Zwischen Anarchie und Science Fiction

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 Premiere des Stücks „Hase Hase“ ist am 16. Oktober.
Premiere des Stücks „Hase Hase“ ist am 16. Oktober. (Foto: Marco Ricciardo)
Schwäbische Zeitung

Noch werde von den Schauspielern des Ravensburger Theaters für die erste Premiere der neuen Spielzeit fleißig geprobt. Am 16. Oktober ist dann die Premiere von „Hase Hase“ von Coline Serreau, einem Familienstück über Zusammenhalt, angesiedelt zwischen Anarchie und Science Fiction, das gerade auch in Berlin mit großem Erfolg gespielt wird, heißt es in der Pressemitteilung.

Zum Inhalt: Familie Hase ist nicht reich, aber glücklich. Drei der fünf Kinder sind aus dem Haus, Vater Hase wird bald eine ordentliche Rente bekommen, der älteste Sohn sein Medizinstudium abschließen. Und der Jüngste, Hase Hase, ist ein Mathegenie mit heimlichem Kontakt zu Außerirdischen. Doch plötzlich überschlagen sich die Ereignisse: Der Vater wird arbeitslos, eine Tochter lässt sich scheiden, die andere sagt direkt am Altar „Nein“ und die beiden älteren Söhne werden als Widerstandskämpfer von der Polizei gesucht. Und nicht nur sie finden Unterschlupf in der winzigen Wohnung der Hases. Mutter Hase steuert das Schiff mit fester Hand durch den Orkan. Als allerdings nach einem politischen Umsturz der älteste Sohn von der Streitmacht der neuen Ordnung verhaftet wird, gerät auch sie an ihre Grenzen. Und welche Mission verfolgt eigentlich Hase Hase?

Neben dem Ensemble des Theaters konnte laut Mitteilung auch Sebastian Prasse aus Hamburg für diese Produktion verpflichtet werden, der auch aus TV-Serien wie „Großstadtrevier“ und „Notruf Hafenkante“ bekannt wurde. Das Theater freue sich, dass bei dieser Theaterproduktion auch zehn Mitglieder des Erwachsenen-Theaterclubs 4 mitwirken werden. Schon am 27. September öffne sich im Rahmen der Wochen der internationalen Nachbarschaft um 20 Uhr der Theatervorhang mit „Es kommt ein Schiff geladen“. An diesem Abend denken, spielen und singen Jürgen Jendrich, Pascal Kaiser und Martin Obert über Menschen, die ihr Zuhause verloren haben und über solche, die meinen, es zu verlieren.

Weiter geht es am Samstag, 28. September, um 19 Uhr mit einem Abend über das Leben von Fritz Löhner-Beda, dem jüdischen Juristen, Librettisten, Schlagertexter und Schriftsteller, der 1942 in Ausschwitz ermordet wurde. Musiker der Ravensburger Kammersolisten werden im Rahmen ihrer Reihe „Begegnungen“ unter dem Titel „... wie wundervoll die Freiheit ist!“ ihm die Ehre erweisen. Am Sonntag, 29. September, gibt es um 16 Uhr ein Gastspiel des türkischen Theaters Ulüm aus Ulm/Neu-Ulm mit dem Titel „ Oh Gott, die Türken integrieren sich“, in dem in deutscher Sprache auch die Lebensgewohnheiten der „Deutsch-Türken“ thematisiert werden.

Wer im Frühjahr die Aufführungen von „Zigeunerboxer“ verpasst hat, kann dies nach Angaben des Theaters am 4. und 24. Oktober nachholen. Alex Niess bestreitet in fulminanter Weise diesen unter die Haut gehenden Theaterabend über das Leben des Boxers Johann „Rukeli“ Trollmann. Am 5. Oktober präsentieren Ana Schlaegel und Bernd Wengert in „Auf immer und ewig“ Ehekräche und andere unvermeidliche Missverständnisse zwischen Mann und Frau.

Im neuen Spielplan für September bis Dezember, der an vielen Stellen auch im Stadtgebiet ausliegt, fänden sich neben den Eigenproduktionen des Theaters weitere vielversprechende Theatergastspiele und Lesungen.

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