Gewerbegebiet: Bürgerinitiative spricht sich gegen Erweiterungspläne aus

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Gabriele Hoffmann

Mit einer Erweiterung des Industrie- und Gewerbegebiets Vogt-Ost hat sich der Vogter Gemeinderat seit Längerem immer wieder beschäftigt. In der jüngsten Sitzung haben die Räte Nägel mit Köpfen gemacht und eine Erweiterung mit zusätzlichen 27,5 Hektar beschlossen, die in den Regionalplan Bodensee-Oberschwaben aufgenommen werden soll. Dagegen regt sich Widerstand aus der Bevölkerung.

Spontan hat sich eine Bürgerinitiative gebildet, die Einspruch gegen die Aufnahme der geplanten Erweiterung in die Fortschreibung des Regionalplanes erhebt. Eine dreiseitige ausführliche schriftliche Information wurde an Vogter Haushalte verteilt und darüber hinaus ins Internet gestellt.

Das überplante Gebiet erstreckt sich vom Industriestandort der Firma STEP/G herzförmig in Richtung Süd-Ost über ein Wald- und Wiesengebiet. Die geplante Größe sei völlig überdimensioniert, und die Abholzung von circa 10,6 Hektar gesunder, standortgerechter Waldbestockung sei, auch im Hinblick auf künftige Generationen, nicht hinzunehmen und grundsätzlich abzulehnen. Noch wisse man nicht, welche Art Betriebe sich dort ansiedeln werden, so die Bürgerinitiative.

Auf jeden Fall ergeben sich aus der künftigen Bebauung Belastungen durch Emissionen und Verkehr, kritisiert die Bürgerinitiative. Im Plan seien die Schutzgüter Mensch, Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt nach den heutigen Erkenntnissen nur unzureichend bewertet. Ein Gewerbe- und Industriepark in dieser Größe würde nachhaltig das abwechslungsreiche, schöne Vogter Landschaftsbild verändern und darüber hinaus auch die Touristikregion Waldburg/Vogt/Wolfegg nachhaltig tangieren und belasten.

Hinzu komme die unzulängliche Verkehrsinfrastruktur, ohne Anbindung an eine Bundesstraße, um den zu erwartenden Verkehr aufzunehmen und ableiten zu können. Bereits heute stelle das ein Problem dar, das auch die Nachbargemeinden betreffe.

Deutliche Verärgerung wird in der schriftliche Information über die nicht rechtzeitige und mangelhafte Information der Bürger durch die Gemeindeverwaltung geäußert. Bei diesem nachhaltig die Heimat prägendem Thema hätte man offene Information und Einbindung der Bürger erwartet, anstatt nur eines vagen Hinweises auf die Homepage des Regionalverbandes.

„Eine Erweiterung des vorhandenen Industrie- und Gewerbegebietes Vogt-Ost um 27,5 Hektar sei für Vogter Verhältnisse, auch bei interkommunaler Ausrichtung, weit überdimensioniert, konstatiert die Bürgerinitiative. Die Abholzung eines 10,6 Hektar großen, intakten Nah-und Erholungswaldes werde abgelehnt. Allenfalls könne eine Erweiterung in angemessenem, orts- und regionsverträglichem Rahmen von insgesamt rund zehn Hektar Gesamtfläche, unter konkreten engen und umweltbezogenen Auflagen in eine Abwägung aufgenommen werden.

Die Einspruchsfrist beim Regionalverband läuft allerdings schon am Freitag, 25.Oktober, ab.

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