Der „letzte Bauabschnitt“ hat begonnen

Lesedauer: 5 Min

Bürgermeister Dieter Krattenmacher und Ortsvorsteher Werner Bachmann freuen sich gemeinsam mit den Anwohnern und Vertretern der
Bürgermeister Dieter Krattenmacher und Ortsvorsteher Werner Bachmann freuen sich gemeinsam mit den Anwohnern und Vertretern der Firma Dobler sowie der Gemeinde Kißlegg über den Baubeginn des neuen Geh- und Radweges entlang der L 265, der bis zum Sept (Foto: Susi Weber)
Redaktionssekretariat

Knapp neun Jahre nach Eröffnung der Autobahn 96 gehen nun auch die begleitenden und nachgeordneten Maßnahmen zur A 96 in die Zielgerade. Am Montag feierten Verwaltung, Anwohner und die beauftragte Firma Dobler in Knittelsbach den offiziellen Baubeginn des knapp 600 Meter langen Geh- und Radweges Dettishofen-Knittelsbach. Das Besondere daran: Die Investitionskosten in Höhe von 300 000 Euro für den Weg entlang der Landesstraße 265 übernimmt vollständig die Gemeinde Kißlegg.

Nein, warten auf den St. Nimmerleinstag wollten die Kißlegger und Waltershofener nicht weiter. „Eigentlich ist ja das Land für einen Geh- und Radweg entlang der L 265 zuständig“, erklärte Kißleggs Bürgermeister Dieter Krattenmacher. Doch in keinem der laufenden Programme fand der Weg, der gleichzeitig einen Lückenschluss für Fußgänger und Radfahrer in Richtung Isny und Argenbühl bedeutet, Aufnahme. „Schließlich haben wir entschieden, es selbst zu machen“, sagte Waltershofens Ortsvorsteher Werner Bachmann.

Seiner Aussage nach ist die Planung und Anbindung des Geh- und Radweges im so genannten nachgeordneten Straßennetz zur A 96 „einfach vergessen worden“: „Mir ist der Weg ein wichtiges Anliegen. Er bedeutet jetzt auch das Ende der Baumaßnahmen zur A 96 in der Gemeinde.“ In Anbetracht der Lage, dass sich Bachmann 1989 erstmals mit der Autobahn zu beschäftigen hatte, sprach er am Montag auch von einem „sehr persönlichen Moment, den ich genieße.“

In rund dreimonatiger Bauzeit wird entlang der L 265 nun ein 365 Meter langer, neuer Geh- und Radweg zwischen dem Kreisverkehr Dettishofen und der Josef-Mohr-Straße entstehen. „Im unteren Teil werden wir den rund 200 Meter langen, bestehenden Weg ausbauen und sanieren“, erklärte Kißleggs Bauamtsleiter Manfred Rommel. In den 300 000 Euro Kosten enthalten sind auch rund 45 000 Euro für den Breitbandausbau und die Vorbereitungen für einen späteren Glasfaserausbau. Möglicherweise gibt es dafür einen Zuschuss in Höhe von 23 000 Euro. Gesichert sei dies aber, so Krattenmacher, noch nicht. Bei aller Freude über die nun in Kürze beginnende Ost-West-Verbindung für Radfahrer und Fußgänger, verschwieg das Kißlegger Gemeindeoberhaupt seinen Ärger nicht: „Wir haben alles selbst gebaut und kommunales Geld verwendet.“ Zu „allem“ ist beispielsweise der Park-&-Ride-Platz und die Bushaltestelle in Nähe der Dettishofener Kreuzung zu zählen. Letztere wird auch von Kindern und Jugendlichen genutzt, die ab dem Schuljahr 2018/19 mit dem Geh- und Radweg entlang der L 265 mehr Sicherheit im Straßenverkehr haben werden. Auch touristisch ist der Weg – direkt an einem Radfernwanderweg gelegen – attraktiv.

„Vom Land haben wir keinen Cent gekriegt“, wetterte Krattenmacher: „Wir müssen sogar noch dankbar sein, dass es uns nicht verboten hat, einen Radweg zu bauen.“ Krattenmachers Worte galten aber auch den Anwohnern, die bereit waren, Grundstücke abzugeben. Er lobte die gute Allianz zwischen Ortschaft und Anwohnern: „Wenn wir hier auf taube Ohren gestoßen wären, würden wir heute keinen Weg bauen.“ Dankbar zeigte sich auch Ortsvorsteher Werner Bachmann: „Für Waltershofen bedeutet dieser Weg auch Wohn- und Lebensqualität.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen