Ein äthiopischer Chor begleitete mit Gesang und traditionellen Instrumenten den Eröffnungsgottesdienst in St. Ulrich zum Monat
Ein äthiopischer Chor begleitete mit Gesang und traditionellen Instrumenten den Eröffnungsgottesdienst in St. Ulrich zum Monat der Weltmission. (Foto: Vera Stiller)
Vera Stiller
Redakteurin

Mit einem feierlichen Gottesdienst in St. Ulrich wurde am Sonntag der Monat der Weltmission eröffnet. Als Gast konnte Pfarrer Claus Blessing neben Weihbischof Matthäus Karrer vor allem Abba Petros Berga aus Addis Abeba begrüßen. Steht doch Äthiopien im Mittelpunkt der diesjährigen Missio-Aktion. Im Anschluss daran konnte im Gemeindezentrum viel über Land und Leute und über die weltweite Kampagne erfahren werden.

Im Monat und insbesondere am Sonntag der Weltmission, dem 28. Oktober, richten die Missio-Werke den Blick auf die Arbeit der Kirche, die in Äthiopien geleistet wird. In jenem Land, das als die Wiege der Menschheit gesehen wird und eine alte Kulturnation ist. Nicht zuletzt ist es für sein urchristliches Erbe bekannt. Gleichzeitig, so war am Sonntag zu hören, steht das Land vor vielen Herausforderungen. Trotz Modernisierung und stark wachsender Wirtschaft gehört Äthiopien immer noch zu einem der ärmsten Länder der Welt.

Nachdem Weihbischof Karrer die Missio-Kerze am Altar entzündet hatte, war es die Aufgabe von Missio-Mitarbeiter Philipp Schröder aus Rottenburg, die Ansprache von Abba Petros aus dem Englischen ins Deutsche zu übersetzen. Es sei ein Segen für ihn, in Deutschland und damit bei Verbündeten im Glauben zu sein, sagte Petros Berga und hielt vor Augen: „Jesus ruft uns, auf seinen Spuren zu wandeln und Licht für die Welt zu sein.“

Getreu dem Leitwort der diesjährigen Aktion „Gott ist uns Zuflucht und Stärke“ sah Abba Petros die Aufgabe der kleinen katholischen Kirche in seinem Land darin, „sich für die entwurzelten Menschen zu engagieren und ihnen neue Lebensperspektiven zu eröffnen“. Und weil 50 Prozent der äthiopischen Bevölkerung unter 20 Jahre alt sind, müsse sie vor allem auf die allgemeine Verunsicherung der Jugendlichen, die zwischen Tradition und Moderne zerrissen seien, antworten.

Wie später zu erfahren war, ist Abba Petros „Seelsorger und Mutmacher zugleich“. Wie kein anderer stehe er für den „Aufbruch der Südkirchen in ein neues Zeitalter“. Der äthiopische Priester koordiniere mit seinen 44 Jahren die pastoralen Aktivitäten der Erzdiözese Addis Abeba. Gemeinsam mit seinem Team und über 50 Ehrenamtlichen sei er für Familien und Kinder, für die Menschen an den Randgebieten, für die zahlreichen Flüchtlinge aus den Nachbarstaaten und auch für die Insassen in Gefängnissen da. „Alles das können wir nur mit Unterstützung der Kirche in Deutschland schaffen“, war der Priester überzeugt. Um abschließend dazu aufzufordern: „Beten sie für uns, beten wir füreinander und stehen wir zusammen!“

Äthiopische Kaffee-Zeremonie.

Hatte schon ein äthiopischer Chor den Gottesdienst mitgestaltet, so war er auch dabei, als im Gemeindezentrum St. Ulrich ein Begegnungspodium eröffnet wurde. Hier stellten Missio-Werk und Abba Petros in Wort und Bild noch einmal ihre Arbeit vor, es gab ein Gespräch zwischen Weihbischof Karrer und dem Gast aus Äthiopien und eine äthiopische Kaffee-Zeremonie. Kaffee, das einzige bedeutende Exportgut, über das Äthiopien verfügt, ist hier Nationalgetränk und fester Bestandteil des Alltags. Die Zubereitung ist reine Frauensache. Auf einem Hocker sitzend werden die rohen Kaffeebohnen gewaschen und in einer Pfanne geröstet. Um sich herum hat die Frau des Hauses frische Gräser ausgebreitet. Sie sollen die Verbundenheit der Bewohner mit der Natur symbolisieren und den Wunsch ausdrücken, „dass es immer grün bleibt“.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen