Erweiterungsbau der Wangener Realschule kommt neben Hauptgebäude

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Der Erweiterungsbau an der Johann-Andreas-Rauch-Realschule soll als westliche Erweiterung des Hauptgebäudes geplant werden. Dies hat der Wangener Gemeinderat einmütig in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Bezugsfertig könnten die ersten der dann entstehenden zehn Klassenzimmer laut Stadt bereits zum Schuljahr 2020/21 sein.

Die erfreulichste Nachricht zu den geplanten Investitionen am Ebnetschulzentrum kam bereits vor einigen Wochen. Mitte Juni wurde für die Sanierung der Bestandsgebäude ein Bundeszuschuss von rund 3,5 Millionen Euro bewilligt (die SZ berichtete). Bei beantragten Gesamtausgaben von knapp 7,3 Millionen Euro ist das eine bislang einmalige Förderquote von rund 48 Prozent.

Um Ausweichräume für diese Sanierung zu haben, die vorgegebene Frist einzuhalten und den aktuellen Mehrbedarf der Realschule von drei bis vier Klassenzimmern zu decken, ist schnellstmöglich ein weiteres Gebäude notwendig. In der im April vorgestellten Machbarkeitsstudie für das Ebnetschulzentrum stand der Erweiterungsbau noch im Bereich der Fahrradabstellanlage. In dem von Stefan Lontzek vom städtischen Bauamt in der jüngsten Ratssitzung präsentierten Modell ist er westlich ans Hauptgebäude angebaut. Als Vorteile des neuen Standorts nannte Lontzek die direkte Anbindung an die Infrastruktur der Schule mit Sanitärräumen, Treppenhaus und Heizungsanschluss. Außerdem könne ein Aufzug zwischen den Gebäuden für die nötige Barrierefreiheit sorgen, und man verbaue sich mit dieser Lösung keine möglichen Standorte für einen weiteren Neubau.

Sportlicher Zeitplan

Der Erweiterungsbau soll sich mit einer Holz-Beton-Hybrid-Konstruktion an dem kürzlich fertiggestellten Gebäude an der Gemeinschaftsschule (GMS) am Praßberg orientieren. In den geplanten fünf Etagen (Untergeschoss, Erdgeschoss, drei Obergeschosse) sollen bis zu zehn Klassenzimmer Platz finden. Nach einer ersten Schätzung des auch an der GMS beteiligten Architekten Frank Drögehoff betragen die Gesamtkosten rund 2,7 Millionen Euro.

Der von Lontzek skizzierte Zeitplan ist sportlich: Bei einem Baubeschluss noch in diesem November könnten der Baubeginn bereits im Frühjahr/Sommer 2019 sein und die ersten Klassenzimmer schon im August 2020 genutzt werden. Spätestens dann würde auch die Sanierung der Bestandsgebäude beginnen, die laut Förderrichtlinien bis Ende 2022 abgeschlossen sein muss. Aktuell laufen die Vorbereitungen für die bereits beschlossene, energetische Sanierung des 80er-Jahre-Erweiterungsbaus, im Sommer soll dann die Ebnethalle einen neuen Boden bekommen.

Zustimmung für den Standort des Erweiterungsbaus gab es aus allen Fraktionen. Ursula Loss (Freie Wähler) stellte jedoch in Frage, ob für die ehrgeizigen Pläne im Ebnetschulzentrum auch genügend Planungskapazität zur Verfügung stehe. „Um das Programm abzuarbeiten, brauchen wir zusätzliche Kompetenz, extern wie intern“, so OB Michael Lang. Die Frage von Reinhold Meindl, warum man nicht drei Stockwerke mit je drei Klassenzimmern baue, wurde mit einem zeitaufwändigeren Planungsverfahren beantwortet.

Petra Krebs (GOL) wunderte sich über den Architektenwechsel und wollte die Visionen der Machbarkeitsstudie von Axel Baudendistel nochmal diskutiert haben. Hier verwies der OB auf die Synergieeffekte, die man sich vom Architekten des GMS-Anbaus erhoffe, um damit schneller unterwegs sein zu können. „Wir möchten gerne das Know-how von Herrn Drögehoff in dieser Sache abgreifen“, sagte Lontzek und ergänzte, angesprochen auf die Barrierefreiheit: „Wir werden versuchen, die Realschule für die nächsten 30 Jahre fit zu machen.“

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