Bei Wohnungsmarkt setzen Freie Wähler auch auf Bestand

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Schwäbische Zeitung

Den Wohnungsmarkt in den Fokus genommen haben die Wangener Freien Wähler (FW) jüngst bei einer Informations- und Diskussionsveranstaltung – und mit der Wahl des Referenten bewusst den Blick über den Tellerrand der unmittelbaren Region hinaus gelenkt.

Laut FW-Mitteilung erläuterte der geschäftsführende Vorstand der Baugenossenschaft Biberach, Patrick Detzel, bei dem gut besuchten Abend im Lindenhof die Möglichkeiten aus Sicht einer Wohnbaugenossenschaft. Dabei sei Detzel insbesondere auf die Herausforderung eingegangen, auch künftig bezahlbaren Wohnraum für alle Bevölkerungsschichten zu schaffen. Nur mit größter Anstrengung sei es demnach derzeit den am Markt tätigen Genossenschaften – aber auch sonstigen Bauträgern – möglich, die Voraussetzungen für sozialen (Miet-)Wohnungsbaus marktgerecht umzusetzen. Als klaren Standortnachteil in Baden-Württemberg nannte der Referent die Voraussetzungen des novellierten Erneuerbare-Wärme-Gesetzes (EWärmeG) von 2015 im Gegensatz zu anderen Bundesländern.

In der Diskussion wurde laut Bericht deutlich, dass auf die Stadt Wangen mit ihren Ortschaften in den nächsten Jahren große Aufgaben beim Wohnungsbau zukommen. Alleine die Planung und Umsetzung der Neubaugebiete, wie unter anderem Landesgartenschau-Gelände, Auwiesensiedlung, Gebiet der ehemaligen NTW, Neubaugebiete Haid-Wittwais, Deuchelried und Haslach, mit weit mehr als 600 Wohneinheiten müsse marktgerecht aber auch sozialverträglich im Bürgerdialog entwickelt werden, so die Freien Wähler: „Eine ausgewogene Mischung von Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie Geschosswohnungsbau, die allen Bevölkerungsgruppen gerecht wird, ist hier gefragt.“

Zudem seien wohnungspolitische Maßnahmen im derzeitigen Gebäude- und Siedlungsbestand vor dem Hintergrund des demografischen Wandels notwendig. Viele in den 1970er- und 80er-Jahren gebaute Ein- und Zweifamilienhäuser würden aktuell nicht mehr von Familien, sondern von alleinstehenden Senioren bewohnt. „Deshalb muss sich unser Augenmerk auch im Besonderen auf die Umgestaltung des Wohnbaubestandes richten“, fordern die Freien Wähler. Dabei gelte es, bestehende Siedlungen und ihre Strukturen weiterzuentwickeln, um zusätzlich bezahlbaren Wohnraum zu erhalten. Denn, so heißt es in dem Schreiben weiter: „Eine Bestandswohnung, auch wenn sie umgestaltet und modernisiert werden muss, kann wesentlich günstiger sein als ein Neubau.“

Dabei setzen die Freien Wähler auch auf Änderungen von Bebauungsplänen, wie zum Beispiel aktuell für Niederwangen-Feld. Dort versprechen sie sich mehr Wohnraum durch die Nutzbarmachung der Dachgeschosse für Familienangehörige und weitere Generationen. Dies könne Siedlungen mit neuem Leben füllen und künftige Leerstände verhindern.

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