Zahl der Demenzerkrankten steigt steil an

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Mit zunehmendem Alter nimmt die Zahl der Demenzerkrankten stark zu. Rund 40 Prozent der über 90-Jährigen sind betroffen.
Mit zunehmendem Alter nimmt die Zahl der Demenzerkrankten stark zu. Rund 40 Prozent der über 90-Jährigen sind betroffen. (Foto: dpa/Patrick Pleul)
stellv. Redaktionsleiter

Die Zahl der Menschen mit Demenz wird sich im Landkreis Ravensburg bis zum Jahr 2035 annähernd verdoppeln. Das geht aus einer Mitteilung des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg hervor.

Die Anzahl demenzkranker Menschen wird zwar statistisch nicht erfasst, die Verbreitung der Krankheit lässt sich aber vor dem Hintergrund internationaler Studien abschätzen, schreibt das Ministerium als Antwort auf eine Anfrage der Abgeordneten Petra Krebs (Grüne). Stuttgart kommt so für den Landkreis Ravensburg auf etwa 4800 Betroffene.

Der Anteil Demenzkranker steigt mit zunehmenden Alter steil an. Die Krankenziffer verdoppelt sich im Abstand von etwa fünf Altersjahren. Sie steigt von etwas mehr als einem Prozent in der Altersgruppe der 65-69-Jährigen auf rund 40 Prozent unter den über 90-Jährigen. Zwei Drittel der Demenzkranken haben bereits das 80. Lebensjahr vollendet. 70 Prozent davon sind Frauen.

Nach Aussage des Ministeriums sind dennoch alle Zahlen zur Demenzerkrankung mit Vorsicht zu genießen. Es sei nicht auszuschließen, dass insbesondere leichte oder frühe Formen der Demenz nicht erfasst werden.

Aufgrund der Alterung der Gesellschaft rechnet Stuttgart für den Landkreis Ravensburg mit einer Zunahme der Zahl Demenzerkrankter von derzeit 4800 auf 7100 Personen im Jahr 2035. Diese Erhöhung hat Auswirkungen auf die Betreuung der Kranken. Denn: Nach Aussage des Robert-Koch-Instituts sind Demenzerkrankungen die häufigste Ursache für Pflegebedürftigkeit. Bei den über 80-Jährigen machen sie einen Anteil von mehr als 35 Prozent aus.

Der Landkreis Ravensburg hat erst vor kurzem ein Seniorenpolitisches Konzept verabschiedet. Darin wurden unter anderem vorhandene vollstationäre Pflegeplätze mit dem prognostizierten Bedarf verglichen. Das Ergebnis war, dass der Landkreis derzeit eine sehr gute und wohnortnahe Betreungslandschaft vorzuweisen hat. Dennoch gibt es einen Bedarf an weiteren vollstationären Plätzen und somit auch weiteren stationären Einrichtungen im Kreis.

Ein großes Problem wird dabei der Mangel an Pflegekräften werden. Schon jetzt herrscht in diesem Bereich im Landkreis Ravensburg Fachkräftemangel. In der Mitteilung des Sozialministeriums heißt es: „Der Bedarf an Pflegefachkräften steigt stetig. In vielen Landesteilen, insbesondere in den Grenzregionen zur Schweiz, besteht seit Jahren ein Fachkräftemangel.“

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