Pfarrer Edgar Briemle tritt sein Amt an

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Edgar Briemle wurde in feierlicher Investitur in sein neues Amt eingeführt
Edgar Briemle wurde in feierlicher Investitur in sein neues Amt eingeführt (Foto: Gabriele Hoffmann)
Gabriele Hoffmann

Nach sechs Monaten der Vakanz hat die Seelsorgeeinheit „Tor zum Allgäu“, zu der die Pfarrgemeinden St. Anna, Vogt, St. Magnus, Waldburg und St. Cassian, Hannober, gehören, wieder einen Pfarrer. Von Bischof Gebhard Fürst zum Pfarrer der Seelsorgeeinheit ernannt, wurde Edgar Briemle am Sonntag in feierlicher Investitur von Dekan Ekkehard Schmid in sein neues Amt eingeführt.

Die Musikkapellen der drei Gemeinden hatten Pfarrer Briemle mit Präsentiermarsch vom Pfarrhaus abgeholt und begleiteten ihn bis zur Kirche. Ein Meer von Fahnen postierte sich danach an den Seitenaltären. Ein Heer von Ministranten und weiteren Amtskollegen begleiteten Briemle zum Altar.

Zwischen Winter und Sommer ist ein nahtloser Übegang erfolgt, freute sich Dekan Ekkehard Schmid und dankte dafür besonders Administrator Claus Blessing und dem pensionierten Pfarrer Helmut Krieger, der in der vakanten Zeit die Priesterdienste übernommen hatte. Als gutes Zeichen wertete der Dekan, dass sowohl Amtsvorgänger Anton Hirschle als auch Edgar Briemle beide aus dem Dekanat Saulgau stammen. Im kurzen Abriss stellte der Dekan den Werdegang Briemles vor, der erst nach abgeschlossener Lehre als Uhrmacher den Weg zum Priester gefunden hatte. Die Präzision des Uhrmachers zeichne wohl auch sein Leben aus, folgerte er. Nach Vikariat und Stadtpfarrer in Geislingen an der Steige wurde Briemle zum Superior im Kloster Untermarchtal, mit 240 Schwestern, ernannt. Nach elf Jahren nun wieder eine neue Rolle: die des Gemeindepfarrers im Oberschwäbischen. Nach Gelöbnis und Übergabe der bischöflichen Dokumente durch Dekan Schmid war Pfarrer Briemle offiziell im Amt bestätigt und eingeführt.

Gemeinsam den Weg gehen ist das Ziel, stellte Pfarrer Briemle in den Mittelpunkt seiner Dankesrede. „Was wäre ich ohne Sie?“, fragte er. Uns allen ist die Gnade Gottes gegeben, der uns angenommen und reich beschenkt hat, postulierte er eindringlich. Die Gnade Gottes kann alle Tage zu Heilstagen machen.

Gemeinsamkeit griffen auch die zweiten Vorsitzenden der Kirchengemeinderäte in Waldburg und Hannober auf, die ihn herzlich in der Seelsorgeeinheit willkommen hießen. „Kommet alle und esset und trinket“, griff der Dritte im Bunde, Rainer Schmid, Vogt, die biblische Aufforderung auf. Versehen mit dem aktuellen Zusatz: Es ist alles umsonst“, womit er zum anschließenden Stehempfang auf dem Kirchplatz einlud.

Dicht gedrängt standen hier die Kirchgänger. Eröffnet wurde das Nachfest vom Böller der Waldburger Musikkapelle, so wie es in Waldburg Tradition hat. Nachdem sich die Massen gestärkt hatten, trat als Erster Fürst Johannes zu Waldburg, Wolfegg und Waldsee ans Mikrofon, Patronatsherr über insgesamt 14 Kirchen. So auch bei St. Magnus in Waldburg. Der erste Eintrag über St. Magnus datiere vom 25. August 1495, sagte er und machte einen kurzen Rückblick in die Geschichte. Jahrhundertelang ernannte der Patronatsherr auch die jeweiligen Pfarrer. Dieses Privileg wurde erst durch Bischof Sproll abgeschafft. Immer aber noch bedürfe es der Zustimmung des Patronatsherren, die er sehr gerne gegeben habe.

Die Bürgermeister Smigoc, Vogt, und Röger, Waldburg, traten gemeinsam mit einem Gedicht ans Mikrofon. Nach dem Angebot jederzeit bester Zusammenarbeit luden sie Briemle zu einer gemeinsamen Radtour durch die Gemarkung beider Kommunen ein. Sportlich ging es weiter, Pfarrer Ralph Brennecke von der evangelischen Kirche in Vogt, lud zum gemeinsamen Wandern ein. Schön, dass Sie da sind“, begrüßte er seinen katholischen Amtsbruder, mit deutlichem Hinweis auf gelebte Ökumene.

Die Waldburger Blutreiter, bei denen Briemle seit 25 Jahren in Weingarten und weitere 23 Jahre beim Blutritt in Bad Wurzach dabei ist, überreichten ihm sein Konterfei zu Pferde, gemalt von einer Waldburger Künstlerin. Drei Kriterien zeichnen Pfarrer Briemle aus, erklärte der Redner: Mut (jedes Jahr als Nichtreiter auf einem unbekannten Pferd sitzen), Vertrauen und Verlässlichkeit. „Seit 25 Jahren reite ich in Weingarten immer hinter den Vogtern her“, erklärte der so Gelobte. „Jetzt bin ich angekommen. Nach einem Vierteljahrhundert bin ich jetzt als Gemeindepfarrer beim Blutritt dabei.“

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