Narrengilde Reute ärgert sich über Maibaum-Zerstörer

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Narrengilde Reute ärgert sich über Maibaum-Zerstörer
Schwäbische Zeitung
Simone Harr

Sonja Münsch, Gildemeisterin der Narrengilde Reute ist verärgert und enttäuscht. Nur wenige Stunden nachdem die Narren den Maibaum in Reute gestellt hatten, haben ihn Unbekannte in der Nacht zum 1. Mai zu Fall gebracht (die SZ berichtete). „Wohl unter dem Deckmantel eines Maischerzes lösten die Täter an der Verankerung des Baumes die Befestigungsschrauben“, sagt Klaus Blaser, Sprecher der Polizeidirektion Ravensburg. Der Maibaum kippte daraufhin auf die Straße, beschädigte eine Holzbank und blockierte die komplette Fahrbahn. „Glücklicherweise kamen bei dem gefährlichen Treiben keine Personen zu Schaden“, sagt Blaser. Der Baum sei von Autofahrern rechtzeitig erkannt worden, so dass Verkehrsunfälle ausblieben.

Trotzdem bleibt die Enttäuschung. „In dem Maibaum stecken viele Stunden Arbeit. Am Freitag ging es los mit dem Reißigholen. Zwölf Leute waren dann am Samstag im Einsatz, um die Kränze zu binden. Beim Stellen selbst haben wir wieder einige Leute gebraucht“, sagt Münsch. Der Baum sei durch den Aufprall so stark zerstört worden, dass die Narrengilde einen neuen braucht. „Der Baum ist gleichzeitig auch der Narrenbaum. Jetzt müssen wir schauen, dass wir bis zur Fasnet einen neuen bekommen“, sagt Münsch. Dieser müsse hochgewachsen und gerade sein.

Ortsvorsteher Hans-Lothar Grobe findet es schade, dass der Maibaum zu Fall gebracht wurde. „Es tut mir leid für den Verein. Sie haben sich viel Mühe gemacht. Die Hockete am Montag war richtig schön und viele Leute waren da“, sagt er. Dass sie Parkbank kaputt gegangen sei, sei ärgerlich. „Unsere Leute versuchen sie wieder zu richten. Das ist das geringste Problem“, sagt Grobe. Er sei froh, dass bei der Aktion nichts passiert ist. „Da hätte einiges schief gehen können. Manche empfinden das als Scherz, ich finde es sehr gefährlich“, betont der Ortsvorsteher.

Vor vielen Jahren hätten laut Münsch schon einmal Unbekannte den Maibaum in Reute umgeschmissen. „Aber das ist mehr als 25 Jahre her“, sagt sie. Nachdem vor ein paar Jahren erneut Unbekannte versucht haben, den Maibaum umzusägen, hat die Narrengilde ihn mit Metallstäben verstärkt. „Diesmal haben sie jedoch die Schrauben gelöst. Da braucht man große Schraubschlüssel und spezielles Werkzeug. Sie müssen sich richtig vorgenommen haben, dass sie den Maibaum zu Fall bringen wollen“, sagt Münsch.

Gegen die Unbekannten wurde laut Blaser ein Strafverfahren eingeleitet. „Es geht dabei nicht nur um Sachbeschädigung, sondern wir ermitteln auch wegen des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr“, betont er. Zudem sei in der selben Nacht ein Werkzeugkasten aus einer Garage in Reute ein Werkzeugkasten geklaut worden. „Es wäre möglich, dass hier ein Zusammenhang besteht. Denn in dem Kasten hätte sich passendes Werkzeug befunden. Allerdings ist dies noch nicht gesichert“, sagt Blaser.

Gestern Abend haben Mitglieder der Narrengilde versucht zu retten, was zu retten ist. „Das Seil möchten wie wiederverwenden und die Kränze sind auch heilgeblieben“, sagt Münsch. Denn eins steht für die Gildemeisterin fest: Einen Maibaum wird die Narrengilde auch im nächsten Jahr wieder in Reute aufstellen.

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