Parallel zum historischen Fischerstechen in Ulm haben am Sonntagmittag auch in Haslach mutige Seemänner die Lanzen gekreuzt. Vor Hunderten Zuschauern traten sieben Mannschaften auf dem See gegeneinander an (-> zum Video).

Gar anmutig waren manche anzusehen. So hatte sich unter anderem Fabian Walter vom Musikverein Grönenbach in Schale geworden. Der 23-Jährige trug ein modisches weißes, mit Spitze besetztes Brautkleid . Auch der Rest seiner Mannschaft war als Brautgesellschaft verkleidet, Pfarrer inklusive. Auch andere Mannschaften stachen dem Zuschauer sofort ins Auge. So gab es ein Team, das komplett im Honolulu-Look auftrat, die Feuerwehr hatte ihre historischen Kostüme ausgegraben und auch eine Mannschaft Kühe wagte sich auf Wasser. Die Jungs des Musikvereins Grönenbach traten bereits zum achten Mal an, „es ist jedes Mal eines Mords-Gaudi“, erklärte Fabian Walter. Auf der Jury-Tribüne saßen in diesem Jahr Bürgermeisterin Irene Brauchle und ihr Mann, Ortsvorsteher Georg Klingler und Vertreter des ausrichtenden Musikvereins Haslach. Die Moderation übernahm Martin Simma.

Die Regeln für das Flößerstechen in Haslach sind simpel: Die Stangenträger versuchen sich gegenseitig mit den Stangen ins Wasser zu schmeißen. Das Ganze ist eine recht wackelige Angelegenheit, vor allem, weil während des Wettkampfs noch auf die Mannschaften Wasser mit einem Feuerwehrschlauch gespritzt wird. Und so kam es, dass manche der Kämpfe recht schnell vorbei waren. Der erste dauerte nur zwei Sekunden. Der Lanzenträger einer anderen Mannschaft verlor – entweder vor Schreck oder anderen Gründen – sogar noch vor dem Zusammentreffen das Gleichgewicht und landete im Wasser. Gekämpft wurde nach dem K.o.-Prinzip. Da es eine ungleiche Anzahl an Mannschaften gab, durften manche Teams zweimal antreten. In der zweiten Runde benötigte es zwei Siege, um weiterzukommen. Parallel konnten die Besucher des Seenachtsfests auf der Uferpromenade flanieren und beim Kunsthandwerkermarkt einkaufen. So gab es leckere Bonbons, hergestellt wie zu Oma’s Zeiten, Schmiedewaren, handgefertigte Erzeugnisse aus Holz und vieles mehr. Im Bierzelt gab es passende Musik und die vielen Kinder nutzten das schöne Wetter und rasten mit viel Gejohle die Wasserrutsche hinunter.

Bei dem dreitägigen Seenachtfest war erneut das Flößerstechen der Höhepunkt.

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