Im Mohrkeller dreht sich künftig alles ums Bier

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Sie bilden künftig das Stammpersonal im Mohrkeller (linkes Foto, von links): Udo Vajzovic, Andreas Häberle, Michael Ferger und A
Sie bilden künftig das Stammpersonal im Mohrkeller (linkes Foto, von links): Udo Vajzovic, Andreas Häberle, Michael Ferger und A (Foto: Fotos: Jan Peter Steppat)
Schwäbische Zeitung
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In der Wangener Gastronomieszene ist Bewegung: Der Mohrkeller in der Schmiedstraße wird ab 1. Oktober von Anton Rieg, Chef des Eisenharzer Brauhauses, geleitet. Während es dort um neues Konzept mit Bierspezialitäten geht, steht seit kurzem in der generalsanierten „Alten Kanzlei“ in der Spitalstraße das Thema Wein im Mittelpunkt (siehe Kasten unten).

Rieg übernimmt im Mohrkeller von Thomas Matheis, der sich ganz auf das im Frühjahr eröffnete Landgasthaus Klosterhof Eggenreute bei Karsee konzentrieren will. Der Braumeister verspricht in für Wangen und die Region neuartiges Gastro-Konzept: Im urigen Keller sollen künftig rund 80 Gerstensäfte angeboten werden. Craft-Biere nennen sich diese Spezialitäten, die allesamt aus kleinen, handwerklich geführten Brauereien in Deutschland und dem Ausland stammen.

Eigene Szene für Craft-Biere

Eine Idee, für die sich laut Rieg in der jüngeren Vergangenheit eine eigene Szene entwickelt hat und die er aus der Wirtschaft am Brauereistammsitz in Eisenharz mitbringt. Die dortige Wirtschaft wird indes ab dem 26.September „vorübergehend“ geschlossen, so Rieg – wohl aber mit dem Ziel den hauseigenen Biergarten in Eisenharz in den Sommermonaten aufrecht zu erhalten.

Die dortige Wirtschaft war Rieg zu klein geworden. „Wir haben ein passendes Lokal gesucht mit mehr Platz“, begründet er den Umzug nach Wangen. Beide Gastro-Betriebe parallel zu betreiben, sei personell nicht möglich, so Rieg, Chef eines Neun-Personen-Unternehmens. Zumal die 2012 gegründete Brauerei auf Wachstumskurs sei. Im Januar hat er die Kapazitäten erhöht. Im Oktober folgt ein weiterer Ausbau, sodass das Eisenharzer Brauhaus auf einen jährlichen Bierausstoß von 1200 Hektolitern kommen kann – bei bis zu 14 angebotenen Biersorten.

Den Mohrkeller nennt der neue Pächter für sein Konzept eine „Super-Location“ mit Bar, ausreichend Raum mit 50 Sitzplätzen und in zentraler Lage der Wangener Altstadt. Letztere will Rieg wieder attraktiver auch für jüngere Nachtschwärmer machen: „Wir wollen eine Lücke schließen und hoffen, auch jüngere Leute bewegen zu können, in Wangen auszugehen.“ Reizen soll die Biervielfalt, die Gäste entdecken könnten. Begleitet von Speisen wie Burgern, Wraps, Salaten, hausgemachten Chips und Pommes Frites.

Kritische Worte von Matheis

Damit ändert sich das Gastronomie-Konzept im Mohrkeller grundlegend. Denn Riegs Vorgänger Thomas Matheis hatte seit April 2014 vornehmlich auf hochwertige Speisen gesetzt. Damals begann er in dem rund 500 Jahre alten Gewölbekeller. Rund ein Jahr später übernahm er auch das Landgasthaus Klosterhof in Eggenreute. Während es dort nach eigener Aussage wegen „anderer Möglichkeiten“ rund läuft, hält er im Mohrkeller keinen ganzjährigen Betrieb als Speiserestaurant nicht für rentabel. Vor allem die Sommermonate hätten Umsatzeinbrüche mit sich gebracht. Zudem habe sich gezeigt, dass die Klientel für eine auf Speisen basierende Abendgastronomie in der Stadt „überschaubar“ sei. „Wir hatten uns eigentlich mehr erwartet vom Standort Wangen. Die Nachfrage nach etwas anderer Küche ist nicht so, wie man denkt“, so Matheis.

Vom Konzept seines Mohrkeller-Nachfolgers Anton Rief hält der Gastronom allerdings eine Menge. Derartiges gebe es in Wangen bislang nicht. Rief verleihe der Stadt eine „zusätzliche gastronomische Farbe“.

Der Mohrkeller hat ab 1. Oktober dienstags bis samstags von 18 bis 1 Uhr geöffnet. „Am Wochenende kann es auch mal länger gehen“, so Anton Rieg. Neben dem regulären Barbetrieb plant er Veranstaltungen wie House-Partys oder das aus Eisenharz bekannte Oktoberfest am 10.10.

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