit

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Auf Plakatwänden an der B 32 in Wangen werben die Parteien um die Gunst der Wähler. Die Frage ist aber nicht nur, wer künftig di
Auf Plakatwänden an der B 32 in Wangen werben die Parteien um die Gunst der Wähler. Die Frage ist aber nicht nur, wer künftig di (Foto: Sreenshot: Albrecht)
Redaktionsleiter

Bei der Landtagswahl am 13. März entscheiden die Bürger darüber, wer künftig die Regierung stellt. Durch ihre Kreuze auf den Stimmzetteln legen sie aber auch fest, welche Kandidaten aus dem hiesigen Wahlkreis Wangen-Illertal den Sprung nach Stuttgart schaffen. Klarer Favorit auf das Direktmandat ist Raimund Haser (CDU). Aber auch Petra Krebs von den Grünen darf sich sehr gute Chancen ausrechnen.

Wer einen Blick auf die Ergebnis-Historie des Wahlkreises 68 wirft, dem wird schnell klar, dass die CDU erneut die größte Aussicht hat, das Direktmandat zwischen dem Illertal und Wangen zu gewinnen. Denn noch nie ist es einer anderen Partei gelungen, die hiesige CDU-Vormacht zu brechen. Und noch nie hat es seit 1976 darüber hinaus ein Bewerber einer anderen Partei in den Landtag geschafft (siehe Kasten).

CDU-Vorsprung ist im Allgäu meist größer

Auch wenn die Umfragen für die CDU seit Längerem für den 13. März landesweit erneut Stimmenverluste voraussagen, dürften Raimund Hasers Chancen nach der gewonnenen Nominierung dennoch groß sein, Paul Locherer auch als Landtagsabgeordneter zu folgen. Denn die Christdemokraten haben in Baden-Württemberg nach wie vor die Nase vorn. Und im Raum Wangen waren deren Abstände zu den nachfolgenden Parteien zumeist größer als im Landesschnitt.

Nach neuesten Umfragen sehen die Verhältnisse so aus: Die CDU käme im Land auf gut 33 Prozent der Stimmen, die Grünen liegen hier zwischen 26 und 28 Prozent. Eine etwas ältere Erhebung des Wochenmagazins „Stern“ vom 15. Dezember hat die Besonderheit, dass in einem Forschungsprojekt von Studenten die Ergebnisse auf die 70 Wahlkreise heruntergebrochen wurden.

Dabei kam heraus, dass Haser mit einem Wahlkreisergebnis von 43,5Prozent zwar die meisten Stimmen auf sich vereinigen könnte und das Direktmandat holt. Und auch bei einem besseren CDU-Ergebnis als im Landessschnitt bliebe es so. Allerdings würde laut „Stern“ auch Petra Krebs in den Landtag einziehen. Sie käme im Raum Wangen-Illertal auf 26,7 Prozent. Damit würde sie das Ergebnis von Bernd Zander aus dem Jahr 2011 verbessern, der damals mit 22,4 Prozent nur knapp am Einzug in den Landtag scheiterte.

Dass Krebs es jetzt schaffen könnte, hat auch mit dem komplizierten Wahlsystem zu tun. Zwar haben die Wähler nur je eine Stimme, aber jedes Votum wird zweimal gezählt. Einmal bei der Persönlichkeitswahl: Das heißt, der Kandidat mit den meisten Stimmen kommt in den Landtag. Ein zweites Mal aber wie bei einer Verhältniswahl. Dabei wird über die prozentuale Zusammensetzung des Landtags entschieden. Dies bedeutet: Die übrigen Sitze, die dabei einer Partei zustehen, gehen an die örtlichen Bewerber, die im Wahlkreis nicht die relative Mehrheit erreicht haben, aber im Verhältnis zu den übrigen Wahlkreiskandidaten ihrer eigenen Partei im jeweiligen Regierungsbezirk (hier: Tübingen) am besten abgeschnitten haben. Und dabei sieht die Dezember-Umfrage Petra Krebs im Landesparlament.

Kandidaten aller anderen Parteien bleiben draußen

Nicht allerdings die Kandidaten der anderen Parteien. Die SPD mit Christian Röhl käme im Wahlkreis auf 13Prozent. Die seither landesweit in den Umfragen gewachsene AfD mit Friedrich-Thorsten Müller auf 6,1Prozent, und die FDP schafft es in den Landtag, landet im hiesigen Wahlkreis aber nur bei 3,4 Prozent. Sämtlichen Umfragen ist gemein, dass alle anderen Parteien an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

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