Kommerz auf der Waldburg ein Dorn im Auge

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Die Waldburg, das Wahrzeichen Oberschwabens, ist schon seit diesem Frühjahr geschlossen und macht frühestens 2019 wieder auf.
Die Waldburg, das Wahrzeichen Oberschwabens, ist schon seit diesem Frühjahr geschlossen und macht frühestens 2019 wieder auf. (Foto: Archiv: Reinhard Wünsch)
Schwäbische Zeitung

Die Freunde der Waldburg sind über den Ausstieg des Fürstlichen Hauses Waldburg-Wolfegg-Waldsee aus der Betreibergesellschaft bis Ende 2018 verärgert. Erstens über den Vorgang an sich, Zweitens darüber, nicht informiert worden zu sein und Drittens vor allem darüber, dass die Burg jetzt nicht mehr öffentlich für jedermann zu jederzeit zugänglich ist. Der eingetragene Verein befürchtet, dass in Zukunft auf dem Wahrzeichen Oberschwabens „nur noch Kommerz“ herrschen wird.

Wie bereits berichtet, hat Waldburgs Bürgermeister Michael Röger am vergangenen Dienstag den Ravensburger Kreistag über diese Situation informiert, weil an der Betreibergesellschaft sowohl die Gemeinde Waldburg, das Fürstliche Haus als auch der Landkreis Ravensburg zu gleichen Teilen beteiligt sind.

„Im Vordergrund steht auch in Wolfegg (das Fürstliche Haus, Anm. d. Red.) das Finanzielle. Da gibt man ganz schnell eine alte Partnerschaft auf und geht eine neue ein, von der man sich erhofft, dass diese nun gewinnbringend sein wird. Die Umwandlung in einen Beherbergungsbetrieb dürfte nur eine Frage der Zeit sein. Priorität hat die Stammburg des Hauses Waldburg bei der heutigen Führung noch nie gehabt“, heißt es in der Stellungnahme von Pressereferent und dem ehemaligen Vereinsvorsitzenden Klaus Schäfer. Der Verein befürchtet, dass in Zukunft wohl ein spontaner Ausflug zur Burg unmöglich sein wird. „Stattdessen gibt es demnächst nur noch Kommerz auf der Burg.“

Reichskleinodien im Schlössle

Der Verein „Freunde der Waldburg e.V.“ sei deshalb gut beraten, seine Exponate vorerst aus der Burg abzuziehen und anderweitig der Öffentlichkeit zu präsentieren. Wie bereits berichtet, sind Reichskleinodien noch bis Februar im Weingartener Schlössle zu sehen und werden danach im thüringischen Altenburg ausgestellt – als Leihgabe für die Barbarossa-Stiftung. Der Verein habe es überhaupt erst möglich gemacht, dass die Burg heute so da steht.

Der Verein findet es sehr schade, „dass das Fürstliche Haus es nicht für nötig gehalten hat, den Verein über diese Veränderungen zu informieren“. Abschließend heißt es in der Stellungnahme: „Man hatte es (die Information, Anm. d. Red.) wohl nicht für notwendige erachtet, da der Verein sowieso nie einen großen Stellenwert beim Fürstlichen Haus hatte. Die kostenlose Leihgabe der Exponate für das Museum hat man jedoch gerne angenommen. Auf die Reaktion der Gemeinde Waldburg kann man gespannt sein.“

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