Waldburg baut neuen Kindergarten auf gestiftetes Grundstück

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Der Waldburger Kindergarten Zauberburg ist mittlerweile 50 Jahre alt.
Der Waldburger Kindergarten Zauberburg ist mittlerweile 50 Jahre alt. (Foto: Sybille Glatz)
Schwäbische Zeitung
Sybille Glatz

Die Gemeinde Waldburg baut östlich vom Kohlhaus einen neuen, eingeschossigen Kindergarten mit zunächst fünf Gruppen. Eine Erweiterung auf sechs Gruppen wird mit eingeplant. Entstehen wird der Kindergarten auf einer 4000 Quadratmeter großen Fläche, die ein Waldburger Bürger der Gemeinde gestiftet hat. Das hat der Waldburger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich beschlossen. Damit ist eine Frage entschieden, die schon zum vierten Mal auf der Tagesordnung des Gremiums stand.

Der Neubau soll den in die Jahre gekommenen Kindergarten „Zauberburg“ an der Hauptstraße ersetzen. Das Gebäude der „Zauberburg“ ist gut 50 Jahre alt und wird von der Gemeinde als „mittelfristig sanierungsbedürftig“ eingestuft. Sobald der neue Kindergarten gebaut ist, soll es abgerissen werden und an seiner Stelle Wohnungen entstehen. Für einen Neubau und gegen eine Sanierung der „Zauberburg“ hatte sich der Gemeinderat bereits Ende 2016 ausgesprochen. Doch mit der Entscheidung, wohin der neue Kindergarten kommen soll, tat sich der Gemeinderat schwer.

Acht Standorte rund um das Schulareal waren im Gespräch, die mal näher, mal weiter weg von der Schule und von der Sport- und der Mehrzweckhalle lagen. Neben Lage und Größe ging es in den Gemeinderatsdebatten vor allem um die Verfügbarkeit der Grundstücke. Denn nicht alle Flächen waren im Gemeindebesitz. In der letzten Sitzung des vergangenen Jahres hatte der Gemeinderat die Verwaltung damit beauftragt, mit Grundstückseigentümern zu klären, welche Flächen rund um das Schulareal die Gemeinde erwerben kann und zu welchen Konditionen. Das Ergebnis war ernüchternd.

Komplizierter Flächentausch kam nicht zustande

Ein möglicher Standort war östlich des Schulgeländes gewesen, den das Ravensburger Architekturbüro „MLW-Architekten“ als „sehr geeignet“ bewertet hatte. Um in Besitz dieses Grundstücks zu kommen, hätte die Gemeinde nicht nur einmal, sondern zweimal mit zwei verschiedenen Eigentümern Flächen tauschen müssen: zuerst eine Fläche im Gemeindebesitz gegen ein benachbartes Grundstück und dann dieses wiederum gegen das Grundstück östlich des Schulgeländes. Laut Gemeindeverwaltung war der Eigentümer der ersten Tauschfläche entgegen früheren Zusagen nicht mehr zu einem Tausch bereit. Einem Verkauf wollte keiner der Eigentümer zustimmen. Im Ergebnis fiel damit der Standort östlich des Schulareals weg.

Übrig blieben nur noch Varianten, den Kindergarten südlich oder westlich eng an die Mehrzweckhalle anzuschließen – oder eben auf das 4000 Quadratmeter große Grundstück östlich des Kohlhauses zu bauen. Dieses hatte das Architekturbüro dem Gemeinderat als beste Variante empfohlen. Das Grundstück war der Gemeinde von Karl Miller, einem Waldburger Bürger, gestiftet worden. Nach Auskunft von Bürgermeister Michael Röger wurden in der Stiftung ausdrücklich „Kindergarten, Senioren- oder Pflegeheim“ als Stiftungszwecke genannt. „Mit dem Beschluss erfüllen wir also genau den Stifterwillen. Dass wir die Stiftung erhalten haben, ist eine sehr erfreuliche und einmalige Sache. Das erleben Sie nicht jeden Tag.“

Bevor mit dem Bau des Kindergartens begonnen werden kann, ist die Überplanung und Erschließung des Gebiets notwendig, das bisher eine grüne Wiese ist. „Bis wann der Kindergarten fertig sein wird, kann ich noch nicht sagen. Jetzt geht es erst einmal in die Planung. Sobald wir bauen können, rechne ich mit einer Bauzeit von eineinhalb Jahren“, sagte Röger. Dass der Gemeinderat sich in einem separaten Beschluss entschieden hatte, den neuen Kindergarten eingeschossig zu bauen, begrüßte er. „Es ist ein guter Beschluss, so ist eine barrierefreie Bauweise möglich.“

Mit dem Beschluss zufrieden dürften auch die Erzieherinnen der „Zauberburg“ sein. Sie hatten sich im Vorfeld für einen eingeschossigen Bau ausgesprochen.

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