BEG Region Wangen investiert weiter in Windkraft

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Sie führen die Bürgerenergiegenossenschaft (von links): Aufsichtsratsvorsitzender Michael Lang, sein Stellvertreter Hans-Jörg P
Sie führen die Bürgerenergiegenossenschaft (von links): Aufsichtsratsvorsitzender Michael Lang, sein Stellvertreter Hans-Jörg Pfau, die Vorstände Christoph Müller (Finanzen), Wolfgang Friedrich (Technik) sowie Detlef Huber (Geschäftsstelle). (Foto: sum)
Schwäbische Zeitung

Die Bürgerenergiegenossenschaft Region Wangen im Allgäu investiert in einen projektierten Windpark in der Nähe von Donaueschingen. Dies war die Hauptnachricht, die die Genossen bei der Generalversammlung mit nach Hause nahmen. Außerdem legten die Vorstände eine gute Bilanz für 2015 vor. Die Mitglieder können sich deshalb das fünfte Jahr in Folge über drei Prozent Dividende freuen, wie aus einer städtischen Mitteilung hervorgeht.

Demnach haben BEG-Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen, in den noch in der Planung begriffenen Windpark „Länge“ bei Donaueschingen zu investieren, um weiter erfolgreich zu sein. Die Planer hoffen auf die Inbetriebnahme Ende 2017. Projekt und Planer, die Firma Solarcomplex AG aus Singen, gelten als seriös, sagte der technische Vorstand Wolfgang Friedrich: „Die Größe des Windparks mit voraussichtlich 3,3Megawatt ist ein nennenswerter Baustein für die regenerative Energiezukunft der erweiterten Raumschaft.“

Die Anlage soll im Endausbau 51Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Es sei laut Friedrich davon auszugehen, dass ein Investment in dieses Projekt mit bis zu acht Windkraftanlagen eine nachhaltige Kapitalanlage sei, von der man auch eine angemessene Rendite erwarten könne. Auch das unternehmerische Risiko sei vergleichsweise gering. Denn selbst wenn das Projekt schief gehen sollte, drohe der BEG keine Insolvenz. Sie beteilige sich als Kommanditist mit der Mindesteinlage von 200000 Euro an den zwölf Millionen Euro Eigenkapital der Projektgesellschaft. Die Gesamtinvestitionen sind mit 42 Millionen Euro für das Projekt veranschlagt. Um überhaupt einsteigen zu können, hat die BEG 4000 Aktien im Gesamtwert von 10 000 Euro an der Solarcomplex AG gezeichnet.

„In kleinen Schritten wachsen“

OB Michael Lang wies als Aufsichtsratsvorsitzender der BEG daraufhin, dass die Genossenschaft inzwischen stark genug sei, um so eine Aufgabe zu schultern. „Gott sei Dank haben wir schon zehn Photovoltaikanlagen. So können wir immer wieder schauen, was noch gehen kann“, sagte er. Das Projekt habe auch strategischen Charakter: „Wenn wir als BEG weiter in kleinen Schritten wachsen wollen, dann müssen wir in solche Anlagen investieren.“.

Für die Mitglieder hat das neue Engagement zunächst vor allem einen Vorteil: Es wird wieder möglich, BEG-Papiere zu erwerben. Jedes Mitglied kann noch einmal zehn Anteile dazukaufen. Auch Neumitglieder können zehn Anteile erwerben.

Zu Beginn hatte Friedrich geschildert, wie sich die BEG in den vergangenen zwölf Monaten entwickelt hat, und gab dabei einen interessanten Überblick über die Gesamtentwicklung. 2015 produzierten die zehn PV-Anlagen auf Dächern in der Region 384 300 Kilowattstunden (kWh). 2010, ein gutes Jahr nach der Gründung, waren es knapp 50 000 kWh. Der Blick in die Zukunft verheißt ein Wachstum auf über 400 000 kWh. Der Grund: Die beiden großen Dächer auf den Wohngebäuden am Südring sind Anfang März in Betrieb gegangen und sollen pro Jahr etwa 65000 kWh produzieren.

Von den in 2015 produzierten rund 384 300 kWh wurden 305 800 ins Netz eingespeist, 78 500 gingen in den Eigenverbrauch, wie beispielsweise an der Johann-Andreas-Rauch-Realschule, wo 86 Prozent des erzeugten Stroms von der Schule und der Turnhalle verbraucht werden. Die insgesamt erzeugte Strommenge sparte 2015 rund 235 Tonnen CO.

Der kaufmännische Vorstand Christoph Müller legte die finanzielle Bilanz vor. Das Ergebnis vor Steuern lag bei knapp 31 000 Euro und damit rund 1 000 Euro über 2014, der Bilanzgewinn, von dem aus die Dividende berechnet wird, belief sich auf 23 000 Euro, gegenüber 2014 ein Plus von 800 Euro. „Seit der Gründung hat die BEG 945 000Euro investiert und rund 1,5 Millionen kWh Strom erzeugt“, sagte Müller. Die Zahl der Mitglieder blieb praktisch konstant. Zum Jahreswechsel 2015/16 waren es 506 Mitglieder (Vorjahr: 504), die insgesamt 6761 Anteile hielten (Vorjahr: 6733).

Der Aufsichtsratsvorsitzende dankte den beiden Vorständen für ihre ehrenamtliche Arbeit. Sie wurden von der Versammlung einstimmig entlastet, ebenso der Aufsichtsrat. Die BEG bietet ihren Mitgliedern am Samstag, 9. Juli, eine Ausfahrt ins „Energiedorf“ Wilpoldsried an. Abfahrt ist um 8.30 Uhr am P 14.

Alles zur Bürgerenergiegenossenschaft findet sich auf der neu gestalteten Homepage

www.buergerenergie-wangen.de

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