Platz der Neuen Mitte wird am 12. Mai eingeweiht

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Schwäbische Zeitung
Vera Stiller
Redakteurin

Der erste Bürgerspaziergang dieses Jahres über das Gelände der Landesgartenschau 2024 hat großes Interesse gefunden. 95 Teilnehmer machten sich mit Oberbürgermeister Michael Lang auf den Weg vom Fußgängersteg bei der Gallusbrücke bis zum Erba-Areal. Der Rathauschef gab Neuigkeiten bekannt, wie die Eröffnung des Platzes der Neuen Mitte, und erläuterte die Zusammenhänge von Bekanntem. Ein Überblick.

Es war für Michael Lang eine große Freude, gleich beim ersten Mal so viele interessierte Bürger begrüßen zu können. Zweieinhalb Stunden lang führte er dann voller Begeisterung alles das vor Augen, was sich rund um die städtebaulichen und freiraumplanerischen Dinge der Landesgartenschau getan hat oder sich noch in der Planung befindet. Gleich am Treffpunkt informierte der Oberbürgermeister darüber, dass das Gebäude der Alten Feuerwehr am Aumühleweg nicht abgerissen, sondern der Landesgartenschau als Informationszentrum und „Tor“ zum Gelände dienen wird.

„Neue Mitte Erba“ wird bald eingeweiht
Wangen im Allgäu (jps) – Schritt für Schritt geht es auf dem Erba- und dem Landesgartenschaugelände voran. Jetzt steht fest: Am 12. Mai wird der Platz der „Neuen Mitte“ eingeweiht. Gleiches gilt für eine Brücke. Mehr sehen Sie hier.

Auf dem Weg zum Südring verwies Lang auf das Vorhaben, Fußgänger- und Radfahrerbereiche hüben und drüben der Argen voneinander zu trennen und sie durch zusätzliche Brücken miteinander zu verbinden. Wie er anhand zahlreicher Beispiele immer wieder bewusst machte, dass „alle Themen irgendwie zusammenhängen“, um letztendlich „Zusatzflächen für das Grün“, „attraktive Plätze“ und „große Durchlässe“ zu bekommen. Dies wurde vor allem auf der Höhe des Auwiesengeländes deutlich.

„Rohrbrücke“ wird Fußgängerbrücke

Nachdem hier die Stadt das kleine Haus hinter dem Landfahrerplatz abräumte, wurde der Zugang zu einer Brücke frei, die die Bezeichnung „Rohrbrücke“ trägt und in der Bevölkerung kaum wahrgenommen wurde. Der Grund: Sie war ausschließlich ein technisches Bauwerk, unter dem Rohre und Leitungen geführt werden. Nun wurde sie zur Fußgängerbrücke ausgebaut und soll später einmal eine Verbindung zu einem neuen Wohnquartier mit kleinen Einheiten, einem Kindergarten und Parkplätzen schaffen. Derzeit endet die Brücke noch bei der ehemaligen Stadtgärtnerei.

Um das Vorhaben verwirklichen zu können, muss der Reitverein allerdings ausgelagert werden (die SZ berichtete). OB Lang zeigte sich in dieser Angelegenheit ebenso optimistisch wie in der Frage des Hundesportvereins. Nach dessen Umsiedlung soll ein breiter Grünstreifen entlang der Argen entstehen. Auf der dahinter liegenden Anhöhe stellt sich Lang einen Aussichtsturm „als Highlight und Ausflugs-ziel“ vor. Zusammenfassend erklärte der Rathauschef: „Nur wenn wir hier bauen, können die entlang des Kanals befindlichen Baracken abgerissen werden.“ Gleichzeitig stellte er fest: „Die Maßnahme hat eigentlich nichts mit der Landesgartenschau zu tun, hebt das Gesicht dieses Gebietes aber an und komplettiert das Programm zur ‚Sozialen Stadt‘.“

Verwaltungsgebäude wirdAnlaufpunkt werden

Zunächst wird die sanierte Rohrbrücke am 12. Mai, um 14 Uhr, feierlich eingeweiht. Und das zusammen mit der Fertigstellung der „Neuen Mitte“ auf dem Erba-Areal. Wozu der sanierte Kamin ebenso gehört wie das Verwaltungsgebäude, das Anlaufpunkt für die Gartenschau-Besucher wird, aber auch jetzt schon als „Haus, wo man sich aufhalten kann“ gedacht ist. Derzeit wird das Terrain so angeordnet, dass es bis 2024 all denen als Platz für jährlich wiederkehrende Feiern dient, „die sich über den Fortschritt der Planungen, des Bauens und Gestaltens freuen“.

Grundsätzlich soll nach dem Abbruch der ehemaligen Spinnereivorbereitung der neu entstandene Freiraum zwischen der Weberei und dem Hochkanal als Fest- und Veranstaltungswiese dienen. „Auf dieser Fläche könnten auch, in Ergänzung zu den innerstädtischen Angeboten, Veranstaltungen wie Konzerte oder Open-Air-Kino stattfinden“, malte sich der Oberbürgermeister aus. Zudem ist laut Lang die Sanierung und Umnutzung des Pförtnergebäudes mit multifunktional nutzbaren Räumen für Kultur und Bildung geplant.

Möglich macht dies das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, das das Projekt unter dem Namen „Ein Platz für die Jugend und für die Begegnung der Generationen“ fördert. Dazu gehört in gleicher Weise die geplante Unterführung des Hochkanals, die einen neuen, barrierefreien Übergang zwischen der Auwiesensiedlung und dem Erba-Areal bilden soll.

Inmitten der ab Jahresbeginn angelaufenen und sichtbaren Abbrucharbeiten – vor allem werden die Hallen der Weberei wie Teile der gegenüber liegenden Spinnerei verschwinden – war sich Michael Lang sicher: „Die Landesgartenschau ist ein Hilfsmittel, um die Erba in Ordnung zu bringen. Und da macht es dann auch nichts aus, wenn bis 2024 noch nicht alle Gebäude in Schuss sind.“

In gleicher Weise äußerte sich Lang zur Alten Spinnerei. Wörtlich sagte er: „Wir haben sie noch nicht angeboten. Eine Stadt hat Zeit. Kann sein, dass die Sanierung noch vor der Landesgartenschau, aber auch erst danach geschieht.“ Ausdrücklich sprach sich Lang gegen den Begriff „Investoren“ aus und erklärte: „Wir suchen Leute, die ein Herz für die Gebäude haben.“

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