Psychisch Kranke soll Partner im Schlaf erstochen haben

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Wegen eines Tötungsdelikts in Wangen ermittelt die Polizei.
Wegen eines Tötungsdelikts in Wangen ermittelt die Polizei. (Foto: Stephan Jansen)
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Eine 51-jährige, offenbar psychisch kranke Frau steht in dringendem Verdacht, in der Nacht zu Donnerstag in Wangen ihren 58-jährigen Lebensgefährten durch zahlreiche Messerstiche im Schlaf umgebracht zu haben. Nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Polizei geschah die Tat gegen 2 Uhr im gemeinsamen Bett des Paares. Wie die Polizei auf Nachfrage erklärte, wohnten beide in einem Mehrfamilienhaus.

Nach der Tat verständigte die Frau laut beider Behörden die Polizei per Notruf selbst und ließ sich von den daraufhin eintreffenden Beamten widerstandslos festnehmen. Zu diesem Zeitpunkt habe sich die 51-Jährige „vermutlich“ in einem „psychischen Ausnahmezustand“ befunden, wie es in einer ersten Erklärung am Vormittag hieß.

Frau ersticht ihren Partner im Schlaf
Eine 51-Jährige Frau steht in dringendem Tatverdacht, ihren Lebensgefährten in der Nacht in Wangen erstochen zu haben. Nach der Tat verständigte sie selbst die Polizei und ließ sich festnehmen.

Am frühen Nachmittag erfolgte dann die richterliche Anhörung der Frau in einem psychiatrischen Krankenhaus, wie Staatsanwaltschaft und Polizei um kurz nach 16 Uhr ergänzten. Dabei erhärtete sich der Verdacht, dass die 51-Jährige offenbar krank ist. Denn der zuständige Richter erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft keinen Haft-, sondern einen Unterbringungsbefehl gegen sie. Dies ist nach Paragraf 126 Strafprozessordnung möglich, wenn „dringende Gründe“ vorhanden sind, dass „jemand eine rechtswidrige Tat im Zustand der Schuldunfähigkeit oder verminderten Schuldfähigkeit begangen hat“. Näheres zur Art der mutmaßlichen psychischen Erkrankung der Frau gaben die Behörden aber nicht bekannt.

Die Ermittlungsarbeit in dem Fall begann noch in der Nacht, als der Kriminaldauerdienst die Arbeit aufnahm. Das zuständige Kriminalkommissariat Ravensburg, welches die weitere Sachbearbeitung übernommen hatte, war zunächst mit mehreren Ermittlungsbeamten sowie der Kriminaltechnik im Einsatz, hieß es in der ersten Erklärung von Staatsanwaltschaft und Polizei am Vormittag. „Da ist alles unterwegs, was Beine hat“, erklärte eine Vertreterin der Staatsanwaltschaft auf Nachfrage.

Mord und Totschlag in der Region

Wegen des psychischen Zustands der Frau war am Donnerstagvormittag zunächst noch unklar, ob sie im Tagesverlauf überhaupt dem Haftrichter vorgeführt werden konnte. Dieses hätte, laut Gesetz, allerdings spätestens am Freitag geschehen müssen.

Letzte Klarheit über die genaue Todesursache des 58-jährigen Mannes soll jetzt eine von der Staatsanwaltschaft beantragte Obduktion ergeben.

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