Auch Ehrungen gab es beim Niederwangener Neujahrsempfang. Ortsvorsteher Berthold Riether (hinten rechts) zeichnete verschiedene
Auch Ehrungen gab es beim Niederwangener Neujahrsempfang. Ortsvorsteher Berthold Riether (hinten rechts) zeichnete verschiedene Bürger für ihre Aktivitäten aus. Felix Hasel gewann beim Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ einen ersten Preis. Petra Müller (links, stellvertretend für die Restaurierung des Wegekreuzes Nieratz), Marianne Kempter (Mitte, für die Sanierung der Kapelle Humbrechts) und Luzia Stefan (für 30 Jahre Pflege des Gefallenen-Ehrenmals auf dem Friedhof und zehn Jahre Reinigung des Friedhof-WC) konnten ebenfalls kleine Geschenke in Empfang nehmen. Ebenfalls saniert wurde 2018 der Bildstock an der Straße nach Lachen (Monika und Alfred Biggel). (Foto: Susi Weber)
Redaktionssekretariat

Selbst der heftige Schneefall am Samstag hat die Niederwangener nicht davon abgehalten, in großer Zahl zu ihrem Neujahrsempfang in der Schulaula zu kommen. Ortsvorsteher Berthold Riether konnte auf ein ereignisreiches und vielfältiges Jahr zurückblicken. Oberbürgermeister Michael Lang möchte gemeinsam mit den Niederwangenern eine „interessensgerechte Lösung“ in Sachen Wohnmobilstellplatz Humbrechts hinbekommen. „Wir arbeiten gemeinsam daran, strengen uns gemeinsam an“, sagte Lang, ohne weiter ins Detail zu gehen.

Lobend hob das Stadtoberhaupt das Vereinshausprojekt der SG Niederwangen und des Musikvereins Niederwangen hervor: „So eine Maßnahme zeigt, welch’ großes Engagement in den Vereinen steckt.“ Allen voran dankte Lang SGN-Vorsitzenden Michael Höß und der Familie Hasel für das, was „Sie für die Zukunft Ihrer Vereine tun“: „Das ist ganz großartig und vorbildlich.“ Auch, wenn die Zeit für die Verabschiedung von Ortsvorsteher Berthold Riether noch nicht gekommen ist, bezeichnete Lang den dienstältesten Ortsvorsteher einen „echten Profi in diesem Geschäft und ein Vorbild“. Der Applaus der Niederwangener war ihm dabei sicher.

Neue Homepage kommt

Riether leitete seine letzte Neujahrsansprache mit einer Amtsglocke ein, die wieder ins Rathaus zurückgekehrt ist: „Amtsbote Georg Hasel hat damit letztmals im Frühjahr 1963 öffentliche Nachrichten des Rathauses auf dem Dorfplatz bekanntgegeben und ausgeschellt.“ Nun also diente sie der Präsentation der „2018er-Nachrichten“ aus der Ortschaft.

Sie reichten von der Ehrentafel der Niederwangener Gefallenen, die wie das Veteranenbuch aktuell im Rathaus betrachtet werden kann, bis hin zur neu gestalteten und in Kürze online gehende Homepage Niederwangens. Eine Botschaft war Riether dabei besonders wichtig: „Das Ehrenamt ist eine ganz wesentliche Säule unserer örtlichen Gemeinschaft. Sie sehen hier einen exemplarischen Ausschnitt von Veranstaltungen, Festen und Unternehmungen in unserer Ortschaft. Immer sind Bürgerinnen und Bürger und natürlich Vereinsmitglieder dabei, sich einzubringen, zu helfen und zu gestalten.“

Ein voll belegter Kindergarten samt Kinderkrippe, wachsende Schülerzahlen, der Baubeginn des Geh- und Radweges von der L333 bis zum Dorf und die Verbreiterung des bestehenden Radwegs bis zur L320 – es gab durchaus viel Erfreuliches. Riether kündigte die Pflanzung von Ulmen an beiden Dorfzufahrten an.

Ebenso blickte er auch nochmals auf die nun im Wohngebiet Feld möglichen, baulichen Veränderungen, unter anderem auch der Dachgeschosse, zurück: „Weitere Wohneinheiten im Bestand sind somit machbar. Gleiches soll auch für das bestehende Baugebiet Feld-Erweiterung kommen.“ Dies ist auch notwendig, denn: „Der letzte, städtische Bauplatz im Wohngebiet Knobel wird derzeit bebaut.“

Wildschweincontainer aufgestellt

Auch die Veränderungen in der Deponie Obermooweiler oder der 30 Meter hohe Funk-Sendemast im Ortsteil Feld kamen zur Sprache. Zudem informierte Riether über die bereits aufgestellten Wildschweincontainer in einem Raum im Feuerwehrhaus, sollte es zum Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest kommen und die 563 000 Euro teure Sanierung des Wasserkraftwerkes T9, die im September abgeschlossen sein soll.

Schon ein halbes Jahr früher wird der Kinderspielplatz in Feld neu eingerichtet sein. Abgeschlossen werden konnte die Sanierung der Kirche St. Andreas. Und dann nahm auch der Krankenpflegeverein Niederwangen laut Riether wieder Fahrt auf: „Mitglieder können nun finanzielle Unterstützung bei der Inanspruchnahme von Leistungen der Nachbarschaftshilfe Wangen erhalten.“

SGN ist „Talentpunkt“ des DSV

Zum „Talentpunkt im Deutschen Skiverband“ ist die SG Niederwangen aufgrund ihrer erfolgreichen Nachwuchsarbeit aufgestiegen. Und auch beim Schützenverein läuft es, sagte Riether: „Wangener Schützen haben hier eine Heimat gefunden und beleben das Vereinsleben.“

Derzeit werden die Vereinsräume im Untergeschoss der Turnhalle in Eigenleistung aufgefrischt und ein Zugang zu den Umkleideräumen in der Halle geschaffen. Musikalisch umrahmt wurde der Empfang von einem Bläserquartett der Musikkapelle Niederwangen.

Niederwangen in Zahlen

1585 Einwohner (786 Frauen/799 Männer) und damit elf Bürger mehr als im Vorjahr zählte Niederwangen zum Jahreswechsel. 102 Personen haben eine ausländische Staatsangehörigkeit. 104 Menschen sind aus Niederwangen weg-, 104 aber auch zugezogen. Zu letzteren gehören, so Ortsvorsteher Berthold Riether, vor allem junge Familien mit Kindern.

Elf Geburten (acht Mädchen, drei Buben), sieben Eheschließungen und eine Scheidung hatte das Standesamt zu verzeichnen. 22 junge Bürger sind volljährig geworden, 45 Niederwangener konnten einen „runden“ Geburtstag feiern. Willi Maurus ist mit 102 Jahren der älteste Niederwangener. Sechs Goldene und drei Diamantene Hochzeiten gab es zu verzeichnen. 20 Frauen und Männer verstarben.

22 Baugenehmigungen und 30 Gewerbean-, um-, und Abmeldungen wurden registriert. Gleichzeitig zählte die Ortschaft 62 Veranstaltungen, darunter 20 in der Turn- und Festhalle. In acht Ortschaftsratssitzungen sind 51 Tagesordnungspunkte beraten worden. Die Feuerwehr Niederwangen hat derzeit 34 aktive Feuerwehrleute, zwölf Mitglieder in der Altersabteilung und sechs Jugendliche in den Reihen der Jugendwehr. Insgesamt wurden neun Einsätze bewältigt. „Große Schadensfeuer gab es Gott sei Dank nicht“, sagte Riether.

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