Dieses Foto zeigt das Titelbild des Neuravensburger Heimatkalenders für 2019.
Dieses Foto zeigt das Titelbild des Neuravensburger Heimatkalenders für 2019. (Foto: Dempe)
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Zehn Jahre ist es mittlerweile her, dass Joachim Dempe den Neuravensburger Heimatkalender herausgibt. Zehn Jahre, während derer der örtliche Fotograf seine Heimat in jahreszeitlichen Bildern festhält. Und natürlich gibt es auch im für 2019 eine Neuauflage.

Der Kalender hat sich seit 2009 durchaus verändert: Großformatig ist er zwar nach wie vor. Allerdings hat Joachim Dempe über die Jahre das Layout verfeinert und die Papierqualität verbessert, auch damit die Bilder besser zur Geltung kommen. Und seit einigen Jahren beinhaltet er auch spezielle Termine im Neuravensburger Jahreslauf – wie etwa den Narrensprung im Januar, Konzerte örtlicher Vereine und natürlich Feste und Feiern.

„Aus Anlass des Jubiläums habe ich mich besonders ins Zeug gelegt und bin etwas mutiger geworden“, berichtet Dempe über Gedanken, die hinter der Ausgabe für das kommende Jahr stehen. So will er die Betrachter ein wenig überraschen. Nachdem 2018 örtliche Gebäude einen gewissen Schwerpunkt bildeten, rückt er jetzt vor allem das Thema „Wasser“ in den buchstäblichen Fokus: Sieben der 13 Aufnahmen (inklusive Deckblatt) zeigen Gewässer in und um Neuravensburg.

Natürlich hat Joachim Dempe dabei den Neuravensburger Weiher in den Blick genommen, neben der Burgruine sicher eines der markanten Aushängeschilder der Region. Und der Kalender birgt durchaus die von Dempe versprochenen fotografischen Überraschungen: So wirkt das März-Motiv fast grafisch: Das bereits im Tauen begriffene Eis ist teilweise noch mit Schnee gepudert. Heraus gekommen ist ein auf den ersten Blick musterartiges, durch Schwarz-Weiß-Töne beherrschtes Bild, das bei näherem Hinsehen Details in sich birgt. So etwa eine Reihe von Enten und anderen Wasservögeln, die trotz großer Entfernung zwischen Fotoapparat und Tieren gestochen scharf daher kommen.

Schwer zu fotografierende Details

Der Blick fürs Detail kehrt bei Dempes Bildern stets wieder. Wer sich im April etwa die Sicht vom Ifenweg über blühende Löwenzahnfelder hinweg Richtung Burgruine anschaut, entdeckt bei genauem Hinsehen das im Sommer entstandene Storchennest auf einem Funkmasten – inklusive Meister Adebar. Oder die restaurierte Lourdesgrotte. Trotz gleißender Juni-Sonne fällt dem Betrachter unter anderem die bei diesen Lichtverhältnissen nur sehr schwer zu fotografierende Madonna in der Grotte selbst auf.

„Mut“ hat Joachim Dempe nach eigener Einschätzung hingegen zum Beispiel bewiesen, als er die in die schöne Landschaft eingebettete Burgruine im Juli von dunklen, schweren Gewitterwolken eingerahmt zeigt. Und auch hier lohnt sich der nähere Blick: nicht allein auf die letzten Sonnenstrahlen, die vor dem herannahenden Regen die Burg erleuchten, sondern auch auf den entfernten Pylon der bekannten Autobahnbrücke.

Jetzt möchte man fragen, wer im vergangenen Juli dort ein Gewitter gesichtet hat. Vermutlich niemand angesichts des heißen und trockenen Sommers. Aber Joachim Dempe hat hier im eigenen Archiv gekramt und das sehenswerte, bereits 2012 entstandene Motiv gefunden.

Ungeachtet dessen legt der Neuravensburger Fotograf ansonsten Wert auf aktuelle Bilder: Zumeist sind sie entweder 2017 oder 2018 entstanden. Dazu zählen auch zwei Weiher-Fotos (auf dem Titel und im September), die aufsteigenden Nebel zeigen – und zwar just am Morgen, wenn das Wasser zwar noch warm, die Luft aber schon kalt ist und sich entsprechende Schwaden bilden.

Landwirte werden gewürdigt

Überrascht dürfte mancher auch beim Blick auf das November-Blatt sein. Die Bäume rechts und links der Argen bei Flunau erstrahlen bunt in wunderschönem Herbstlicht. Indian Summer im Schmuddelmonat also? Dempe erklärt: „Das ist eine Folge der Klimaerwärmung.“ Denn noch bis vor wenigen Jahren konnte derlei herbstliche Pracht nur im September oder Oktober eingefangen werden, nicht aber im einst tristen November.

Joachim Dempe geht mit diesen und weiteren Neuravensburger Motiven in das elfte Kalenderjahr. Wobei er das Verdienst an den in all den Jahren eingefangenen schönen Motiven nicht allein an ihm hängt, wie er zugibt: „Das liegt an der wunderschönen Gegend.“

An der Mischung aus Bergen, Gewässern vielfältiger Art und an den durch Menschen entstandenen Schönheiten der hiesigen Kulturlandschaft. Und zu Letzteren gehören für ihn vor allem die Landwirte: „Sie leisten einen wertvollen Beitrag, dass die Landschaft so bleibt wie sie ist.“

Zumindest 2020 – und das verrät Dempe schon jetzt – wird beim Neuravensburg-Kalender allerdings nicht alles so bleiben, wie es ist. Dann nämlich begeht der Burg- und Heimatverein, mit dem die Ausgaben seit 2011 in Kooperation entstanden sind, (nachgeholt) sein 30-jähriges Bestehen. Und dann soll es im Kalender historische Neuravensburg-Motive geben – und daneben dieselben aus heutiger Sicht. Letztere aufgenommen von Joachim Dempe.

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