Den Teddybären folgen bald Kinderbilder

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Ein Beispiel, wie Wangener Kindheitserinnerungen aussehen können, ist das Motiv dieses Tret-Automobilisten in der Schmiedstraße,
Ein Beispiel, wie Wangener Kindheitserinnerungen aussehen können, ist das Motiv dieses Tret-Automobilisten in der Schmiedstraße, entstanden um 1930. (Foto: Städtische Galerie)
Schwäbische Zeitung

Die Teddybären sind gerade ausgezogen, da kündigt sich die nächste Ausstellung in der Städtischen Galerie in der Badstube an: Unter dem Titel „KinderZeit – schöne Zeit“ wollen die Macher den Besuchern eine breit angelegte Palette malerischer Werke präsentieren, die das Motiv „Kind“ thematisieren. Zudem sind Wangener aufgerufen, dazu Bilder aus ihrer Kinderzeit beizusteuern

In der Mehrheit sind Künstler aus Oberschwaben, dem Allgäu und der Bodenseeregion vertreten, die Exponate in Öl auf Leinwand, als Mischtechnik, Aquarell und Zeichnung wie auch Fotografie, Skulptur und Video zeigen. Die Zeitspanne reicht von Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die zeitgenössische Kunst hinein, heißt es in der Ankündigung.

Was macht dieses Motiv, das über die bloße Darstellung des Kinderporträts hinaus das Thema „Kindheit“ anspricht, so interessant? Ist es das Verspielte und die Unbedarftheit, die Kinder in Erwachsenen wachrufen? Nach dem wir uns rückblickend auf die eigene Kindheit im Stillen sehnen? Dass Kindheit nicht immer schön ist, davon können viele Menschen eine Geschichte erzählen, führt der Pressetext weiter aus. In der bildenden Kunst wurde Kindern über Jahrhunderte hinweg wenig Platz eingeräumt. Als herausgeputzte adlige Sprösslinge treten sie im Barock und im Biedermeier an die Seite von Familien in idyllischen Landschaften oder aufgeräumten Interieurs. Von selbstvergessenem Spiel kann da noch keine Rede sein.

Doch die Zeiten ändern sich und damit einhergehend die Darstellungsweisen in Richtung Gefühlsorientiertheit, so die Ankündigung. Demgemäß gliedert sich die Ausstellung in Themenblöcke wie Kinderbildnisse, Familie, spielende Kinder, Kinder und Tiere, Tod und Krankheit und Märchen.

Was die Schau erweitert, sind ausgesuchte Stationen unter dem Motto „Kindheit in Wangen“. Hiermit soll exemplarisch gezeigt werden, wie Kindheit in der unmittelbaren Umgebung ausgesehen hat. An welchen Orten sie sich abspielte, die es heute nicht mehr gibt, und wie anders Kindsein damals ausgesehen hat im Unterschied zu heutigen Erlebnishorizonten.

Die Ausstellung ist in Kooperation mit dem Museum Biberach und dem Museum Villa Rot zu Stande gekommen.

Bilder aus Wangener Kindheiten gesucht

Im Rahmen dieser Ausstellung wird es einige Stationen zum Thema „Kindheit in Wangen“ geben. Unter dem Titel „Schicken Sie uns Ihr Kinderbild“ möchte die Galerie in einer großen Fotocollage mit möglichst vielen Kinderbildern „Kindheit in Wangen“ dokumentieren. Wer Interesse hat, kann sein Bild per E-Mail unter vhs@wangen.de zusenden, es per Post an die Geschäftsstelle der Städtischen Galerie In der Badstube, Lange Gasse 9 in 88239 Wangen schicken oder es persönlich vorbei bringen.

Weitere Fakten zu Ausstellung:

Führungen: 27. Mai, 15 Uhr; 10. Juni, 15 Uhr; 1. Juli, 15 Uhr; 8. Juli, 15 Uhr. Lesung: Die Schwabenkinder am Donnerstag , 7. Juni, 19 Uhr, Giebelsaal. Elmar Bereuter liest aus seinem Roman und erzählt Geschichten rund um die Schwabenkinder. Eintritt: 5 Euro

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag , Sonn- und Feiertage 14 bis 17 Uhr, Samstag 11 bis 17 Uhr

Zur Vernissage am Sonntag, 22. April, um 11 Uhr wird Bürgermeister Ulrich Mauch das Grußwort, Uwe Degreif vom Museum Biberach die Einführung sprechen. Degreif wird zudem um 15 Uhr eine Führung leiten.

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