Mehrere Hundert Besucher im Denkmal Mosisgreut – Plattform für Protest gegen Kiesabbau

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Mehrere Hundert Besucher sind am Sonntag beim Tag des offenen Denkmals auf das Rittergut Mosisgreut in der Gemeinde Vogt gekommen. Zum zehnten Mal hatte das Anwesen während des jährlichen Aktionstages geöffnet.

Bruno Werner von Kreit führte durch Mosisgreut und berichtete von der Geschichte des Gutes. In Mosisgreut, erstmals vor 800 Jahren als mittelalterliche Turmhügelburg erwähnt, befindet sich ein Jagdschlösschen, eine gotische Kapelle mit restaurierter Originalausstattung, ein Wirtschaftshof aus massiven Granitsteinen, eine historische Gartenlandschaft und eine ehemalige Käserei. Architektonisch und handwerklich ist die schlichte, bodenständige Gesamtanlage eingebettet in die eiszeitlich geformte Landschaft und liegt im Landschaftsschutzgebiet „Jungmoränenlandschaft zwischen Amtzell und Vogt“.

Bruno Werner von Kreit ist auch Sprecher der Interessengemeinschaft Grenis/Grund, die unter anderem gegen eine geplante elf Hektar große Kiesgrube im Altdorfer Wald kämpft. Deswegen nutzte die Interessengemeinschaft den Tag des offenen Denkmals, um auf ihr Thema aufmerksam zu machen, weil die Asphaltmischanlage und die Kiesgrube Grenis, die erweitert werden soll, in Sichtweite von Mosisgreut liegt. Es gab einen Informationsstand, bei dem man Postkarten mit Protestsprüchen ausfüllen konnte. Denn der Tag des offenen Denkmals war gleichzeitig Start für die Protestkampagne „Wackendorf“. Vogt werde zu Wackendorf, weil sich alles nur noch um die Wacken (große Steine) dreht, die anscheinend dringend gebraucht werden.

Am Sonntag ging auch die Homepage des Protestes www.wackendorf.de online, auf der die Interessengemeinschaft laut eigenen Angaben satirisch auf das Thema Kiesabbau blicken will. Aus dem Slogan „Vogt – das Tor zum Allgäu“ wird auf der Internetseite „Wackendorf – Torpfosten zum Allgäu“.

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