Wolfram Frommlet liest, Bernd Winkler spielt

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Schwäbische Zeitung

Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Begegnung (CJB) veranstaltet am Montag, 23. September, um 19 Uhr im evangelischen Matthäus-Gemeindehaus in Ravensburg, Weinbergstraße 12, einen musikalisch-literarischen Abend. Wolfram Frommlet liest jüdische Literatur und Philosophie des 20. Jahrhunderts, verbunden mit persönlichen Annäherungen, Bernd Winkler spielt Cello-Stücke jüdischer Komponisten des 20. Jahrhunderts.

Juden waren laut Pressemitteilung Avantgarde in allen deutschen Kulturgenres. Sie schufen in der Weimarer Republik und lange davor demokratische, links-liberale, anti-militaristische Verlage und Zeitungen in Deutschland und Österreich. Sie schrieben Literatur gegen den revanchistisch-nationalistischen Geist des Kaiserreiches und der Nazis. Und sie wurden in der NS-Zeit vertrieben und ermordet, auch weil sie kritische Intellektuelle waren, Pazifisten und Reformpädagogen. Die Überlebenden prägten die Philosophie und Kultur im Nachkriegsdeutschland.

Nach dem Holocaust war jüdische Literatur das revolutionär Neue: Erinnerung, Aufarbeitung, Dokumentarismus. Aus dem Exil zurückgekehrte Philosophen wie Ernst Bloch, Herbert Marcuse oder Theodor W. Adorno waren die geistige Avantgarde und Hoffnung der restaurativen BRD, heißt es weiter. Zu hören sein werden zudem Texte unter anderem von Hilde Domin, Paul Celan, Alfred Kerr, Ernst Toller, Kurt Tucholsky, Erich Fried, Else Lasker-Schüler sowie Kompositionen von Arnold Schönberg, György Ligeti, Alfred Schnittke, Paul Ben-Haim, György Kurtág und Mieczysław Weinberg.

Wolfram Frommlet wurde in Ravensburg geboren, studierte Kulturwissenschaften und Gesang. In München trat er in den Kammerspielen, der Kammeroper und am Gärtnerplatz-Theater auf. Ebenso am Staatstheater Kassel, in der Stadt Marl sowie bei der ARD, dem ZDF, dem Hessischen Rundfunk und der Deutschen Welle. Er war für internationale Organisationen an Medien- und Kulturprojekten in Asien und Afrika beteiligt. Seit 1998 zurück in Ravensburg, hält er Lesungen mit Musikern der Region, ist Dozent an der DHBW und schreibt die Kolumne „Kultur leben“ in der „Schwäbischen Zeitung“.

Bernd Winkler wuchs in Süddeutschland auf, hatte ersten Cello-Unterricht bei Sofia Kröner und Michael Grüner. Er war Bundespreisträger bei „Jugend musiziert" und studierte in Basel und an der Hochschule der Künste in Berlin. Ergänzende Studien machte er unter anderem bei Martin Ostertag. Er konzertiert in ganz Europa und lebt als freischaffender Musiker am Bodensee.

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