Jeden Montagmorgen rückt der Entsorger mit einem Maschinen- und Fuhrpark im Wertstoffhof beim Bauhof an, um das Grüngut abzufah
Jeden Montagmorgen rückt der Entsorger mit einem Maschinen- und Fuhrpark im Wertstoffhof beim Bauhof an, um das Grüngut abzufahren. (Foto: Archiv: stadt)
Schwäbische Zeitung

Das gehört in den Grünmüll

Laut der beauftragten Entsorgungsfirma Schmid gehören nur diese Dinge in den Grünmüll:

- Äste, Tannenreisig, Sträucher mit überwiegendem Holzanteil und einer maximalen Stammdichte von 15 Zentimetern

- Nur kleine Wurzelstöcke von Heckenpflanzen oder Stauden bis 40 Zentimeter Umfang ohne viel Erdanhaftung

- Laub und Rasenschnitt (sz)

Plastik, Keramik und andere Fremdstoffe: In den Gartenabfällen auf dem Wangener Bauhof landen auch in diesem Jahr wieder Dinge im Grünmüll, die dort definitiv nicht hingehören. Die Entsorgerfirma hat nun Alarm geschlagen, wie die Stadt mitteilt. Denn im Extremfall können die Plastikteile auf den Feldern landen.

Kaum zu glauben: Die Medien sind in den vergangenen Monaten voll von Berichten über Plastik, das auf Äckern und in Gewässern landet und damit die Umwelt und den Menschen gefährdet. Trotzdem scheinen es laut Stadt manche Bürger bei der Sortierung ihres Grünmülls nicht allzu genau zu nehmen. Das jedenfalls sei der Befund aus den vergangenen sechs Wochen. Insbesondere Plastikprodukte fänden sich zwischen Zweigen und anderem Gartenabfall.

„Es ist wie im vergangenen Jahr auch“, sagt Detlef Huber, der im Steueramt für das Abfallthema zuständig ist. Laut städtischer Mitteilung belegt die Entsorgerfirma damals wie heute die Müllsünden und die Herkunft des Materials. „Das sind keine Kleinigkeiten“, sagt Huber. Im Material würden beispielsweise Plastikflaschen, Tüten, Blumentöpfe gefunden, auch Wurstpellen und Sektkorken seien dabei. Der Grünmüllabnehmer jedoch könne nur saubere Ware weiterverarbeiten.

Was das heißen kann, zeige ein Fall von vor zwei Jahren: Damals seien Plastikteile im Grünmüll nicht bemerkt worden. Die Folge: Sie seien geschreddert bei einem Landwirt auf dem Feld gelandet. Der Nachbar dieses Bauern habe dann mit einer Anzeige wegen illegaler Müllentsorgung gedroht. So habe der Entsorger drei Mann losgeschickt, um das Plastik in stundenlanger, mühsamer Arbeit von Hand einsammeln zu lassen.

Solche sinnlosen Arbeitseinsätze sollen nun vermieden werden. Über rund zwölf Jahre, seit die Stadt Wangen den Grünmüll von der Firma Hans Schmid in Tettnang entsorgen lässt, seien sie nicht erforderlich gewesen. Seit dem vergangenen Jahr würden sich diese Fälle aber häufen, wie Detlef Huber betont.

Jeden Montag gegen 7.30 Uhr rücke der Entsorger mit einem stattlichen Maschinen- und Fuhrpark im Wertstoffhof beim Bauhof an, um das Grüngut abzufahren. Damit der organische Abfall eng zusammengeht und leicht transportiert werden kann, werde er vor Ort geschreddert und dann zur Deponie nach Obermooweiler auf die Waage gefahren. Anschließend lagere der Grünmüll drei bis vier Monate, wobei die Firma Schmid ihn mehrfach umsetze, damit die Kompostierung schneller vor sich gehe. Schließlich liefere sie den so gewonnenen Kompost an Landwirte aus. Diese vertrauen darauf, dass sie saubere Ware erhalten, wie es vonseiten der Firma Schmid heißt.

Die Stadt liefert jährlich 2900 bis 3000 Tonnen Grünmüll an, der für die Öffentlichkeit ohne zusätzliche Kosten entsorgt wird. 170 000 Euro kostet dies die Stadt derzeit pro Jahr. Die Stadt Wangen bittet nun Bürger, die ihren Gartenabfall beim Bauhof entsorgen, sorgfältig darauf zu achten, dass keine Fremdstoffe darunter sind. Nur so könne die Grünmüllablieferung funktionieren.

Das gehört in den Grünmüll

Laut der beauftragten Entsorgungsfirma Schmid gehören nur diese Dinge in den Grünmüll:

- Äste, Tannenreisig, Sträucher mit überwiegendem Holzanteil und einer maximalen Stammdichte von 15 Zentimetern

- Nur kleine Wurzelstöcke von Heckenpflanzen oder Stauden bis 40 Zentimeter Umfang ohne viel Erdanhaftung

- Laub und Rasenschnitt (sz)

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