Die Stiftung Valentina ist gegründet

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Kurt Peter hält die Gründungsurkunde für die Stiftung Valentina in Händen. Mit im Stiftungsrat sind unter anderem auch Ehefrau R
Kurt Peter hält die Gründungsurkunde für die Stiftung Valentina in Händen. Mit im Stiftungsrat sind unter anderem auch Ehefrau Renate und Tochter Isabel. (Foto: Weber)
Schwäbische Zeitung
Redaktionssekretariat

Im April starb Renate und Kurt Peters 13-jährige Tochter an den Folgen eines aggressiven Tumors. Schnell entschloss sich das Ehepaar, diesen Tod als einen Auftrag zu betrachten und aktiv zu werden für andere, die dieselbe oder ähnliche todbringende Krankheiten in sich tragen (die SZ berichtete). Bis Anfang 2017 sollte eine Stiftung gegründet werden, die den Namen der Tochter trägt und die Unterstützung der häuslichen Pflege und intensiven, palliativen und medizinischen Betreuung krebs- und schwerkranker Kinder und deren Familien zum Inhalt hat. Nun kann schon jetzt mit der Arbeit begonnen werden.

Die Gründungsurkunde flatterte im Juli ins Haus, die Satzung wurde kurz zuvor ausgearbeitet und genehmigt. „Es kann losgehen“, freut sich Kurt Peter, der gemeinsam mit seiner Frau Renate und den beiden Kindern Armin und Isabel sowie einem Mitglied der Bürgerstiftung Kreis Ravensburg den Stiftungsrat bildet.

Unterm Dach der Bürgerstiftung

Unter dem Dach der Bürgerstiftung Kreis Ravensburg ist die Stiftung Valentina angesiedelt. Von dort wurde auch grünes Licht erteilt, obwohl das Stiftungskapital in Höhe von 50 000 Euro noch nicht in vollem Umfang zusammen ist. „Im Moment sind es 40 000 Euro“, sagt Kurt Peter. Und voller Tatendrang erklärt er, „dass wir einfach arbeiten wollen.“

Mit „arbeiten“ ist nicht „nur“ das Sammeln von Geld für das Stiftungskapital gemeint. Längst gibt es Ideen und schriftlich zugrunde gelegte und konkret definierte Projekte, die auf Umsetzung warten. „Wir machen das in Zusammenarbeit mit der Uniklinik Ulm und dem Team Pallikjur“ erklärt Kurt Peter.

Pallikjur ist die Kooperation der Kliniken für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Ulm und der Oberschwabenklinik Ravensburg. Gemeinsam organisieren sie die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) für Kinder und Jugendliche in der Region. Ziel ist es, Kinder mit unheilbaren, lebensverkürzenden Krankheiten so viel Zeit wie möglich zu Hause zu ermöglichen und dabei die bestmögliche Lebensqualität zu haben.

„Wer uns unterstützten möchte, hat nun die Möglichkeit, in die Stiftung oder für verschiedene Projekte zu spenden“, sagt Kurt Peter. 14 unterschiedliche Projekte mit unterschiedlichem Finanzierungsbedarf wurden zusammengestellt. Sie reichen von einem Auto für die Einsätze im Kreis Ravensburg über Fortbildungen von Schwestern oder Ärzten in Palliativmedizin bis hin zu Infusionsständer. „Es hat sich gezeigt, die Menschen wollen einfach auch etwas Konkretes, wenn sie Geld geben“, sagt Peter.

Apropos Menschen: Mehr als 200 Personen haben bislang für rund 40000 Euro Stiftungskapital gesorgt. Beeindruckend, sagen Renate und Kurt Peter und sind dankbar. Auch die Facebook-Seite hat bereits mehr als 500 Likes und damit Freunde, die das Geschehen rund um die Stiftung Valentina aktiv verfolgen.

Besondere Laufaktionen

Die neu gegründete Stiftung Valentina kann nicht nur mit Geld, sondern auch mit einfacher (Lauf-) Leistung unterstützt und vorangebracht werden. „Wir hoffen ein klein wenig auch auf die Solidarität der Menschen aus Wangen und Umgebung“, sagt Stiftungsgründer Kurt Peter, dessen Tochter Isabel federführend das Projekt „I run for life“ betreut.

Die Idee ist einfach: Die Deutsche Palliativ-Stiftung hat das „Rennen für Leben“ ins Leben gerufen und insgesamt 40 000 Euro ausgelobt. Jeder, der im Kalenderjahr 2016 irgendeinen Lauf mit offizieller und im Internet abrufbarer Wertung weltweit beendet und sein Ergebnis auf www.irunforlife.de einträgt, kann einer gemeinnützigen, hospizlich-palliativen Einrichtung seiner Wahl zu einer Geldzuwendung verhelfen – auch nachträglich und unabhängig davon, ob bereits ein Benefizgedanke hinter diesem Lauf steckte oder nicht.

Auf Zeit oder Platzierung kommt es nicht an. Die Einrichtungen, denen die meisten Kilometer gewidmet wurden, bekommen die Zuwendung der Deutschen Palliativstiftung. Prominente Unterstützer für die Stiftung Valentina sind derzeit Kreissparkassen-Vorstandsmitglied Nobert Martin und Gordian Frick, Süddeutscher Meister im Handbike, die beide schon ihre Kilometer der Wangener Stiftung „zugeschrieben“ haben.

Mitmachen können aber grundsätzlich von den Kinderfest-Zeitläufern bis hin zu ambitionierten Sportlern (auch Tri- und Duathlethen) alle. „Die Registrierung ist kostenfrei und relativ schnell getätigt“ sagt Isabel Peter. Mit dem Burgberglauf in Neuravensburg am 13. August konnte bereits ein erster Veranstalter gewonnen werden. „In Neuravensburg werden wir auch mit einem eigenen Team vor Ort sein“, erzählt Isabel Peter.

Wer mitlaufen (oder auch mitwandern) möchte, wird auch noch in die Mannschaft aufgenommen. Derzeit sind für „I run for life“ 70 Institutionen gelistet. Die Stiftung Valentina rangiert auf Rang 25. „Steigen wir nur um drei Plätze, gibt es bereits 500 Euro für unsere Stiftung“, sagt Isabel Peter. Und weiter: „Jeder, der mitmacht, bewirkt richtig viel.“

Weitere Informationen unter:

www.irunforlife.de

Weitere Informationen gibt es unter www.stiftungvalentina.de und auf Facebook unter dem Stichwort Stiftung Valentina.

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