Der Umzug ist in vollem Gange

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Kinderfestkommission und Narrenzunft können in ihrem neuen Gebäude am Gehrenberg Einzug halten. Oberbürgermeister Michael Lang,
Kinderfestkommission und Narrenzunft können in ihrem neuen Gebäude am Gehrenberg Einzug halten. Oberbürgermeister Michael Lang, Architekt Jürgen Kaiser, Kinderfestkommissions-Vorsitzender Franz Zwisler, Zunftmeister Bernd Rothacker und Vizezunftmeist (Foto: Susi Weber)
Schwäbische Zeitung
Redaktionssekretariat

Ein Teil der Kinderfestwagen hat seinen Platz bereits gefunden. Auch die Kleider des Kinderfesttheaters sind eingeräumt. Das gut 70 Meter lange und knapp 1,2 Millionen Euro teure Gebäude am Gehrenberg unterhalb des Friedhofes ist bis auf den Verputz am Kinderfesthaus und wenigen Kleinigkeiten fertiggestellt. Kinderfestkommission und Narrenzunft haben dort nun knapp 900 Quadratmetern an Hallenkapazitäten. Die Kinderfestkommission hat zusätzlich noch 300 Quadratmeter an Räumen, die vielseitig genutzt werden können.

„Die Freude ist übergroß“, sagte Kinderfestkommissions-Vorsitzender Franz Zwisler. Bernd Rothacker, Zunftmeister der Narrenzunft, spricht von einem „großen Zugewinn“. In fünf Monaten Bauzeit ist das Gebäude entstanden. Jenes Gebäude, das nun Kinderfestkommission eine neue, der Narrenzunft – neben Narrenstüble und Stadthallen-Obergeschoss – eine weitere Heimat bietet.

Erste Pläne gab es bereits 2007

Die Pläne der Kinderfestkommission gehen bis ins Jahr 2007 zurück, als erstmals ein Mitgliederbeschluss – damals noch ohne vorhandenen Standort – herbeigeführt wurde. Der Parkplatz gegenüber des Trachtenheims war im Gespräch, auch die Stadtgärtnerei. Dann wurde der Kinderfestkommission das Züblinhaus, das nun wieder zur Flüchtlingsunterbringung benötigt wird, angeboten und überlassen. Dort fehlte vor allem eins: Lagerplatz für die Wagen, Requisiten, Kassen und vieles mehr.

Nicht zuletzt deshalb wurden weiterhin (Hallen-) Pläne geschmiedet. Die Narrenzunft fasste 2011 erste „Lagerhallen-Pläne“ und „Ansparbeschlüsse“. „Konkret wurde es für uns erst 2014“, erinnert sich Rothacker. Damals entstand der Gedanke, Kinderfestkommission und Narrenzunft unter einem Dach zu vereinen.

„Die Idee vom Platz am Gehrenberg stammt von Armin Bauser, nachdem wir alle möglichen Standorte rauf und runter diskutiert hatten“, erzählte Oberbürgermeister Michael Lang bei der Besichtigung des Gebäudes. Zu diesem Zeitpunkt ging man bei den beiden Vereinen und der Wangener Stadtverwaltung noch ausschließlich von Lager- und Hallenflächen aus. Im vergangenen Jahr wurde dann – kurzfristig und aufgrund der Flüchtlingssituation – umgeplant und das „Kinderfesthaus“ zwischen die Lagerhallen „geschoben“.

Dadurch ist die Kinderfestkommission nun nicht nur ausschließlich an einem Ort präsent, auch für die Stadt ergaben und ergeben sich laut OB Lang Positiveffekte: „Wir haben mit dem Züblinhaus ein Wohnhaus für 60 Flüchtlinge gewonnen.“ Hinzu kommen nach dem Auszug der Kinderfestkommission aus dem alten Feuerwehrhaus die Möglichkeit des Abrisses, die Erweiterung des Parkraumes und frei werdende Flächen, die später für die Landesgartenschau und andere Optionen verwendet werden können. Lang: „Stadtstrukturell ist dies unheimlich wertvoll.“

Nicht zuletzt deshalb war der Zuschuss der Stadt mit der Überlassung des Grundstücks und einem Zuschuss in Höhe von 863000 Euro recht hoch. Ein Umstand, der bei den Beratungen im Gemeinderat zwar eine deutliche Mehrheit fand, wegen der Höhe der Summe aber auch für Diskussionen sorgte (die SZ berichtete).Lang: „Man muss auch sehen: Das Kinderfest ist eigentlich eine städtische Veranstaltung – und die Kinderfestkommission lediglich eine Hilfe zur Bewältigung der Veranstaltung.“

Anteilig haben zum Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von knapp 1,2 Millionen Euro auch Kinderfestkommission und Narrenzunft Gelder aus Eigenkapital und Krediten eingebracht. Die geplante Bausumme konnte weitgehend gehalten werden. Architekt Jürgen Kaiser spricht – angesichts von 1200 Quadratmetern Fläche und 7150 Kubikmetern umbautem Raum – von äußerst günstigen Baukosten: „Es ist ein reiner Zweckbau, einfach und ohne Schnörkel.“ Beispielsweise konnte auf einen kostenintensiven Schallschutz verzichtet werden.

Das Kinderfesthaus selbst, als „Mittelbau“ vorne und hinten leicht vorgezogen, beinhaltet einen größeren Versammlungsraum, der auch für Proben verwendet werden kann, eine Küche, Sanitäranlagen, Lagerräume, einen Nähraum, einen Heizraum, ein Archiv und eine Kleiderkammer. Daneben bewirtschaftet die Kinderfestkommission knapp 700 Quadratmeter Lagerfläche.

Noch leer sind die 200 Quadratmeter Hallenkapazität der Narrenzunft. „Wir werden im Laufe des Jahres nach und nach unsere Außenlager leeren und umziehen“, sagt Bernd Rothacker.

Parkplätze bleiben meist offen

Erhalten bleiben auf dem einstigen „Friedhofsparkplatz“ im Übrigen auch Parkräume, die weiterhin von Friedhofsbesuchern genutzt werden können und sollen. Gesperrt wird der Parkplatz laut Oberbürgermeister Michael Lang nur ganz punktuell, wie beispielsweise jetzt zum Einzug oder am Kinderfest, wenn Wagen bewegt werden und die Ab- und Zufahrten gewährleistet sein müssen.

Erste Ausschuss-Termine haben im Kinderfesthaus bereits stattgefunden. Zwisler: „Am 28. April wird dort auch unsere Generalversammlung sein.“ Beginn ist um 19 Uhr.

Eindrücke vom Neubau finden Sie in bewegten Bildern online unter:

schwaebische.de/wangen

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