„Die Prioritätenliste zeigt, wie prekär alles in Wangen ist“

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Redaktionsleiter

Die Prioriätenliste ist beschlossene Sache: Der Gemeinderat verabschiedete die Fortschreibung des Werks mit den wichtigsten mittel- und langfristig anstehenden Investitionen in seiner jüngsten Sitzung einstimmig. In der Debatte wurde einmal mehr deutlich, dass die Stadt offenbar zu viele Gebäude hat: „Die Prioriätenliste zeigt, wie prekär alles ist“, sagte Oberbürgermeister Michael Lang.

Lang kündigte vor diesem Hintergrund an, sich im kommenden halben Jahr mit Vertretern aller Ortschaften zu treffen. Dabei soll es um die „Konzentration auf Wichtiges“ gehen und die Frage, wie auch auf der Liste weiter hinten stehende Liegenschaften eine Chance auf Verwirklichung haben. Hintergrund: Die Stadt Wangen ist im Besitz von fast 300 Gebäuden.

Die Prioritätenliste war 2016 erstmals beschlossen worden und soll Rat wie Verwaltung einen Überblick geben, was über kurz oder lang alles ansteht. Die jetzt erfolgte Fortschreibung bringt das Werk auf den aktuellen Stand (siehe Kasten). Diese war seit dem Frühjahr beraten worden und ging noch vor der Sommerpause durch alle Ortschaftsräte. Daraus ergab sich zwar eine lange Liste von (Detail-)Wünschen, an der grundsätzlichen Einschätzung der Verwaltung bei der Wichtigkeit änderte sich aber nichts.

Kritik aus den Ortschaftsräten hatte es vor allem beim Kriterium „öffentliches Interesse“ gegeben. Sie befürchteten, dass sie im Vergleich zur Kernstadt bei dieser Bewertung ins Hintertreffen zu geraten. Kämmerin Yvonne Winder hielt dem entgegen: Die Verwaltung habe Veränderungen geprüft, sollte das „öffentliche Interesse“ einer Einrichtung nicht einbezogen werden.

Ergebnis nach ihrer Darstellung: Auch in diesem Fall wandern Projekte aus den Ortschaften nicht weiter nach oben. Oder, wie es GOL-Fraktionschef Tilman Schauwecker ausdrückte: „Ein oder zwei Punkte tun dem Selbstbewusstsein gut, ändern aber an der Realität nichts.“

Debatten um einzelne Projekte gab es in der Ratssitzung nicht mehr – mit einer Ausnahme: Neuravensburgs Ortsvorsteher Hermann Schad betonte einige örtliche Probleme, vor allem die Gefahr der Verlandung des dortigen Weihers. Eine Aussprache dazu gab es aber nicht.

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