Mängelliste überwiegt das Erfolgsrezept

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Michael Fischer (rechts) und die MTG Wangen haben das erste Saisonspiel in der Württembergliga verloren.
Michael Fischer (rechts) und die MTG Wangen haben das erste Saisonspiel in der Württembergliga verloren. (Foto: Sascha Riethbaum)
Uli Coelius

MTG: Kucera, Nerger; A. Mayer (13/5), Bächle, Glatzel (je 5), Staudacher (4), M. Fischer, Plieninger (je 2), Bader, H. Fischer, E. Mayer (je 1), Geyer, Mendler, Paul – Beste TSV-Torschützen: Friedel (9), Kleefeld (8/5), Liebing (6) – Zuschauer: 500 – Rote Karte: Staudacher (MTG, 51.).

Höllisches Spektakel in der „Hölle Süd“! Die Finger leicht verbrannt, um im Bild zu bleiben, haben sich am ersten Spieltag der Württembergliga Süd dabei die Wangener Handballer. Die MTG unterlag am Samstagabend in der Argensporthalle dem Oberliga-Absteiger TSV Deizisau mit 34:36 (17:18). Insbesondere in der zweiten Hälfte produzierte der Gastgeber unter seinem neuen Cheftrainer Gabriel Senciuc einige Fehler zu viel. Ganz wichtig allerdings, dass es in dieser feurigen Partie zum Schulterschluss zwischen Mannschaft und MTG-Fans kam.

Nach dem Abpfiff im brodelnden Kessel Argensporthalle vor gut und gerne 500 begeisterten Fans – hüben wie drüben – haderten die Gastgeber um den neuen Kapitän und 13-maligen Torschützen Aaron Mayer nach einer aufopferungsvollen Vorstellung bis zur letzten Sekunde zu keiner Zeit mit dem keinesfalls sattelfesten Schiedsrichtergespann. Das wohl unbewusst seine zeitweise umstrittenen Entscheidungen eher zugunsten des Favoriten aus Deizisau traf. Bonus eines Oberligaabsteigers? Höhepunkt, wenn man so will: Die Disqualifikation von Sebastian Staudacher in der 51. Minute. „Die Schiedsrichter haben das unterschiedlich gesehen“, erklärte der neue MTG-Co-Trainer.

Sei’s drum. Kreisläufer und zwischenzeitlicher Spielgestalter Staudacher raus. Abwehr-Ass Michel Fischer nach dreimal zwei Minuten in der 49. Minute kurz zuvor vom Platz. Und mittendrin ein angeblich personell dezimierter Gegner, der im alles überragenden Keeper Alin Ilii sowie den schon ebenfalls höherklassig agierenden Protagonisten Kai-Steffen Liebing (Linkshänder), Simon Kosak (Kreis), einem wieselflinken Außen Moritz Friedel oder dem sicheren Siebenmeter-Schützen Patrick Kleefeld trotz des kleinen Kaders über wohl bessere Alternativen verfügte. „Bei Deizisau stand unglaublich viel Qualität auf dem Platz“, räumte Staudacher ein.

Schon vor Beginn hatte Gabriel Senciuc breit grinsend erklärt: „Keiner will die Favoritenrolle annehmen. Doch glauben Sie mir, Deizisau zählt dazu. Zumal wir als Wangener in der vergangenen Saison gerade noch so in der Württembergliga verblieben sind.“ Torhüter-Trainer Michael Becker brachte die turbulenten Ereignisse auf den Punkt: „Wir waren zu passiv und haben vor allem zehn Minuten nach der Pause den Anschluss verschlafen.“

Führung aus der Hand gegeben

Mit 15:12 führte Wangen sieben Minuten vor der Pause. Doch in Hälfte zwei hieß es bald 19:23 (36. Minute) und wohl entscheidend 27:32 (53.). Clever und mit, so banal es klingen mag, allen Wassern gewaschen, spulte Deizisau sein Programm herunter. Stets am Rande des Zeitspiels und körperlich bisweilen fragwürdig. Was Gästetrainer Olaf Steinke, seit mehreren Brüchen im linken Bein an Krücken, nur peripher interessiert: „Wenn es sein muss, werden wir nachlegen“, sagt der 52-Jährige. Kein Thema in Wangen, weil finanziell schlichtweg ein No-Go.

Vielmehr soll die Mängelliste, die gegen Deizisau um einiges länger war als das Erfolgsrezept, vor dem Derby am Samstag in Langenau sukzessive abgearbeitet werden. „Es tut natürlich weh, die ersten beiden Punkte relativ unnötig abgegeben zu haben. Verloren ist halt verloren“, gestand Aaron Mayer. Dennoch sollte Wangen, besonders über Außen mit manchen Minuszeichen versehen, den weiteren Saisonverlauf zuversichtlich angehen. Das 34:36 und respektable 34 Treffer zu Hause machen jedenfalls Mut.

MTG: Kucera, Nerger; A. Mayer (13/5), Bächle, Glatzel (je 5), Staudacher (4), M. Fischer, Plieninger (je 2), Bader, H. Fischer, E. Mayer (je 1), Geyer, Mendler, Paul – Beste TSV-Torschützen: Friedel (9), Kleefeld (8/5), Liebing (6) – Zuschauer: 500 – Rote Karte: Staudacher (MTG, 51.).

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