Flüchtlingsunterbringung: Situation in Wangen bleibt angespannt

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Die Stadt hält das alte Spital für Familiennachzügler vor. Zuletzt waren dort bis Herbst 2016 Flüchtlingsfamilien untergebracht
Die Stadt hält das alte Spital für Familiennachzügler vor. Zuletzt waren dort bis Herbst 2016 Flüchtlingsfamilien untergebracht gewesen. (Foto: SZ)
Schwäbische Zeitung

Die Zuwanderungszahlen in Deutschland sind seit längerem zwar auf vergleichsweise niedrigem Niveau, doch die Situation bei der Flüchtlingsunterbringung bleibt angespannt – auch in Wangen. Die städtischen Unterkünfte sind voll oder zumindest fast vollständig belegt. Für Familiennachzügler hält die Stadt nach wie vor das alte Spital als Reserve bereit.

Seit rund eineinhalb Jahren steht das alte Spital leer, zuvor hatte die Stadt in den Räumlichkeiten im S-Bau (neben der Spitalkirche) und im Übergangstrakt vor allem Flüchtlingsfamilien untergebracht. Für die nun erwarteten Familiennachzügler wird aktuell zunächst ein Stockwerk vorgehalten. „Wir sind bereit und könnten dort rund 30 Personen unterbringen“, sagt Kurt Kiedaisch. Der Ordnungsamtsleiter hatte sich eigentlich darauf eingestellt, dass bereits nach Ostern die ersten Familien nach Wangen kommen und ins frühere Pflegeheim einziehen. „Es ist jetzt aber noch nicht klar, wann das der Fall sein wird, es kann jedoch sehr kurzfristig passieren.“

Das alte Spital ist in Wangen aktuell die einzige und daher eiserne Reserve für Familien anerkannter Asylbewerber. In einer solchen Anschlussunterbringung, für die die Kommunen zu sorgen haben, leben aktuell über 360 Menschen in der Großen Kreisstadt. Zusammen rund 250 Plätze gibt es hierfür an drei größeren Standorten: in der Oderstraße 9, im Züblinhaus (Südring) und in den beiden Gebäuden der Gemeinschaftsunterkunft am Herzmannser Weg. Der Rest verteilt sich auf private Unterkünfte. In der vorläufigen Unterbringung, die Angelegenheit des Landkreises ist, waren es Anfang April in Wangen laut Landkreis 65 Asylbewerber, die allesamt in der Containeranlage an der Zeppelinstraße leben. Zumindest die städtischen Standorte sind damit aktuell annähernd oder komplett voll. Trotzdem erfüllte die Stadt die vom Landkreis errechnete Unterbringungsquote – zumindest war das der Stand Ende 2017 – lediglich zu 91 Prozent.

Die Situation bleibt also angespannt. Weitere Personen, die bereits in Wangen leben, gehen laut Ordnungsamt im April in die Anschlussunterbringung, also vermutlich in „städtische Obhut“ (siehe auch Kasten). Zudem werden in den nächsten Wochen und Monaten vermutlich Menschen über den Familiennachzug nach Wangen kommen. „Wir verfolgen die Situation aufmerksam und werden, wenn nötig, Vorsorge treffen“, sagt Kurt Kiedaisch. Eine weitere Reserve neben dem alten Spital gebe es – zumindest offiziell – aber noch nicht.

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