Ein Auenwald als „Auslaufzone“ für die Wangener Argen

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Kernstück des künftigen Auenwalds ist eine Art Flutmulde, die gerade ausgebaggert wird und durch die die Argen „kontrolliert üb
Kernstück des künftigen Auenwalds ist eine Art Flutmulde, die gerade ausgebaggert wird und durch die die Argen „kontrolliert überlaufen“ kann. (Foto: bee)
Bernd Treffler

Der Bau des geplanten zweiten Kunstrasenplatzes neben der Ebnethalle wirft seine Schatten voraus. Derzeit laufen die Arbeiten für den dafür erforderlichen, naturschutzrechtlichen Ausgleich. Am benachbarten Argenknie entsteht deshalb ein Auenwald, der den Fluss naturnaher machen und dabei einen nachhaltigen Hochwasser-Schutz gewährleisten soll.

Seit kurzem kennzeichnen Bodenschutzplatten den Weg für die Baufahrzeuge. Die pink-, blau- und grünfarbenen Pflöcke in der Wiese hinter der Realschule sind schon seit einigen Tagen eingeschlagen. Sie markieren nicht nur die Umrisse des geplanten Kunstrasens, sondern weiter hinten auch den Bereich neben der Argen, der in einigen Monaten mit Tausenden Bäumen bepflanzt sein soll. Dort entsteht auf einer Gesamtflüche von 10 000 Quadratmetern ein Auenwald. Das Ziel ist laut Stadt die „Wiederherstellung einer dynamischen Flusslandschaft“.

Dazu trägt in diesen Tagen ein Bagger auf einer Gesamtfläche von 1800 Quadratmetern jede Menge Erdreich ab. Nachdem die Ein- und Ausläufe im Uferbereich der Argen schon vor einiger Zeit gerodet wurden, entsteht nun eine Art 80 Zentimeter tiefe Flutmulde. „Wenn die Argen an dieser Stelle als erstes aus ihrem rauskommt, ist das wie ein kontrollierter Überlauf“, erklärt Tiefbauamtsleiter Peter Ritter. Dadurch erhöhe sich der Überflutungsraum um 1000 Kubikmeter. Ein zusätzlicher kleiner Wall soll bis zu den Ausmaßen eines hundertjährigen Hochwassers verhindern, dass auch die restliche Talaue überflutet wird. „Die Argen kann künftig mehr arbeiten“, so Ritter weiter. „Das ist ein Schritt zu einer naturnahen Argen.“

Der flussnahe Bereich dieser „natürlichen Ausbreitungszone“ soll zu einer Weichholz-Aue werden, auf der peripheren Fläche werden Harthölzer gepflanzt. Im Rahmen einer Schulaktion sind am Südzipfel bereits 200 Bäume in den Boden eingebracht worden, am Ende soll der Auenwald insgesamt aus 5000 Bäumen bestehen. Eine solche Ausgleichsmaßnahme sei laut Ritter von Walter Hudler von der Stiftung „Wilde Argen“ vorgeschlagen worden.

Noch in dieser Woche sollen die Erdarbeiten für den Auenwald abgeschlossen sein, das überschüssige Erdreich wird abtransportiert und für die Rekultivierung einer Kiesgrube bei Maria-Thann verwendet. Im Frühjahr soll der Auenwald gepflanzt werden, der bestehende Trampelpfad im Uferbereich wird dann am Argenknie vom Fluss weg verlegt werden. Die Gesamtkosten für den naturschutzrechtlichen Ausgleich des Kunstrasens liegen bei 85 000 Euro.

Das Spielfeld selbst wird bekanntlich neben der Ebnethalle, also nicht weit vom künftigen Auenwald entfernt liegen. Geplant ist, dass die Erdarbeiten für den Fußballplatz nach Ostern beginnen. Zuvor muss der Energieversorger Thüga noch eine Gasleitung in diesem Bereich verlegen. Fertig sein soll der neue Kunstrasen dann bis Mitte August, die Gesamtkosten hierfür betragen rund 1,15 Millionen Euro. Weil das neue Spielfeld auch dem Schulsport offen steht, rechnet die Verwaltung mit Zuschüssen in Höhe von rund 400 000 Euro.

Ein kurzes Video zu den Arbeiten am Argenknie finden Sie online unter

www.schwaebische.de/wangen

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