Ab sofort grinsen Smileys – oder sie zeigen sich verärgert

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Tempo 39 (tagsüber) und deshalb ein grünes „Smiley“: Dieser Autofahrer hat am Donnerstag alles richtig gemacht in der Friedrich-
Tempo 39 (tagsüber) und deshalb ein grünes „Smiley“: Dieser Autofahrer hat am Donnerstag alles richtig gemacht in der Friedrich-Ebert-Straße. Dort steht eine der drei neuen Anlagen. (Foto: jps)
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Seit ein paar Tagen grinsen grüne Smileys Autofahrer an, wenn sie durch die Klosterberg-, die Friedrich-Ebert- oder die Kolpingstraße fahren – und wenn sie dabei nicht zu schnell unterwegs sind. Andernfalls leuchtet ihnen ein rot gefärbtes, verärgertes Gesicht entgegen. Damit hat die Stadt eine im Frühjahr angekündigte Maßnahme umgesetzt. Von der erhofft sie sich eine diszipliniertere Fahrweise der Verkehrsteilnehmer.

Ganz bewusst hat die Verwaltung die Smiley-Standorte so ausgewählt, dass sie sich vor allem dort befinden, wo seit Herbst 2017 im Rahmen des Lärmaktionsplans zwischen 22 und 6 Uhr Tempo 30 gilt. Deshalb steht eines der drei neu angeschafften Geräte in der Klosterbergstraße ein Stück weit vor der Isnyer Brücke und ein zweites in der Friedrich-Ebert-Straße auf Höhe der dortigen Tankstelle.

Die dritte Anlage war zuerst aufgestellt worden – und zwar in der Klosterbergstraße. An dieser lief zunächst die Erprobungsphase. Gleichwohl soll sie dort stehen bleiben. Denn, so Ordnungs- und Sozialamtsleiter Kurt Kiedaisch: Anwohner hätten die Stadt auf regelmäßige Geschwindigkeitsübertretungen aufmerksam gemacht.

Mit den grünen oder roten Smileys sollen die Verkehrsteilnehmer dazu erzogen werden, die zulässige Höchstgeschwindigkeit einzuhalten. Denn die Geräte signalisieren nicht nur über Farbe und Gesichtsausdruck, ob alles in Ordnung ist, sondern sie geben zusätzlich individuell das gefahrene Tempo an.

Moderne Geräte angeschafft

Zwar hatte und hat die Stadt bereits zuvor vier ähnliche Geräte im Einsatz. Allerdings haben sie zwei Nachteile: Sie verfügen – im Gegensatz zu den neuen Anlagen – nicht über eigene Solaranlagen und müssen deshalb an Standorten stehen, an denen es eine Stromversorgung gibt. Und: Sie sind nicht geeignet für wechselnde Geschwindigkeitsregelungen. Genau diese sind aber mit der Einführung des nächtlichen Tempo-30-Gebots quasi ringförmig um die Altstadt herum in Kraft.

Jetzt also können Autofahrer und andere auch dort bei zu hoher Geschwindigkeit gewarnt werden. Ob der erhoffte Erziehungseffekt eintritt, ist aber noch offen. Das hat sich in der Nacht zu Donnerstag gezeigt. Da gab es auch Messungen mit einem mobilen Blitzer. In der Friedrich-Ebert-Straße, nur wenige Meter hinter dem dortigen Smiley. Ergebnis der von 22 bis 1 Uhr laufenden Aktion: Trotz „Vorwarnung“ waren immer noch 25 Fahrzeuge zu schnell. „Das hat mich erstaunt“, so Kurt Kiedaisch.

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