Erst mehr Klassenzimmer, dann die Sanierung

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Das Ebnetschulzentrum aus der Luft: Laut Machbarkeitsstudie können von der Realschule der Hauptbau, 80er-Jahre Erweiterungsbau,
Das Ebnetschulzentrum aus der Luft: Laut Machbarkeitsstudie können von der Realschule der Hauptbau, 80er-Jahre Erweiterungsbau, Sonderbau sowie das Foyer und Umkleidetrakt hinter der Sporthalle saniert werden. Um den Flächenmangel von Realschule und Grundschule zu beseitigen, sollen zwei Erweiterungsbauten entstehen, der erste eventuell im Bereich des Fahrradabstellplatzes, der zweite im Bereich der orangefarbenen Container. Mittelfristig sollen die Pavillongebäude, in denen auch der Kindergarten samt Hort untergebracht sind, abgerissen werden. (Foto: Architekturbüro Axel Baudendistel)

Der Wangener Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung die Verwaltung beauftragt, mit den Planungen für einen Erweiterungsbau am Ebnetschulzentrum und für die Sanierung der großen Realschulgebäude zu beginnen. Über das favorisierte Konzept eines Bildungscampus’ gab es jedoch unterschiedliche Auffassungen.

Vor der Ratsdiskussion stellte der Wangener Architekt Axel Baudendistel die Machbarkeitsstudie zum Ebnetschulzentrum vor. Demnach können Haupt-, Sonder- und 80er-Jahre-Erweiterungsbau der Realschule sowie Foyer und Umkleidetrakt mit mehr oder wenigem großem Aufwand saniert werden (die SZ berichtete). Die Kosten für die Bauwerke – samt Digitalisierung, Nahwärmeanschluss oder Planung – könnten sich, so die Schätzung, insgesamt auf 7,3 Millionen Euro belaufen. Wegen eines neu aufgelegten Förderprogramms sei jedoch ein Zuschuss in Höhe von rund 50 Prozent möglich, wie Stefan Lontzek vom Bauamt ergänzte. Entsprechende Anträge seien bereits eingereicht.

„Offener Bildungscampus“

Weil die Container und Pavillongebäude (Kindergarten, Hort und Klassenzimmer für Grund- und Realschule) wegen ihrer schlechten Bausubstanz nicht „sanierungswürdig“ sind und mittelfristig abgerissen werden sollen, und weil der Realschule bereits jetzt rund drei Klassenzimmer fehlen, ermittelte Baudendistel zunächst den zusätzlichen Flächenbedarf und dann die geschätzten Kosten für Neubauten. Diese liegen für beide Schulen zwischen neun und 13 Millionen Euro. Beim künftigen städtebaulichen Konzept präsentierte der Wangener Architekt drei Alternativen: eine Kammstruktur (mit zusammenhängenden Gebäuden), eine Höfe-Struktur und eine Campus-Struktur.

Ein solcher, favorisierter „offener Bildungscampus“ beinhalte, so Baudendistel, auch zwei neue, „freistehende Solitärbaukörper“. Ein erster Erweiterungsbau im Stile des jüngst fertiggestellten, dreistöckigen Anbaus an der Gemeinschaftsschule könnte im Bereich des Fahrradabstellplatzes neben der Sporthalle entstehen und als Ausweichquartier für anstehende Baumaßnahmen dienen. Ein zweiter, vierstöckiger Neubau sei laut der vorgestellten Studie im Bereich der orangefarbenen Container vorstellbar. Hier könnten Ganztagesflächen, Essensausgabe, Hort, verlässliche Grundschule und restliche Klassen- und Fachräume untergebracht sein. Nach einer Sanierung würden die beiden Neubauten die nächsten beiden Bauabschnitte darstellen, am Ende stünde der stufenweise Abriss der Pavillons.

Ob dort, in unmittelbarer Nähe zur kirchlichen Einrichtung St. Monika, wieder ein städtischer Kindergarten oder stattdessen ein neuer im Bereich Auwiesen gebaut werde, ließ OB Michael Lang in der Ratssitzung offen. Beim Zeitplan stellte der Rathauschef jedoch klar: „Der logische erste Schritt ist: Wir bauen Klassenzimmer, um für die Sanierung flexibel zu sein und Luft zu bekommen.“ In einem zweiten Schritt nach der Planung des ersten Erweiterungsbaus solle begonnen werden, abschnittsweise die Sanierung zu planen. Erst danach könne man sich an den zweiten Neubau machen.

Grundsätzliche Zustimmung, nach Gemeinschaftsschule und Gymnasium als nächstes ins Ebnetschulzentrum groß zu investieren, gab es aus allen Fraktionen – auch zur zeitlichen Abfolge. In der GOL wurden jedoch Befürchtungen laut, dass das Campus-Konzept mit einem Standort des ersten Erweiterungsbaus bereits festgezurrt sei. „Damit wären andere Wege verbaut“, so Petra Krebs. OB Lang betonte, dass es bei dem Beschluss nur um den Startschuss für die Planung gehen und man für weitere Varianten und Standorte offen sei. Albert Maier konnte die ganze Diskussion nicht nachvollziehen: „Es geht jetzt in erster Linie darum, die Mittel abzugreifen, wir sollten jetzt loslegen.“ Das machte der Rat schließlich auch und stimmte dem Verwaltungsvorschlag, die Planungen aufzunehmen, bis auf eine Enthaltung (Krebs) einmütig zu.

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