Romantische Volkslieder mit Sopranistin Gabriele Näther

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Schwester Franziska Bachmann und Gabriele Näther boten dem Publikum einen gelungenen romantischen Liederabend.
Schwester Franziska Bachmann und Gabriele Näther boten dem Publikum einen gelungenen romantischen Liederabend. (Foto: Dietmar Hermanutz)
Dietmar Hermanutz

Reute-Gaisbeuren - In den Festsaal des Klosters Reute sind am Samstagabend 55 Besucher gekommen, um eine kurzweilige Stunde gemeinsam mit Gabriele Näther und Schwester Franziska Bachmann zu erleben. Die beiden Damen haben sich zusammen getan, um ein Potpourri mit deutschen Volksliedern aus allen Bereichen des Lebens zu präsentieren.

„Das macht, es hat die Nachtigall ...“ – mit diesen Zeilen aus einem Gedicht von Theodor Storm, betitelt Näther die Auswahl von Volksliedern aus der Romantik. Die international agierende Sopranistin hatte für ihre Auslandsauftritte dieses Programm mit den deutschen Volksliedern konzipiert, wie sie im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“ erklärt. Dass Lieder aus der Epoche der Romantik nicht mehr ganz dem entsprechen, was das deutsche Volk im Jahre 2018 singt, ist Näther natürlich auch bewusst, aber diese Lieder wurden nicht auf den Konzertbühnen gesungen. Als Lieder, die das einstige Leben des Volks wiederspiegeln, stellen sie für Näther ein Kulturerbe dar, die in diesem Kontext heutzutage auch auf die Konzertbühne gehören.

Der Alltag der Bevölkerung war geprägt durch Landwirtschaft und Handwerk. Davon kündeten die beiden Lieder „Im Märzen der Bauer“ und „das Spinnrad“. Mit kräftiger Stimme und aufklärerischer Mimik verkündet die Sängerin die stets aktuelle Erkenntnis „Die Gedanken sind frei“. Große Werte wie Treue und Freundschaft werden im Lied „Wahre Freundschaft“ besungen, während es „Im schönsten Wiesengrunde“ um das Abschiedsnehmen und das damit verbundene Heimweh geht.

Heimatliche Volkslieder gab es auch aus jüngerer Zeit. Näther, aufgewachsen in der ehemaligen DDR, hat zwei Lieder mitgebracht, die als Pionierlieder entstanden, die Schönheit der Heimat besingen und die nicht ganz unpolitische Erkenntnis beinhalten, dass die Heimat dem Volke gehört.

Dem steht das Scherzlied aus der Oberlausitz entgegen, in dem die kulinarischen Vorzüge eines Kartoffelbreigerichtes besungen werden. Der Text war jetzt nicht gerade leicht verständlich, da Näther das Lied in der heimatlichen Mundart der Oberlausitz besingt, dafür aber hatte die Melodie einen mitreißenden Takt. Ein Stück also, bei dem es nicht viel Phantasie braucht, um sich vorzustellen, dass dieses Lied tatsächlich einmal viel gesungen wurde. Das namensgebende Stück für das abendliche Konzertprogramm durfte natürlich nicht fehlen. Gleich in zweierlei Varianten brachten die beiden Musikerinnen die Zeilen von Theodor Storm zu Gehör, in denen mit bildreicher Sprache von Rosen und Nachtigall die junge, zarte Liebe besungen wird. Klassisch als Volkslied von Adolf Quartz und dann nochmals mit großer Partitur in der Fassung von Alban Berg – eine Komposition bei der die Qualitäten der professionellen Sopranistin augenscheinlich zu Tage treten.

Näther wurde bei den Stücken von Schwester Franziska am Flügel begleitet. Die beiden Musikerinnen haben durch persönliche Beziehungen von Näther nach Bad Waldsee zueinander gefunden und sich auf Anhieb bestens verstanden.

Die Bedingungen für ein Konzert sind hier in Reute sehr gut, freut sich Näther und gemeinsam mit Bachmann ist sie glücklich, dass nach wenigen Tagen gemeinsamen Probens das Konzert steht. Bachmann beherrscht nicht nur Kirchenmusik und Orgel, sie brillierte mit einem Stück von Felix Mendelsohn Bartholdy aus der Sammlung „Lieder ohne Worte“. Die Besucher dankten den beiden Musikerinnen Gabriele Näther und Schwester Franziska Bachmann mit langem Applaus und entließen diese erst nach einer Zugabe.

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