Alter Vorstand führt die Heimatpfleger weitere drei Jahre

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Sie werden ihre Ämter weitere drei Jahre ausüben: Georg Zimmer, Ulrich Mauch und Dr. Jörg Leist (von links), Schriftführer, Gesc (Foto: swe)
Schwäbische Zeitung
Redaktionssekretariat

Dass die Arbeitsgemeinschaft Heimatpflege im württembergischen Allgäu (AG Heimatpflege) und mit ihr die rund 60 Vertreter der elf Mitgliedsstädte und –gemeinden und 13 Heimatpflegevereine am Freitag zu ihrer jährlichen Hauptversammlung ausgerechnet in Leupolz zusammentrafen, war alles andere als ein Zufall.

„Wir sind ganz bewusst hier, weil Leupolz ein hervorragendes Beispiel ist, wie es gehen kann“, sagte AG Heimatpflege-Vorsitzender Dr. Jörg Leist und spielte dabei auf die Entwicklung des Dorfstadels zum Museum und dem ehrenamtlichen Engagement in Sachen Museum samt Weinberg und Kräutergärtle Himmelszipfele an. Auf den humorigen Punkt gebracht klangen Leists Ausführungen und dessen Respekt vor den Leupolzern so: „Es gibt Male und Weible – und Leupolzer!“

In seinem Rückblick nahm auch die Windkraft im Allgäu Raum ein: „Es hat sich gezeigt, dass man gegenüber der ursprünglichen Vorstellung vorsichtiger geworden ist und die örtlichen Verhältnisse einiges relativiert haben. Wichtig ist es allerdings, am Thema dran zu bleiben: nicht mit aufgeregtem Geschrei, sondern mit differenzierter Beobachtung und Abwägung.“

Neben zehn Vorstandssitzungen, zu denen auch immer wieder Mitglieder verschiedener Arbeitsgruppen geladen wurden, und der Heimatpflegerschulung konnte im abgelaufenen Vereinsjahr auch der Kontakt zum Schwäbischen Heimatbund intensiviert werden, mit dem 2013 und 2014 das Kulturlandschafts-Gemeinschaftsprojekt „Württembergisches Allgäu“ veranstaltet werden soll (siehe Informationskasten).

Die Neuauflage der 60-seitigen Broschüre Arbeitsgrundlagen steht unmittelbar bevor. Sie wurde von AG Heimatpflege-Schriftführer Georg Zimmer vorgestellt und enthält Aussagen zu den einzelnen Fachbereichen, Themenwegen, Geschichte, Brauchtum, Adressen und vielem mehr. „Leider gibt es in der Heimatpflege im württembergischen Allgäu immer noch ein paar weiße Flecken“, sagte Zimmer. Er nannte Isny und Bad Wurzach als Orte, die noch personellen Nachholbedarf haben. Arbeitsgemeinschaft steht finanziell gut da

Finanziell betrachtet steht die AG Heimatpflege nach 21534 Euro an Einnahmen, 27593 Euro an Ausgaben im vergangenen Vereinsjahr und einem Gesamtvermögen von 37592 Euro gut da. „Man muss sich aber auch vor Augen halten, dass die bevorstehenden Projekte einiges an Geld brauchen werden und auch unsere Broschüre bezahlt werden muss“, sagte AG Heimatpflege Kassier Dieter Krattenmacher. Unterstützt werden soll unter anderem auch ein Burgenbuch von Berthold Büchele, das im Herbst 2013 erscheint und etwa 270 Burgen im Landkreis zeigt.

Geschäftsführer Ulrich Mauch, Vorsitzender Dr. Jörg Leist, Schriftführer Georg Zimmer und Kassier Dieter Krattenmacher wurden in ihren Ämtern für weitere drei Jahre bestätigt.

Abschließend stellten Dr. Manfred Thierer die Bedeutung und Gefährdung der Allgäuer Streuobstwiesen und der Streuwiesen sowie Gerhard Schmaus den Luftkampf über dem Allgäu vom 18. Juli 1944 in ihren Referaten vor. Während Thierer eine „Globalisierung in jeder Hinsicht“ feststellte und Lamas, Wasserbüffel und Kamele im Landkreis ausmachte, erzählte Schmaus von der Luftschlacht amerikanischer und deutscher Bomber, die in einer Ausstellung 2014 dokumentiert werden soll. Dr. Leist stellte eine Förderprämie für das Anpflanzen von Nussbäumen in der Nähe von Höfen in Aussicht: „Gleichzeitig suchen wir nach einem Verein, der bereit ist, sich um die verwilderten Obstanlagen in Dürren zu kümmern.“

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