„Ab dem ersten Monat schwarze Zahlen geschrieben“

Lesedauer: 4 Min

Großes Interesse gab es für den Stammtisch der Grünen am Mittwochabend. Alicia Dannecker, die gemeinsam mit ihrem Partner Björn
Großes Interesse gab es für den Stammtisch der Grünen am Mittwochabend. Alicia Dannecker, die gemeinsam mit ihrem Partner Björn Gerlach (Zweiter von rechts) den Ravensburger Unverpackt-Laden gründete und betreibt, stellte ihr Konzept und die Entwicklung des Ladens vor. Berthold Bungard (vorne) und eine achtköpfige Interessensgruppe sind dabei, einen ähnlichen Laden auch in Wangen ins Leben zu rufen. Die GOL (vertreten durch Gerold Fix, Zweiter von links) griff dieses Thema auf und lud zu einem – von 60 Personen besuchten – Abend. (Foto: Susi Weber)
Redaktionssekretariat

Umfänglich hat im Rahmen des GOL-Stammtisches auch Alicia Dannecker, Gründerin und Eigentümerin des „Wohlgefühl – plastikfrei und unverpackt“-Ladens in Ravensburg, berichtet. Von den Besuchern des Abends wurde die Ernährungs-Wissenschaftlerin mit Fragen bombardiert, die vom Umfang des Sortiments bis hin zur Wirtschaftlichkeit reichten.

„Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht, bereuen nichts und es läuft gut“, sagte Alicia Dannecker gleich vorne weg. Mit „wir“ sind sie und ihr Partner Björn Gerlach gemeint. Mitte Dezember haben sie in Ravensburg ihren 75 Quadratmeter großen Unverpackt-Laden mit inzwischen rund 380 Produkten und einschließlich Wohlfühlecke, Büchertauschregal und Kinderspielecke eröffnet.

Obst und Gemüse hat der Unverpackt-Laden (nicht nur aus Platzgründen) relativ schnell wieder aus dem Sortiment genommen: „Wir haben in Ravensburg einen großen und guten Wochenmarkt. Unsere Kunden gehen dort hin.“ Auch Fragen nach dem Hygiene-Vorschriften-Problem, wie beispielsweise das Schüsseln über die Theke reichen, beantwortete Dannecker bereitwillig: „Auch dafür gibt es Lösungen.“ Ein großer deutscher Einzelhändler biete beispielsweise Tabletts, auf die dann selbst mitgebrachte Dosen gestellt werden können.

Ein „gelber Sack“ pro Monat

„Wir haben ab dem erste Monat schwarze Zahlen geschrieben“, erklärte Alicia Dannecker ihren Zuhörern. Sie weiß aber auch: „Das ist nicht unbedingt die Regel.“ Gegenüber der „Schwäbischen Zeitung“ räumt sie allerdings auf Nachfrage ein, dabei marktübliche Gehälter für sich und ihren Partner nicht einzubeziehen. Im „Wohlgefühl“ werde ausschließlich Bio-Ware verkauft: „Auch wenn wir nicht bio-zertifiziert sind.“ Ganz ohne (Plastik-)Müll kommt auch der Unverpackt-Laden (noch) nicht aus, was laut Dannecker an gewissen Zulieferern und ihren Verpackungsgewohnheiten liegt: „Es ist aber so, dass wir die wenigen Plastikverpackungen dann auch als Müllsäcke weiterverwenden.“ Im Moment falle auch im Unverpackt-Laden noch so etwa ein gelber Sack pro Monat an tatsächlichem Müll an. Im deutschlandweiten Verband, der die etwa 80 bis 100 Geschäfte in Deutschland existierenden Unverpackt-Läden vertritt, würde auch in diesem Fall an Lösungen gearbeitet – und Druck auf die Lieferanten ausgeübt.

Welche Visionen sie habe, wollte eine GOL-Stammtisch-Besucherin von Alicia Dannecker, die im Frühjahr mit dem Publikumspreis des Gründerpreises von Schwäbisch Media ausgezeichnet wurde, wissen: „Am allerliebsten hätte ich ein Vollsortiment.“

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen