Adventliches Klangfeuerwerk in der Wangener Martinskirche

Lesedauer: 4 Min
Das Adventskonzert in der Sankt Martinskirche begeisterte die Besucher.
Das Adventskonzert in der Sankt Martinskirche begeisterte die Besucher. (Foto: Rohmert)
Edgar Rohmert

Das traditionelle Adventskonzert des Rupert-Ness-Gymnasiums in der Sankt Martinskirche war in diesem Jahr ein wahres Klangfeuerwerk. Bereits der Auftakt mit der „Ouvertüre“ aus der Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel war ein überwältigender adventlicher Weckruf, dem weitere folgten: Bourree, La Rejouissance und das berühmte Menuett. Die Martinskirche platzte am Montagabend aus allen Nähten, denn nicht nur das Orchester, sondern auch die Chöre stellten eine gewaltige Größe dar, die die vielen Zuhörer durch die Klangfülle und die schönen Stimmen beeindruckte und begeisterte.

Unter-, Mittel- und Oberstufenorchester hatten sich seit September unter der Leitung von Steffen Deuschle auf dieses Konzert vorbereitet. Auch der Unterstufen-, Mittel- und Oberstufenchor fieberte monatelang diesem adventlichen Höhepunkt entgegen. Bernhard Ladenburger hatte seine Chorsänger mit einer schönen Liedauswahl auf diese Konzert eingestimmt, genauso wie Stefanie Müller-Deuschle den Lehrer-Eltern-Chor.

Es ist immer eine musikalische Sternstunde, wenn die Ouvertüre aus der Feuerwerksmusik von Händel ertönt, wie auch bei diesem Adventskonzert. Barocke Feierlichkeit erfüllte den Kirchenraum, wie eine „Hymne an den Frieden“. Mit zwei geistlichen Chorstücken („Ich lobe meinen Gott“ und dem Spiritual „Lord I pray to you“) trugen die Chorsänger zur besinnlichen Adventsstimmung bei. Fröhlich und heiter dagegen das „Christmas comes again“, gespielt vom Mittel-und Oberstufenorchester. Die Solistin Miriam Knöpfler eroberte die Herzen der Zuhörer mit ihrem Solo in „Oh happy day“, unterstützt von Pianist Noah Werner und dem großartigen Chor. Schulleiter Michael Roth nahm das gemeinsam gesungene Adventslied „Macht hoch die Tür“ zum Anlass für ein kurzes Grußwort, in dem er sich bei allen Mitwirkenden für das große Engagement und ihre Freude an der Musik bedankte.

Stefanie Müller-Deuschle führte mit Chor und Orchester einige Stücke aus dem zweiten Teil des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach auf: „Brich an, o schönes Morgenlicht“, „Sinfonia“, „Schaut hin, dort liegt im finstern Stall“ und „Wir singen dir in deinem Heer“. Verträumt, und dennoch überwältigend die Klänge aus den „Winterträumen“ von Tschaikowsky, aufgeführt vom Unter-, Mittel-und Oberstufenorchester. Besonders schön die klanglich bezaubernden Soli von Querflöte (Sarah Kämmerle) und Klarinette (Julius Steidele).

Ein besonderer Höhepunkt des Adventskonzertes war ohne Zweifel das „Christmas eve / Sarajevo 12 / 24“. Es entstand auf dem Hintergrund des Bosnienkrieges, der dem aus Sarajewo stammenden Cellisten P.O.Neill das Herz brach, als er als älterer Herr nach vielen Jahren in seine zerbombte Heimat zurückkehrte. So ist auch dieses aufwühlende Stück eine Komposition, die von Bombeneinschlägen und Maschinengewehr-Salven durchsetzt ist. Das Adventskonzert klang aus mit dem raumfüllenden Kanon „All praise to thee“ von Thomas Tallis, bei dem sowohl Schüler und Eltern-Lehrer-Chor als auch das Gesamt-Orchester mitwirkten – 13 Tage vor Weihnachten: eine wundervolle adventlich- musikalische Einstimmung auf das große Fest.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen