Die Bankenfusion ist besiegelt

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Das Vorstandsteam der Leutkircher Bank und der Volksbank Allgäu-West freut sich über das gute Ergebnis bei den Vertreterversamm
Das Vorstandsteam der Leutkircher Bank und der Volksbank Allgäu-West freut sich über das gute Ergebnis bei den Vertreterversammlungen (von links Georg Kibele, Josef Hodrus, Stefan Scheffold, Werner Mayer, Rosemarie Miller-Weber und Hans Peter Häusele. (Foto: voba)
Herbert Beck

Die Leutkircher Bank und die Volksbank Allgäu-West gehen formal im Juli zusammen. Die Vertreterversammlungen der beiden Institute stimmten diesem Vorschlag mit überwältigender Mehrheit zu. Das berichteten die beiden Institute am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung.

Im Oktober 2016 wurden die Vertreterinnen und Vertreter der Leutkircher Bank und der Volksbank Allgäu-West darüber informiert, dass die beiden Banken zur Volksbank Allgäu-Oberschwaben verschmelzen möchten. Anfang der Woche stimmten sie nun für das Fusionsvorhaben und genehmigten den Entwurf des Verschmelzungsvertrags. Gestützt auf ein Ergebnis von 98,89 Prozent bei der Vertreterversammlung der Volksbank Allgäu-West am Montag und 99,00 Prozent bei der Versammlung der Leutkircher Bank am Dienstag blicken die Vorstände der beiden Banken nun in eine gemeinsame Zukunft. Die Vorstände der Leutkircher Bank (Rosemarie Miller-Weber, Stefan Scheffold, Georg Kibele und Peter Häusele) und der Volksbank Allgäu-West (Josef Hodrus und Werner Mayer) bedankten sich nach den Versammlungen bei den Vertreterinnen und Vertreter für das Vertrauen: „Jetzt kommt zusammen, was schon lange zusammengehört. Durch die Fusion können wir gemeinsam mit unseren Kunden weiter wachsen und die genossenschaftliche Bankenwelt voranbringen. Dies ist der richtige Schritt in die Zukunft“, halten die Vorstände fest.

21 Geschäftsstellen

Die neue Bank rückt nach der Fusion mit einer Bilanzsumme von knapp über zwei Milliarden Euro auf Platz 17 der Volks- und Raiffeisenbanken in Baden-Württemberg vor. Das betreute Kundenvolumen beträgt nach der Fusion rund 4,4 Milliarden Euro. Die insgesamt über 96 000 Kunden werden zukünftig in 21 Geschäftsstellen betreut. „In all den Gesprächen war es uns immer besonders wichtig, dass die neue Bank weiterhin für die Menschen vor Ort da ist. Mit der Bündelung unserer Kräfte wird die neue Bank weiter der zuverlässige Partner für die Mitglieder und Kunden sein“, betonen Rosemarie Miller-Weber und Josef Hodrus.

„Es ist sensationell gelaufen“, so äußerte sich Hodrus am Mittwoch auf Anfrage der „Schwäbischen Zeitung“. Die vielen, von den Vorständen vorgebrachten „guten Argumente“ hätten überzeugt. Denn die Bankenlandschaft sei in Unruhe. Durch die lange anhaltenden Niedrigzinsphase und die fortschreitende Digitalisierung drohten tiefe Einschnitte. Auch deshalb sei bis 2020 ein klarer Managementplan erstellt worden, um das neue Institut wettbewerbsfähig zu halten.

Der Vorstand der neuen Bank setzt sich aus den Vorstandssprechern Josef Hodrus und Stefan Scheffold sowie den beiden Vorstandsmitgliedern Georg Kibele und Werner Mayer zusammen. Rosemarie Miller-Weber wird am 30. Juni 2017 nach über 25 Jahren im Vorstand der Leutkircher Bank in den Ruhestand gehen. Hans Peter Häusele hat sich dazu entschieden, sein Vorstandsmandat abzugeben und bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2020 den Fusionsprozess als Projektmanager zu begleiten. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit im neuen Gremium. Auch wenn sich Frau Miller-Weber und Herr Häusele zurückziehen, werden sie uns weiter sehr gewogen bleiben. Die Fusion hat für uns alle die gleiche Bedeutung“, so Stefan Scheffold. Auch im Aufsichtsrat gibt es laut Mitteilung Veränderungen. Das neue Gremium setzt sich aus acht Aufsichtsräten der Leutkircher Bank und sieben Aufsichtsräten der Volksbank Allgäu-West zusammen.

Technische Fusion im Juli

Im Rahmen der Vertreterversammlungen wurden außerdem die Jahresabschlüsse des Geschäftsjahres 2016 beider Banken genehmigt. Die neue Bank entsteht demnach rückwirkend zum 1. Januar 2017. Die Eintragung der neuen Bank ins Genossenschaftsregister soll jedoch im Juli erfolgen. Bis dahin arbeiten beide Banken unter ihren bisherigen Namen rechtlich selbstständig. Die Zusammenlegung der Konten und Bilanzen erfolgt mit der technischen Fusion Ende Juli. Die Mitglieder und Kunden sollen vorher noch rechtzeitig über alle Änderungen informiert werden. Zudem haben die Banken auf ihren Internetseiten entsprechende „FAQ-Listen“ eingestellt.

Informationen zur anstehenden Fusion gibt es unter www.leutkircher-bank.de/fusion oder www.vbaw.de/fusion

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