Der Stoff aus dem die Bilder sind

Lesedauer: 5 Min
Die Künstlerinnen der Treppenhausausstellung „Gemälde aus Stoff“ in Karsee (von links nach rechts vordere Reihe): Gabriele Janke
Die Künstlerinnen der Treppenhausausstellung „Gemälde aus Stoff“ in Karsee (von links nach rechts vordere Reihe): Gabriele Janker-Dilger, Maria Prinz, Elisabeth Hölz, Gertrud Feuerstein, Verena Mathes, Paula Nennig, Elisabeth Skala, (hintere Reihe (Foto: Claudia Bischofberger)
Claudia Bischofberger

Die Ausstellung „Gemälde aus Stoff- mit einem Augenzwinkern“ ist geöffnet: Montag bis Freitag 9 Uhr bis 16 Uhr, Sonn- und feiertags 14 Uhr bis 18 Uhr (bei Kaffee und Kuchen). Sie dauert noch bis 22. Juli.

In der Treppenhausgalerie in Karsee hat eine einzigartige Ausstellung ihren Anfang genommen, bei der 15 Künstlerinnen von nah und fern ihre Werke vorgestellt haben. Doch weder besteht die Kunst aus Öl oder Acryl noch aus Tusche oder Bleistift, sondern aus der Materie Stoff. Landschaften, Menschen, Tiere und vieles mehr, mal bunt mal monochrom. Bilder gemalt mit Stoff. Oft erkennt man erst bei genauem Hinsehen die winzigen Stiche, die das Kunstwerk haben entstehen lassen und man kann nur erahnen, welch viele Stunden dafür benötigt wurden.

Veranstalterin, Vorsitzende des Vereins Kunst und Kultur rund um Karsee und Laudatorin Gisela Löchner stellte in ihrem verbalen Rundgang zunächst Werke der acht Künstlerinnen vor, die der Gruppe der Schwungradquilterinnen Vogt angehören. Dazu gehören Waltraud Kraußmüller aus Wolfegg, Verena Mathes aus Wangen, Irene Mohne aus Meckenbeuren, Paula Nenning aus Wolfegg, Martina Staudacher aus Wangen, Elisabeth Skala aus Vorarlberg, Sabine Staudhammer aus Ravensburg und Irmgard Terberl aus Karsee. „Wer bei Patchwork mehr an Handwerk als an Kunst gedacht hat, wird in dieser Ausstellung schnell eines besseren belehrt“, erklärt Löchner. Aus kleinsten Stoffstücken bestehen ihre Werke. Teilweise wurde der Stoff sogar selbst gefärbt und in geduldiger Arbeit genäht, bestickt und bis ins kleinste Detail durchkomponiert. Sowohl dem Verein als auch den Quilterinnen läge viel daran, die Werke dem Publikum als ernst zu nehmende Kunst näher zu bringen. Auch für Menschen, denen diese Kunst bisher fremd war, lohnt sich ein Blick darauf zu werfen. Für die Gemälde von Heidi Hochapfel aus Tettnang wurden neben Stoffen auch Schnürsenkel, Spitze und Filz verwendet. Anders als ihr malender Vater wird sie durch Fühlen und Betrachten der verschiedensten Materialien inspiriert ein Kunstwerk entstehen zu lassen.

Eine weitere Sammlerin aus Leidenschaft ist Elisabeth Hölz aus Amtzell. Ihre Fundstücke bestehen neben Stoff auch aus Stein, Holz oder Knochen. Und auch was Menschen wegwerfen, findet bei ihr der Weg zu einem Kunstwerk. Die auch in der Ausstellung zu sehenden Skulpturen wie das Bürstentier oder Hörnertier seien aus alten Stoffen von Schirmen und Badekleidung „angezogen“ worden. Maria Prinz aus Amtzell und Anna Bergmann aus Heimenkirch haben ebenfalls ihre Textilkunst in Karsee ausgestellt. Gemeinsam betreiben das Atelier K 4 in Heimenkirch, wo die Werke der beiden Frauen zu bewundern sind.

Gertrud Feuerstein aus Karsee liebt die Gestaltung mit Stoff. Wie ihre Künstlerkolleginnen ist auch sie „infiziert“ von der Leidenschaft ihn zu bearbeiten. P. Ariane Ehinger ist zwar Bildhauerin und arbeitet mit Holz und Stein. Gern greift sie auch dazu, Kunst für die Wand zu gestalten. Ihr Ideenreichtum ist schier unerschöpflich.

Gabriele Janker Dilger bekam 2010 den ersten Preis der Ausstellung Kunst im Landkreis Ravensburg. „Kunst ist Arbeit. Arbeit am Material und Arbeit am Gedanken. Fleiß und Perfektion sind ihre Voraussetzungen wie für jedes gelungene Werk.“ Diese Worte fand damals die Jurorin Dr. Ursula Zeller für die Künstlerin.

Doch Gisela Löchner, ist der Meinung, dass diese Sätze auch auf die heutige Ausstellung, Gemälde aus Stoff, zutreffen sowie für all ihre Künstlerinnen. Thomas Linder umrahmte die Vernissage musikalisch mit fröhlichem Gesang und seiner Laute.

Die Ausstellung „Gemälde aus Stoff- mit einem Augenzwinkern“ ist geöffnet: Montag bis Freitag 9 Uhr bis 16 Uhr, Sonn- und feiertags 14 Uhr bis 18 Uhr (bei Kaffee und Kuchen). Sie dauert noch bis 22. Juli.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen