Ein großer Schritt des Hineinwachsens in die Kirche

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Pfarrer Jans spricht mit den Kindern das Vaterunser um den Altar: Die elf Kommunionskinder wurden mit Hilfe des Kursbuches „das
Pfarrer Jans spricht mit den Kindern das Vaterunser um den Altar: Die elf Kommunionskinder wurden mit Hilfe des Kursbuches „das ist mein Leib für Dich“ von den Müttern Sandra Krummrai, Daniela Landsbeck-Grözinger, Silvia Berlinger und Simone Zeng (Foto: Walter Schmid)
Schwäbische Zeitung
Walter Schmid

Es scheint so, dass nicht nur die Angehörigen der elf Erstkommunionskinder am frühen Sonntagmorgen auf dem Weg zur Kirche sind, sondern das ganze Dorf. Menschenmassen säumen den Weg vom Pfarrsaal bis zum Kirchenportal. Die Kinder im weißen Gewand und mit dem Kreuz an einem Kettchen um den Hals vorneweg, begleitet von Pfarrer Edgar Jans und seinen Ministranten, einschließlich Kreuzträger. Unter Glockengeläut und mit gediegener Marschmusik der Rohrdorfer Kapelle schreiten sie zur Kirche. Unter festlicher Orgelmusik füllt sich dann die Remigius-Kirche bis auf den letzten Platz.

Der Chor Tonart singt: „Du lädst uns ein zu deinem Fest, in deinem Haus, so groß und weit. Gott, der uns alle leben lässt, mach unser Herz bereit.“ Die Kinder zünden ihre schön verzierten Kerzen an und der Pfarrer erinnert dann die Kinder an ihre Taufe als sie noch klein waren. „Damals haben eure Eltern und Paten stellvertretend für euch dem Glauben an Jesus zugestimmt, heute dürft und könnt ihr es selbst tun.“ Mit der brennenden Taufkerze in der Hand sprechen die Kinder das Bekenntnis nach zu Gott dem Vater, seinem Sohn Jesus Christus und dem Heiligen Geist.

Eine Lesung aus dem Evangelium nennt Jesus den guten Hirten. (Johannesevangelium Kapitel 10) „Ich bin der gute Hirte. Ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich… und ich gebe mein Leben für die Schafe.“ Pfarrer Jans entwickelte seine Predigt mit den Kindern zusammen über die Arbeit eines Schafhirten mit seiner Herde und folgerte aus den Beiträgen der Kinder: „Es geht bei uns Menschen nicht sehr viel anders zu wie bei den Schafen und ihren Hirten. Man muss versorgt und beschützt werden, Gefahren müssen ferngehalten, die Angst genommen, Menschen müssen manchmal auf den rechten Weg gesetzt und beieinander gehalten werden in guter, vertrauter Gemeinschaft.“

Das Licht der Taufkerze, das Kreuzeszeichen, das Brot und der Wein auf dem Altar halte die Gemeinde des Glaubens auch beieinander – und ab heute gehört auch ihr voll und ganz dazu“, so fasst der Pfarrer seine Predigt zusammen. Nach einem Lied und den Fürbitten tragen die Kinder selbst die Elemente der Eucharistie zum Altar: Brot und Wein. Beides erinnert an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern als er sagte: für euch gegeben. Das Kreuz erinnert an Jesu Tod, seine Menschenliebe mit allerletzter Konsequenz. Mit dem Blumenstrauß ehren wir Jesus und danken ihm.

Kinder bekommen Hostien

Zum Vaterunser fassen sich die Kinder und der Pfarrer im Kreis um den Altar an den Händen. Bei der „Wandlung“ bittet der Pfarrer den lieben Gott, dass er den Heiligen Geist auf die Gaben von Brot und Wein herabsendet, um sie so zu wandeln, dass Jesus selbst in Brot und Wein mit seiner ganzen Liebe bei uns ist. „Seine Solidarität mit uns Menschen geht so weit, dass wir ihn sozusagen im eigenen Leib erfahren können“, so versucht der Pfarrer das Geheimnis verständlich zu machen. Mit der Feier dieses Geheimnisses des Glaubens würde die Kirche den Auftrag Jesu erfüllen: „Tut dies immer zum Gedenken an mich!“ Pfarrer Jans teilt den Kindern im Kreis um den Altar das Brot in Form der Hostie aus und den Wein in Form des Traubensaftes. Dann bittet der Pfarrer Gott um das Heil für alle Menschen und auch darum, „das auch wir uns als Glaubende wandeln zu Menschen die Jesus lieben und die Freude des Evangeliums sichtbar machen.“

Der Chor singt nach der feierlichen Kommunion: „Die Freude sucht sich ihren Weg, in dich und auch in mich.“ Gemeinde und die Kommunionskinder werden nach dem Gottesdienst draußen mit einem Ständchen durch die Rohrdorfer Musikkapelle empfangen.

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