Die Herbergsuche hat endlich ein Ende

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Redaktionssekretariat

Lange haben die Modelleisenbahnfreunde Wangen nach einer Unterkunft gesucht, nun sind sie in der Argenau fündig geworden. Seit April wurde in dem städtischen Gebäude in unmittelbarer Nähe des Kraftwerks Winter umgebaut und renoviert. Inzwischen ist im oberen Stock die lange verwaiste Modelleisenbahn auch wieder aufgebaut. Am Samstag und Sonntag sowie Anfang Januar gibt es Fahrtage – und damit für die Öffentlichkeit auch die Möglichkeit, einen Blick ins neue Vereinsheim am Argenauweg 110a zu werfen.

20 Jahre wurden die Modelleisenbahnfreunde im vergangenen März alt. Kurz danach haben sie von der Stadt das wohl schönste „Jubiläumsgeschenk“ bekommen, das sie sich wünschen konnten: eine Bleibe. „Irgendjemand aus dem Verein hatte erfahren, dass sich einer der beiden Wangener Kaninchenvereine aufgelöst hatte und in der Folge auch das Vereinsheim am Argenauweg nicht mehr benötigt“, erzählt Herbert Bader, Schriftführer der Modelleisenbahnfreunde. Ein paar Gespräche mit der Stadtverwaltung später stand fest: „Wir können in das städtische Gebäude rein.“ Schon kurz darauf begannen die Bauarbeiten: Die Rigipswände im oberen Stock wurden herunter gerissen, die Holzverkleidungen entfernt und die Schrägen begradigt. Ende August hatte der aus Hermann Johannsmayer, Horst Müller, Armin Edelmann und Herbert Bader bestehende „Bautrupp“ den Innenausbau beendet und machte sich an die Isolation der Außenfassade. 1267 ehrenamtliche Arbeitsstunden sind so zusammengekommen, insgesamt 20 000 Euro wurden aufgewandt.

Nun also sitzen die – übrigens ausschließlich männlichen – 35 Mitglieder im 45 Quadratmeter großen Stüble mit Küche, haben ein Stockwerk über sich, rund 100 Quadratmeter Fläche für Züge und Anlagen und darüber ein Dach als Lager. „Was noch belegt ist, ist ein 45 Quadratmeter großer Nebenraum im Erdgeschoss“, sagt Bader. Aber auch das ist nur eine Frage der Zeit. „Jeder ist sehr zufrieden, dass wir wieder eine Heimat haben und hier auch Ausstellungen machen können“, weiß Bader zu berichten. Nach einer solchen hatte der Verein lange Zeit gesucht.

Bisher viele Umzüge

Nicht lange währte das Glück der Modelleisenbahnfreunde nach der Vereinsgründung in ihren ersten Räumlichkeiten. Im März 2004 mussten die Niederwangener Räume in der einstigen Sparkasse geräumt werden. Es folgte ein Umzug an die Isnyer Straße 25. Nach der Kündigung im Mai 2016 kam der Verein in der Karseer Schule unter. „Allerdings hatten wir dort nur einen Lagerraum“, erinnert sich Bader. Weder konnten Anlagen aufgebaut, noch Jugendliche in den Verein aufgenommen und integriert werden: „Wir hatten dort einfach keine Möglichkeit, unser Hobby auszuüben.“

Jetzt aber können die Loks wieder ihre Runden ziehen. Zum Bahnhof Wangen wurde bereits der Bahnhof Hergatz neu dazu gebaut. Und immer dienstags zwischen 18 und 21 Uhr kommen die 35 Mitglieder zwischen Anfang 20 und 80 Jahren jetzt wieder zusammen, um neue Häuser zu erbauen oder Bäume zu bekleben oder fachzusimpeln. „In jedem Manne steckt halt ein Kind“, sagt Bader. Frauen wären im Übrigen auch willkommen.

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