Zukunft des Altdorfer Walds beschäftigt die Bürger

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 Informierten die Bürger über das Waldgebiet: Maria-Anna-Leuthner vom Verein Natur- und Kulturlandschaft Altdorfer Wald und Gerd
Informierten die Bürger über das Waldgebiet: Maria-Anna-Leuthner vom Verein Natur- und Kulturlandschaft Altdorfer Wald und Gerd Maier von der Gruppe Aktiv 60+. (Foto: Aktiv 60+)
Schwäbische Zeitung

Mehr als 300 Besucher sind zum Informationsabend über den Altdorfer Wald in den Vogter Paradiessaal gekommen, zu dem die Vogter Gruppe Aktiv 60+ eingeladen hatte. Das geht aus einer entsprechenden Pressemitteilung hervor. Vier Experten sprachen dort über die Bedeutung des Waldes für Mensch und Natur, aber auch über Kiesabbau und Windkraft.

Nach einleitenden Worten zeigte Alexander Knor seinen Film „Impressionen – Der Altdorfer Wald“, teilt die Gruppe Aktiv 60+ mit. Die Besucher erlebten die zahlreichen Weiher, unterschiedliche Lichtungen, Wasserquellen, kulturell historische Denkmäler, mehrere Bildstöcke, Weiler und Ortschaften im und um das größte zusammenhängende Waldgebiet Oberschwabens.

An den Film schloss sich ein informativer Teil mit Beiträgen von vier Experten zu aktuellen Themen an. So habe der Biologe Roland Banzhaf erklärt, dass die einmalige geologische Formation des Waldburger Rückens und deren Entstehung für ihn Grund genug seien, dort weder Kiesabbau noch größere Abholzungen zuzulassen. Die Idee, den Wald als Landschaftsschutzgebiet auszuweisen, sei der richtige Gedanke.

Wilfried Franke, habe berichtet, dass er als Direktor des Regionalverbandes Bodensee-Oberschwaben für die Rohstoffsicherheit und sichere Energieversorgung auf Jahrzehnte im Voraus zu sorgen habe. Würden die Beschwerden der Gegner des Kiesabbaus umgesetzt, hätte die Region künftig wohl zu wenig Baustoff für Industrie und Hausbau. Auch Regionen in Baden-Würrtemberg, die nicht über Kiesvorräte verfügten, müssten von hier aus versorgt werden können. Zur Situation in Vogt-Grund habe er keine Aussage gemacht, heißt es in der Pressemitteilung.

Andreas Reichel, Vorsitzender des Vereins BREMN, informierte die Besucher laut Mitteilung über die baulichen Voraussetzungen beim Bau neuer Windkraftanlagen, die geplante Höhe von fast 250 Meter und „die noch immer nicht geklärte Entsorgung der nach 20 Jahren ausgedienten Anlagen“. Ein Problem würden die riesigen Stahlbetonfundamente im Boden und die Entsorgung der Rotorblätter aus Karbon bereiten.

Im letzten Statement habe Maria-Anna Leuthner vom Verein Natur- und Kulturlandschaft Altdorfer Wald noch einmal auf die Bedeutung des Waldes als grüne Lunge Oberschwabens hingewiesen. Besonders wichtig sei er für die Speicherung von CO2, das Herausfiltern von Staub und Ruß aus der Luft, als Wasserspeicher für rund 100 000 Menschen und als Filterfunktion für den Waldboden. Als negative Folgen des geplanten Kiesabbaus habe sie die Gefährdung der wichtigen Trinkwasserquellen, die Abholzung eines etwa elf Hektar großen gesunden Waldes, die Zerstörung eines Teils des geologisch bedeutsamen Waldburger Rückens, die Gefährdung des Ökosystems und den Eingriff in die Filterfunktion der eiszeitlichen Kiesschichten aufgezählt.

In der anschließenden Frage- und Diskussionsrunde, die von Christoph Wenzel aus Vogt geleitet wurde, sei vor allem Wilfried Franke gefordert gewesen. Keine befriedigende Antwort habe er auf die kritischen Fragen nach dem Kiesexport ins benachbarte Ausland geben können, teilt die Gruppe Aktiv 60+ mit. Ob es aus heutiger Sicht zu Windkraftanlagen auf dem windträchtigen Waldburger Rücken kommen werde, habe nach aktueller Einschätzung nicht klar beantwortet werden können.

Zum Schluss habe der Organisator des Abends, Gerd Maier, dem Verein Natur- und Kulturlandschaft eine Spende der anwesenden Besucher überreichen können.

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