So gelingt der Sprung in den ersten Arbeitsmarkt

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 Integriert im Team (von links): Jessica und Björn Bradtke, Inhaber des Café Haug, und Konditorgesellin Sarah Breimaier wollen a
Integriert im Team (von links): Jessica und Björn Bradtke, Inhaber des Café Haug, und Konditorgesellin Sarah Breimaier wollen auf Stephanie Weber nicht mehr verzichten. (Foto: Stiftung Liebenau)
Schwäbische Zeitung

Vorsichtig nimmt Stephanie Weber die frischen Nussecken vom Backblech und taucht sie flüssige Schokoglasur. Die 32-Jährige aus Vogt arbeitet seit August im Café Haug in Wangen. Das Besondere daran: Zuvor hat Stephanie Weber einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung gearbeitet. Jetzt hat sie den Sprung in den Ersten Arbeitsmarkt geschafft. Dabei geholfen hat ein Projekt, das seit gut einem Jahr besteht.

Zu Stephanie Webers Aufgaben in der Backstube gehört auch die Vorbereitung von Obst für die verschiedenen Kuchen. „In der Backstube arbeite ich besonders gern. Alle sind nett und freundlich und helfen mir, wenn es nötig ist“, erzählt sie. Sie füllt aber auch die Spülmaschine, räumt auf und macht die Tische im Café sauber. „Mir gefällt, dass die Arbeit so abwechslungsreich ist“, sagt die 32-Jährige. Morgens um 7.30 Uhr beginnt ihr Arbeitstag. Um 13.30 Uhr ist Feierabend und sie fährt mit dem Linienbus nach Vogt, wo sie bei ihren Eltern lebt.

Nach Schnuppertagen und einem viermonatigen Praktikum hat Stephanie Weber am 1. August dieses Jahres den betriebsintegrierten Arbeitsplatz im Café Haug in Wangen angetreten. Formal entspricht er einem Arbeitsplatz in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung, ganz konkret hat Stephanie Weber jetzt eine Stelle auf dem Ersten Arbeitsmarkt, erklärt die Stiftung Liebenau in einer Pressemitteilung. Dabei werde Stephanie Weber, ebenso wie der Betrieb, von der Ambulanten Arbeitsassistenz Allgäu unterstützt. Der Dienst der Stiftung Liebenau richtet sich an Menschen mit Beeinträchtigungen, begleitet sie auf dem Weg zur beruflichen Teilhabe und schafft Zugänge zum allgemeinen Arbeitsmarkt. Gefördert wird er durch die „Aktion Mensch“. Für den Arbeitgeber fallen in diesem Fall keine Personalkosten an.

Das gesamte Team in der Backstube überlege, welche Tätigkeiten für Stephanie Weber geeignet sind und unterstütze sie dabei, die einzelnen Arbeitsschritte einzuüben, sagt Andrea Döring von der Ambulanten Arbeitsassistenz Allgäu. „Stephanie ist sehr lernbegierig und probiert gerne neue Dinge aus. So werden die Teilaufgaben, die sie bewältigen kann, von Woche zu Woche mehr.“

Als Bindeglied zwischen Teilnehmerin und Arbeitgeber besucht Andrea Döring Stephanie Weber regelmäßig an ihrem Arbeitsplatz, erklärt die Stiftung Liebenau weiter. Sie ist da, um anstehende Fragen zu klären, Ziele zu stecken und Regeln zu definieren, die das Arbeitsleben leichter machen. „Die Stelle auf dem Ersten Arbeitsmarkt verlangt von Stephanie Weber mehr Selbstständigkeit als bei ihrer vorherigen Tätigkeit in der Stiftung Liebenau“, sagt Andrea Döring.

Björn Bradtke, Konditormeister und Inhaber des Café Haug, ist mit seiner neuen Mitarbeiterin voll und ganz zufrieden. „Ich würde sie jederzeit wieder einstellen“, sagt er. Vom Team in der Backstube, zwei Konditorgesellinnen und vier Auszubildenden, werde Stephanie Weber nicht nur akzeptiert, vielmehr sei sie voll ins Team integriert. „Sie strahlt immer und man merkt, dass ihr die Arbeit Spaß macht“, lobt Jessica Bradtke, die das Café zusammen mit ihrem Mann führt.

„Sie macht das, was sie kann und in der Geschwindigkeit, die für sie gut ist“, erläutert Björn Bradtke. Dabei habe er schon nach ein paar Wochen Fortschritte festgestellt. „Sie leistet schon viel mehr als am Anfang.“ Unter dem Strich sei die junge Frau aus seinem Betrieb nicht mehr wegzudenken.

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